Tipps für die Online-Materialrecherche (III): Bildrecherche
Darf man Inhalte anderer Websites – Texte, Bilder oder Videos – eigentlich im Unterricht verwenden? Wir haben einige Tipps zusammengestellt, die helfen, verwendbare Materialien im Internet zu finden. Diese Tipps haben wir auf drei Blogbeiträge verteilt.
Im ersten Teil haben wir einige Grundlagen des Urheberrechts erklärt. Im zweiten Teil ging es um das Lizenzmodell "Creative Commons" (CC). Im dritten Teil haben wir praktische Tipps für die Bildrecherche zusammengestellt.
Im Internet finden sich immer mehr Bilddatenbanken, die auch rechtefreie Fotos anbieten. Das heißt, dass die Fotos heruntergeladen werden und kostenfrei – zumeist für nicht-kommerzielle Zwecke – benutzt werden können. Diese Fotos stehen häufig unter dem Lizenzmodell "Creative Commons" (CC).
Doch welche Bilddatenbanken gibt es, und wie findet man die passende? Und wie lassen sich die Fotosammlungen sinnvoll durchsuchen? Wir haben Ihnen eine kleine Auswahl zusammengestellt. Es sind Bildquellen, die sich bei der Arbeit für "Umwelt im Unterricht" als hilfreich erwiesen haben. Vollständig ist die Liste jedoch nicht, denn dafür gibt es zu viele Angebote. Es lohnt sich also, immer wieder Ausschau zu halten. Auch wir freuen uns über neue Tipps. Die Nutzungsbedingungen der Bilddatenbanken können sich ändern, deshalb empfiehlt es sich, diese auf den Webseiten immer wieder zu überprüfen.
Wikimedia Commons
Eine stetig wachsende und umfangreiche Datenbank bietet Wikimedia Commons, eine Sammlung von zurzeit über zwölf Millionen frei verwendbarer Mediendateien. Dazu zählen Bilder, Audiodateien und Videos. Wikimedia Commons ist wie Wikipedia ein Projekt der Wikimedia Foundation.
Die Bilder aus Wikimedia Commos werden zum Beispiel zur Illustration der Wikipedia-Artikel genutzt. Da es aber weit mehr gibt, als in der Enzyklopädie zu sehen sind, lohnt sich fast immer ein Blick in die "Commons".
Auf der Startseite von Wikimedia Commons findet sich eine Stichwort-Suche. Hier können Sie gezielt Begriffe eingeben; als Ergebnis werden Vorschau-Bilder von Dateien angegeben, deren Beschreibung den Begriff enthält. Es empfiehlt sich, auch die englische Übersetzung des Suchbegriffs auszuprobieren, denn so finden sich in der Regel weit mehr Inhalte.

Manchmal gibt es auch eine ganze Kategorie zu dem gesuchten Begriff. Auch die Kategorien können Nutzer ausgehend von der Startseite durchsuchen. Die Kategorien sind hierarchisch: Auf der ersten Ebene finden sich Begriffe wie Tiere, Pflanzen oder Chemie; auf den Ebenen darunter werden die Kategorien immer feiner. Wer so in die Tiefen der Datenbank vorstößt stellt sicher, dass er nichts verpasst. Denn im Gegensatz zur Stichwortsuche finden sich so auch Dateien, in deren Beschreibung das gewählte Stichwort nicht auftaucht – zum Beispiel, weil sie nicht richtig beschrieben sind oder eine andere Schreibweise oder ein Synonym des Suchworts verwendet wurde.
Auch die Verlinkung von Wikimedia Commons mit der Wikipedia ist hilfreich für die Materialsuche. Am Ende von Wikipedia-Beiträgen, im Abschnitt "Weblinks", finden sich oft Links zu Mediendateien bei Wikimedia Commons.
Die Dateien bei Wikimedia Commos stehen unter verschiedenen Nutzungslizenzen. Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass sie für die kostenlose Nutzung durch die Allgemeinheit ("Commons") zur Verfügung stehen. Zum Teil handelt es sich um sogenannte "gemeinfreie" Inhalte (auch: "Public Domain"). Hier ist der Schutz des Urheberrechts ausgelaufen – oder das Urheberrecht greift von vornherein nicht beziehungsweise wird nicht in Anspruch genommen. Letzteres gilt oft für Medien staatlicher Behörden in den USA. So stellt zum Beispiel die NASA Satellitenfotos für die Allgemeinheit zur Verfügung. Viele Inhalte von Wikimedia Commons stehen unter CC-Lizenz oder unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Wer diese Dateien nutzen will, muss die jeweiligen Lizenzbedingungen einhalten. Dazu gehört oft die Nennung der Urheber. Die Lizenzbedingungen sind in Wikimedia Commons im Eintrag zu jeder Mediendatei aufgeführt. Mehr Informationen über CC-Lizenzen können Sie in Teil II unserer kleinen Reihe nachlesen.
Flickr
Eine der größten und populärsten Bilddatenbanken ist sicherlich Flickr. Hier präsentieren private Nutzer/-innen ihre Fotos einer breiten Öffentlichkeit. Es ist aber auch möglich, die eigenen Fotos lediglich einem ausgewählten Freundeskreis zugänglich zu machen. Die Nutzer entscheiden, ob ihre Fotos von anderen genutzt werden dürfen und unter welchen Bedingungen. Auch bei Flickr wird dafür das Lizenzmodell "Creative Commons" (CC) genutzt.

