Das "Kunststoff-Prüflabor"

Collage aus verschiedenen Gütesiegeln und Warnhinweisen.
Grundschule

Von der Frischhaltefolie über Spielzeug bis zum Sturzhelm: Anhand von Alltagsprodukten aus Mineralöl und Kunststoff erfahren die Schüler/-innen, welche verschiedenen Anwendungen für Kunststoffe möglich sind und welche Rolle Chemikalien dabei spielen. In Gruppen nehmen die Schüler/-innen die Gegenstände mithilfe eines Protokollbogens selbst "unter die Lupe": Welche Eigenschaften hat das Material? Riecht es? Gibt es Gefahrenhinweise?

Lernziele/Kompetenzen

  • Bedeutung von chemischen Produkten für Alltag und Technik am Beispiel von Kunststoffen einschätzen
  • Eigenschaften verschiedener Kunststoff-Materialien vergleichen und beschreiben
  • Produkte anhand ihrer Kennzeichnungen nach Gefährlichkeit sortieren
  • Eigene Ansprüche an sichere Produkte formulieren
  • gemeinsam mit anderen planen und handeln können
  • weltoffen und neue Perspektiven integrierend Wissen aufbauen
  • Risiken und Gefahren nicht nachhaltigen Handelns analysieren und beurteilen
  • sich und anderen motivieren aktiv zu werden (Einkaufsführer)
  • in Gruppenarbeit handlungsorientiert Thema erarbeiten

Umsetzung

Die Lehrkraft und/oder die Schüler/-innen bringen verschiedene Kunststoff- und Öl-Produkte mit. Sie sollen verdeutlichen, wie chemische Zusätze verschiedenste Anwendungen von Kunststoffen ermöglichen. Geeignet sind zum Beispiel:

  • weiche Plastikfolie (Frischhaltefolie oder Einkaufstüte)
  • Plastikspielzeug (zum Beispiel Bausteine oder eine Puppe)
  • Kunstfaser-Gewebe (zum Beispiel eine Regenjacke),
  • Flüssigkeitsabsorber (eine Windel)
  • Stoß-absorbierende Materialien wie Styropor (Verpackung oder ein Fahrradhelm)
  • reißfestes Seil (Abschleppseil, Hängemattenseil) etc.
  • Zudem sollten Mineralöl (zum Beispiel Lampenöl) und ein mineralölhaltiges Kosmetikprodukt gezeigt werden (zum Beispiel eine Creme mit Paraffin).

Auf einigen der Gegenstände sollten Sicherheitskennzeichen bzw. Warnhinweise zu finden sein: "leicht entflammbar" und/oder "gesundheitsschädlich" auf dem Öl, GS-Prüfsiegel auf dem Spielzeug, Kennzeichnung "PVC-frei" und/oder "phthalatfrei" auf anderen Produkten.

Die Lehrkraft erläutert, dass Kunststoffe aus Erdöl hergestellt werden und dass der Rohstoff in die verschiedensten Formen und Zustände gebracht werden kann. Dabei spielen Chemikalien die entscheidende Rolle, verschiedene Stoffe, die mit dem Rohstoff vermischt werden.

Anschließend wird die Klasse zum "Prüflabor": Die Schüler/-innen "untersuchen" in Gruppen ausgewählte Gegenstände. Sie notieren ihre Eigenschaften (fest, flüssig, giftig, Geruch, ... ) auf einem "Protokollblatt", das zudem einige grundlegende Informationen zu Kunststoffen enthält.

Die Schüler/-innen notieren abschließend auf dem Protokollblatt, ob sie das Produkt "empfehlen" können: Könnte es gefährlich sein – auch für Kinder?

Zum Abschluss bespricht die Klasse die Prüfergebnisse der Gruppen. Die Schüler/-innen überlegen: Was für Konsequenzen würden sie aus den Ergebnissen ziehen? Experten aus den Gruppen können die Ergebnisse berichten, sie werden in einer Wandzeitung gesammelt. Je nach verfügbarer Zeit kann auch ein Einkaufsführer erbarbeitet werden, in den die Ergebnisse und Empfehlungen der Gruppen einfließen.

Erweiterung

  • Der Aspekt der Sicherheit kann vertieft werden; dabei hilft die Bildergalerie mit verschiedenen Labels/Warnhinweisen (Materialien): Was bedeuten die Zeichen? Warum ist der Gegenstand gekennzeichnet? Fehlt eine Information? Die Schüler/-innen können auch ergänzend eigene Kennzeichnungen überlegen und aufzeichnen.
  • Die Schüler/-innen ordnen weitere Produkte (mitgebracht oder Bilder, auch als Arbeitsblatt zum Ausschneiden umsetzbar): Was würden sie kaufen, was nicht? Warum?
  • Zum Kindersicherheitstag am 10. Juni können ein Ratgeber oder Verhaltensregeln erarbeitet werden: Was empfehlen die Gruppen nach ihrer Prüfung – was kennzeichnet gefährliche Produkte und Stoffe, und wie sollten Kinder und Eltern damit umgehen?
  • Selber Kunststoff machen: Der Verband der Kunststoffhersteller bietet Unterrichtsmaterialien sowie einen Probenkoffer an, mit dem einfache Experimente durchgeführt werden können. Die Experimente sind für die Grundschule konzipiert. Hinweis: Der Anbieter ist als Herstellerverband daran interessiert, die positiven Aspekte von Kunststoffen hervorzuheben. Die Experimente eignen sich dennoch für eine ausgewogene Beschäftigung mit dem Gegenstand, wenn sie wie in den Unterrichtsvorschlägen von Umwelt im Unterricht entsprechend eingebunden werden. Über Gefahren durch Kunststoffzusätze und Schadstoffe im Haushalt informiert unter anderem die Umweltorganisation BUND e.V. Eine Broschüre für Kinder, die über Gefahren durch Chemikalien informiert, kann bei der BUND Jugendorganisation bestellt werden.

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Dieser Text steht unter der Creative Commons-Lizenz CC BY-NC-SA 3.0. Sie dürfen ihn zu allen nicht-kommerziellen Zwecken - also auch für den Unterricht - verwenden und bearbeiten, z.B. kürzen oder umformulieren. www.umwelt-im-unterricht.de muss immer als Quelle genannt werden. Details zu den Bedingungen finden Sie auf der Creative Commons-Website.

Informationen und Materialien

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Zielgruppe

Fächer