Hintergrund

Vermüllung bedroht die Meere

Müll liegt am Strand, u.a. eine Plastikflasche

Weiterhin landen jedes Jahr Millionen Tonnen Müll im Meer und bedrohen die Meeresökosysteme. Vor allem der Plastikmüll, der teils mehrere Jahrhunderte braucht, um sich vollständig zu zersetzen. Der Müll gelangt unter anderem durch Abwasser, die Schifffahrt und auch Urlauber und Urlauberinnen in die Ozeane. Ein Überblick über die Bedeutung des Meeres als Wirtschafts- und Lebensraum sowie die Gefährdung durch Müll, Ölkatastrophen oder auch Überfischung bei Umwelt im Unterricht.

Die Vermüllung der Meere hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Jedes Jahr landen schätzungsweise 6,4 Millionen Tonnen Plastik im Meer. Wind, Wellen und Strömungen verteilen den Abfall weit über die Ozeane. Plastikmüll ist besonders langlebig und verbreitet sich aufgrund der geringen Dichte über große Distanzen. In den Ozeanen sind sogenannte Müllsammelstellen entstanden. Im Pazifik zum Beispiel findet sich ein Meereswirbel, in dem sich rund drei Millionen Tonnen Plastikmüll auf einer Wasseroberfläche von der Größe Mitteleuropas angereichert haben. Weltweit sind vier weitere Ozean-Müllwirbel bekannt.

Diese Müllstellen im Meer will der 19-jährige Niederländer Boyan Slat endlich beseitigen. Im Rahmen seines Projekts "Ocean Clean Up" will Slat dafür gigantische Filteranlagen bauen, die die Meeresströmung nutzen. (Ein Beitrag des ZDF fasst das Projekt gut zusammen.) Bislang wird Müll meist mit Netzen abgefischt, doch darin verfangen sich auch Meerestiere und der Aufwand ist erheblich. Die geplante Anlage von Slat ähnelt einem V mit zwei langen Armen, die auf dem Wasser aufliegen. Jeder Arm ist 50 Kilometer lang und besteht aus schwimmenden Segmenten. Daran befestigt sind mit Gewichten beschwerte Planen, die ins Wasser ragen. Die Meeresströmung soll das Wasser und damit den Müll quasi in das Maul des Vs treiben – so der Plan. Transportschiffe sollen dann regelmäßig den gesammelten Müll abtransportieren, der recycelt werden soll. Das Team um Boyan Slat rechnet mit Kosten von über 300 Millionen Euro – für eine Filteranlage.

Zurzeit sammelt Boyan Slat im Internet im Rahmen eines Crowdfunding-Projektes Geld. Jede und jeder kann dafür spenden, am Ende soll eine Vielzahl von Geldgebern das Projekt gemeinsam finanzieren. Zwei Millionen Dollar sollen zusammenkommen, um die Technik weiterzuentwickeln und erste Beweise für die Machbarkeit zu sichern.

Die Bedrohung der Meeresökosysteme ist bereits lange bekannt. Unterschiedliche Aspekte spielen hierbei eine Rolle: von Müll im Meer über Ölkatastrophen bis hin zur Überfischung. Eine Reihe von Wochenthemen bei Umwelt im Unterricht decken diese verschiedenen Aspekte ab. 

Plastik: Endstation Meer?

Jedes Jahr landen rund 6,4 Millionen Tonnen Plastik im Meer. Das langlebige Plastik gefährdet zunehmend die Meeresökosysteme: Jährlich verenden mehr als eine Million Seevögel sowie 100.000 Delfine, Wale, Schildkröten und andere Meereslebewesen, weil sie sich in Netzen und anderen Kunststoffteilen verfangen oder weil sie Müllteile für Nahrung halten. Aber wie gelangt der viele Müll ins Meer? Und was lässt sich dagegen tun?

Sekundarstufe: Die Klasse sammelt anhand der Bilderserie Beispiele für Plastikabfälle im Meer. Anschließend diskutieren die Schüler/-innen mittels Leitfragen, woher der Müll stammt. Ihre Ergebnisse dokumentieren sie anhand einer Mindmap und entwickeln Ideen, wie die Belastung durch Plastikabfälle verringert werden kann. Ergänzend finden Schüler/-innen in dem Infotext die wichtigsten Zahlen und Fakten zum Thema. Abschließend stellen die Schüler/-innen ihre Ergebnisse vor und bewerten diese.

Grundschule: Die Klasse bespricht gemeinsam die Bilderserie mit Beispielen für Plastikmüll im Meer. Fragen sind: Was erkennen die Schüler/-innen auf den Fotos? Was haben sie selbst schon einmal am Strand gefunden? Anhand der Checkliste zum Thema überlegen sie, ob bestimmte Aussagen zutreffen. So entwickeln sie auch Lösungsideen zur Abfallvermeidung. Im Anschluss bespricht die Klasse, was die Schüler/-innen selbst tun können, damit weniger Plastikmüll in die Umwelt gelangt.