Auf der Startseite von Flickr können die Nutzer über eine Suchmaske den kompletten Bildbestand anhand von Stichwörtern durchsuchen. Unbedingt lohnenswert ist die Option "Erweiterte Suche", die sich als kleiner Link neben der Suchmaske findet. Denn hier kann die Suche auf Fotos unter CC-Lizenz eingeschränkt werden. Diese Funktion findet sich unten auf der Seite, am Ende verschiedener anderer Suchoptionen. Die Suchergebnisse umfassen dann ausschließlich Fotos, die wirklich kostenlos nutzbar sind. Die Suche nach Bildern unter CC-Lizenz lässt sich durch einen weiteren Filter ergänzen – Bilder, die bearbeitet werden dürfen. Das ist wichtig, wenn man zum Beispiel später nur Bildausschnitte verwenden will.
Welche der verschiedenen Nutzungsbedingungen des CC-Lizenzmodells gelten, ist bei jedem Bild angegeben. Welche genau, erfahren Sie nach einem Klick: Auf jeder Flickr-Foto-Seite findet sich in der rechten Spalte die Rubrik "Lizenzieren". Bei Fotos unter CC-Lizenz steht hier der Hinweis "Bestimmte Rechte vorbehalten". Der Hinweis ist verlinkt mit Informationen zu den jeweiligen Nutzungsbedingungen auf der "Creative Commons"-Website. Dort steht zum Beispiel, ob das Bild bearbeitet werden darf oder ob der Urheber genannt werden muss.
Findet sich auf einer Foto-Seite bei Flickr unter "Lizenzieren" dagegen der Vermerk "Alle Rechte vorbehalten", darf das Bild nicht ohne ausdrückliche Zustimmung des Urhebers verwendet werden. Auf solche Fotos stößt man bei Flickr schnell, wenn man die Suche nicht explizit auf CC-Inhalte einschränkt. Neben vielen Privatleuten, die sich die Verwendungsrechte vorbehalten, nutzen auch viele professionelle Fotografen Flickr als "Schaufenster". Solche Bilddateien sollten Sie auf keinen Fall ungefragt verwenden. Dass ein Bild von Flickr stammt, heißt also nicht automatisch, dass es allgemein genutzt werden darf.
Auch bei der Suche auf Flickr empfiehlt es sich, anhand englischsprachiger Stichwörter zu suchen. Das erhöht die Zahl der Ergebnisse enorm. Denn Flickr ist in den USA sehr populär; und auch Benutzer aus anderen Ländern verwenden häufig englischsprachige Bildbeschreibungen.
Flickr wurde im Jahr 2005 vom bekannten Internet-Unternehmen Yahoo gekauft. Heute hat Flickr nach eigenen Angaben 51 Millionen registrierte Nutzer. Tausende von Fotos werden pro Minute hochgeladen, fast 4,5 Millionen täglich.
Neben Wikimedia Commons und Flickr gibt es zahlreiche weitere, oft spezialisierte Bilddatenbanken.
NASA: Der Blick auf die Erde
So stellt zum Beispiel die NASA Bildmaterial zur Nutzung zur Verfügung. Auf Nasa.gov findet sich eine große Auswahl multimedialer Inhalte, darunter auch Bilder. Die Inhalte auf der Website stehen generell zur freien Nutzung zur Verfügung, unter Nennung der Quelle. Lediglich die offiziellen Logos der NASA dürfen nicht ohne Erlaubnis verwendet werden. Auf der Website finden sich aktuelle Satellitenaufnahmen sowie Videos von Stürmen weltweit, Aufnahmen vom Mars und vieles mehr. Die Bilddatenbank "Earth from Space" gehört ebenfalls zur NASA. Hier lassen sich Satellitenaufnahmen der Erde direkt nach Städten, Wetterlagen oder auch Wasserformationen durchsuchen. Die Bilder sind in der Regel alle Public Domain, also "gemeinfrei".
Tree of Life: Die Artenvielfalt der Erde
Auch das Onlineprojekt "Tree of Life" bietet eine umfangreiche Bilddatenbank. Über die Medienseite wird die Suche nach Bildern, Filmen oder auch Audios anhand von Kategorien vereinfacht, wie zum Beispiel Vögel oder Fische. Über die Suchmaske lässt sich aber auch die komplette Website durchsuchen. Die Website widmet sich dem Thema Artenvielfalt und wird von einer Gruppe von Experten und Interessierten gemacht. Ziel des Projektes ist es, eine Sammlung von Texten, Informationen und multimedialen Inhalten zu erstellen, die alle Arten – lebend oder ausgestorben – vorstellt.

Außerdem finden sich viele "kleinere" Bilddatenbanken, die ebenso ihre Inhalte zur freien Nutzung anbieten. Ein Beispiel unter vielen ist Naturspektrum.de. Auf dieser privaten Website finden sich Aufnahmen von Insekten, Reptilien bis hin zu Pilzen. Die Bilder sind frei nutzbar unter Nennung der Quelle.
Ein anderes Beispiel ist BurningWell.org. Auf dieser englischsprachigen Website sind Fotos von Tieren und Landschaften zu finden, die alle unter Public Domain stehen, also "gemeinfrei" sind.
Eine sehr umfassende Linkliste mit verschiedensten Bildquellen gibt es bei Wikipedia.
Wir wünschen viel Spaß beim Stöbern – und freuen uns, wenn Sie weitere Tipps zu Bildquellen für uns haben!
Unsere Serie im Überblick:
Im ersten Teil: Grundlagen des Urheberrechts
Im zweiten Teil: Was sind "gemeinfreie Werke" und Creative Commons-Lizenzen?
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Dieser Text steht unter der Creative Commons-Lizenz CC BY-NC-SA 3.0. Sie dürfen ihn zu allen nicht-kommerziellen Zwecken - also auch für den Unterricht - verwenden und bearbeiten, z.B. kürzen oder umformulieren. www.umwelt-im-unterricht.de muss immer als Quelle genannt werden. Details zu den Bedingungen finden Sie auf der Creative Commons-Website.

