Jede Art ist wichtig!

Wisent, auch Europäischer Bison genannt
Grundschule

Am Beispiel eher unscheinbarer heimischer Arten des Jahres sammeln die Schüler/-innen Argumente für den Schutz von einzelnen Tier- und Pflanzenarten. Im Mittelpunkt des Unterrichts steht ein kurzes pantomimisches Spiel. Die Schüler/-innen vollziehen dabei spielerisch nach, was das Verschwinden einzelner Arten für das Ökosystem bedeutet.

Kompetenzen und Ziele

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erörtern am Beispiel bekannter und unbekannter heimischer Arten wie den Arten des Jahres die Bedeutung des Artenschutzes,
  • lernen die Bedeutung des Begriffes Ökosystem kennen,
  • stärken ihre Sozialkompetenz durch ein pantomimisches Spiel zu Tierarten im Ökosystem am Beispiel der Nahrungskette im Ökosystem Feuchtgebiet,
  • beschreiben Zusammenhänge zwischen Lebensräumen von Tieren und Pflanzen und menschlichen Einflüssen,
  • schärfen ihre Urteilskompetenz durch das Benennen wichtiger Bedürfnisse von Tier- und Pflanzenarten aus Sicht des Artenschutzes. 

Umsetzung

Zum Einstieg zeigt die Lehrkraft eine Bilderserie mit Tier- und Pflanzenarten, die sehr unterschiedlich wirken. Neben "sympathisch" anmutenden Arten wie Wildkatze und Waldkauz sind auch Arten enthalten, die auf manche Menschen uninteressant oder sogar abstoßend wirken, wie Flechten oder Schnecken. 

Die Lehrkraft fordert die Klasse auf, gemeinsam zu überlegen:

  • Um welche Arten handelt es sich? Kennt ihr die Tiere und Pflanzen?
  • Was könnten diese Arten gemeinsam haben? 

(Lösung: Die Arten sind oder waren alle Arten des Jahres).

Die Lehrkraft erläutert kurz, dass es Kampagnen zur Natur des Jahres gibt. Sie dienen dazu, Arten bekannt zu machen. Damit soll auf die Bedrohung von Arten aufmerksam gemacht und für den Artenschutz geworben werden (Informationen dazu siehe Hintergrundtext).

Im folgenden Unterrichtsgespräch werden die eigene Wahrnehmung der Schüler/-innen und die Idee der Arten des Jahres thematisiert, um zu Gründen für den Artenschutz überzuleiten:

  • Wie viel wisst ihr darüber, wie diese Tiere leben – kennt ihr euch gut mit ihnen aus?
  • Wie "gefallen" euch diese Tiere?
  • Könnt ihr euch vorstellen, warum ausgerechnet diese Tiere gewählt wurden?
  • Soll man ein hässliches Tier auch schützen?
  • Soll man ein Tier schützen, auch wenn nicht klar ist, welchen Nutzen es hat?
  • Wenn ja, warum?

Die Ergebnisse werden für alle sichtbar notiert, zum Beispiel an der Tafel. Als wichtigste Ergebnisse werden festgehalten:

  • Viele heimische Tier- und Pflanzenarten sind den meisten Menschen kaum bekannt, manche wirken uninteressant oder sogar abstoßend.
  • Andere Arten wirken interessant, sehr ansprechend oder "sympathisch".

Die Lehrkraft kündigt an, dass es im Folgenden weiter um die Frage geht, warum alle Arten schützenswert sind. Sie liest die in den Materialien enthaltene kurze Geschichte zu den Beziehungen der Arten in einem Feuchtgebiet vor, in der die Schüler/-innen pantomimisch kleine Rollen übernehmen. Sie vollziehen auf diese Weise aktiv nach, wie die einzelnen Arten voneinander abhängen. Gegebenenfalls wird vorab der Begriff Feuchtgebiet geklärt (Informationen im Hintergrundtext zum Thema der Woche Moore sind vielgestaltige Klimaschützer).

Zudem wird die Vorlesegeschichte ergänzt, um einen möglichen Eindruck der Ausweglosigkeit zu vermeiden: Die Lehrkraft weist darauf hin, dass man bereits vielerorts erkannt hat, dass Auengebiete geschützt werden müssen (zum Beispiel werden Flussauen zunehmend "renaturiert" und Deiche zurückgesetzt).

Abschließend überlegt die Klasse gemeinsam, was diese Geschichte gezeigt hat. Die Schüler/-innen werden aufgefordert, erneut die Einstiegsfragen zu beantworten:

  • Sollten Menschen auch Tiere schützen, die unscheinbar sind?
  • Und was ist mit Tieren, bei denen nicht erkennbar ist, ob sie den Menschen nutzen?
  • Wie würden die einzelnen Arten aus der Geschichte diese Fragen beantworten? Welche Argumente würden sie äußern?

Als wichtigstes Ergebnis wird festgehalten:

  • Im Beziehungsgeflecht von Ökosystemen sind alle Arten wichtig und schützenswert, denn sie sind voneinander abhängig.

In einer abschließenden "Blitzlicht"-Runde können die Schüler/-innen aus der Sicht ihrer Rollen in der Geschichte den Satz ergänzen: "Ich bin wichtig, weil …"

Erweiterung

  • Die Schüler/-innen sammeln Ideen, mit welchen Aktionen man auf die Bedeutung und den Schutz von bedrohten Arten aufmerksam machen könnte. Sie entwerfen zum Beispiel in der Kleingruppe Plakataktionen oder Zeitungsartikel für eine Art ihrer Wahl. Steckbriefe einzelner Arten finden sich unter anderem bei den Naturdetektiven im Lexikon oder bei Najuversum. Eine Übersicht zur jeweils aktuellen Natur des Jahres findet sich auf der Internetseite des NABU.
  • Das Thema Artenvielfalt sollte möglichst mit eigenen Beobachtungen in der Natur verbunden werden. In Schutzgebieten werden in der Regel Führungen für Schulklassen angeboten. Doch auch im unmittelbaren Umfeld der Schule können Entdeckungen gemacht werden, zum Beispiel am Schulteich. Eine große Bandbreite von Ideen nennt das Bundesamt für Naturschutz in der Broschüre "NaturDetektive entdecken die Biologische Vielfalt. Projektideen für Kinder im Vorschul- und Grundschulalter".
  • Weitere umfangreiche Arbeitsmaterialien bietet der Bildungsservice des Bundesumweltministeriums im Heft "Biologische Vielfalt".

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Informationen und Materialien

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11.01.2018 | Ökosysteme und biologische Vielfalt

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Die Schüler/-innen hören einen Vorlesetext über die Beziehungen der Arten in einer Auenlandschaft. Sie spielen die Geschichte lebendig nach – und erfahren so, warum alle Arten in einem Ökosystem wichtig sind.

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