Zum Thema der Woche "Plastik: Endstation Meer?" (10. Januar 2013)

Ölpest vor Neuseeland – das Meer als Lebens- und Wirtschaftsraum

Im Jahr 2011 lief nach der Havarie eines Containerfrachters vor der Küste Neuseelands Öl ins Meer – eine Katastrophe für die empfindlichen Ökosysteme. Immer wieder kommt es zur Ölverschmutzung infolge von Unfällen von Schiffen oder auf Bohrinseln. Doch das Meer ist nicht nur ein wichtiger Transportweg und Wirtschaftsraum, sondern auch Lebensraum. Die Artenvielfalt der Ozeane und Küsten ist unschätzbar. Auf welche Weisen nutzt der Mensch die Meere? Und wie ist gleichzeitig deren Schutz möglich? Die Materialien sind zeitunabhängig nutzbar. Im Fokus steht nicht die Ölpest von 2011.

Sekundarstufe: Anhand des Rollenspiels setzen sich die Schüler/-innen mit der Bedeutung und Gefährdung der Ozeane auseinander. Als Grundlage dienen Medienberichte, die den Schülern/Schülerinnen Informationen zum Schiffsunglück vor Neuseeland sowie allgemeine Hintergrundinformationen zu anderen Ölkatastrophen, zu Rettungsmaßnahmen sowie der Bedeutung der Meere liefern. Der aktuelle Anlass Neuseeland kann aus den Materialien entfernt werden oder als ein weiteres Bespiel genutzt werden. Die Klasse entwickelt in Gruppen Fragen und Antworten für eine Expertenbefragung als Rollenspiel.

Grundschule: Als Einstieg betrachtet die Klasse gemeinsam die Bildergalerie, die die Auswirkungen von Ölverschmutzungen durch Schiffsunglücke allgemein visualisiert, ebenso die Bedeutung des Schiffsverkehrs. Anschließend diskutieren die Schüler/-innen anhand der Illustration Nutzung und Schutz der Ozeane. Fragen können hierbei sein: Wieso sind Containerschiffe wichtig? Welche Tiere leben im Meer und an der Küste? Was aus dem Meer essen wir? Und welche Auswirkungen hat eine Ölpest?

Zum Thema der Woche "Ölpest vor Neuseeland" (20. Oktober 2011)

Welcher Fisch darf auf den Teller?

Von Fischstäbchen bis Sushi: Fisch ist ein beliebtes Lebensmittel. Doch viele Fischbestände sind bedroht. Im Mittelmeer zum Beispiel sind 93 Prozent der Bestände überfischt, so die EU-Kommission. Wie kommt es dazu? Wie kann Fischerei nachhaltig betrieben werden, und was können Verbraucherinnen und Verbraucher dazu beitragen?

Sekundarstufe: Die Schüler/-innen führen ein Rollenspiel zur Fischerei durch, das die "Tragik der Allmende" und das Prinzip der nachhaltigen Fischerei anschaulich macht. Beim "Fischereispiel" spielen kleine Gruppen die Rolle von Fischfangflotten, die denselben (symbolischen) Fischbestand befischen. Das Spiel verdeutlicht, dass es bei frei verfügbaren erneuerbaren natürlichen Ressourcen zu einer Nutzungskonkurrenz kommen kann. Die Schüler/-innen diskutieren anschließend die Rolle, die verbindliche Regeln für den Schutz von natürlichen Ressourcen spielen.

Grundschule: Die Schüler/-innen lernen anhand von typischen Fischprodukten beliebte Speisefischarten kennen. Sie bringen Verpackungen von Fischprodukten mit in den Unterricht. Ergänzend oder alternativ zeigt die Lehrkraft Motive aus einer Bilderserie zum Thema (unter anderem Beifang, ein Transportflugzeug für Fischprodukte, das MSC-Siegel für nachhaltige Fischerei). Die Schüler/-innen lernen Ursachen dafür kennen, warum Fischbestände bedroht sind. Sie lernen, wie sich Verbraucher/-innen für "umweltfreundliches" Fischessen entscheiden können.

Zum Thema der Woche "Welcher Fisch darf auf den Teller?" (erstellt am 21. Februar 2013, aktualisiert am 18. Mai 2017)

Weiterführende Links

Bundesumweltministerium: Übersichtsseite "Meeresumweltschutz"
http://www.bmub.bund.de/themen/wasser-abfall-boden/meeresumweltschutz/

Umweltbundesamt: Übersichtsseite "Müll im Meer"
http://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/gewaesser/meere/nutzung-belastungen/muell-im-meer

Umweltbundesamt: Grafik "Wie lange braucht der Müll im Meer, um abgebaut zu werden?" (PDF)
http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/419/dokumente/
wie_lange_braucht_der_muell_um_abgebaut_zu_werden.pdf

Naturdetektive.de: Naturschutz im Meer
http://www.naturdetektive.de/natdet-6_10_naturschutz-meer.html

World Wide Fund for Nature (WWF): Unsere Ozeane versinken im Plastikmüll
http://www.wwf.de/themen-projekte/meere-kuesten/unsere-ozeane-versinken-im-plastikmuell/?utm_source=infonewsletter

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