Unterrichtsvorschlag: "Grüne Berufe" haben Zukunft

26. April 2012
Brennstoffzelle wird in einen silberfarbenen Roller eingebaut.

In Deutschland haben knapp zwei Millionen Menschen "Green Jobs". Sie arbeiten in der Umwelttechnologie und -wirtschaft. Die Klasse steigt in den Themenbereich "grüne Technologien" über Bildmotive ein. Die Fotos werden als stummer Impuls gezeigt und die Schüler/-innen diskutieren darüber. Im Anschluss vertiefen sie anhand eines Rollenspiels Berufsperspektiven sowie mögliche Produktentwicklungen im Bereich "grüne Technologien".

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Unterrichtsvorschlag

Lernziele

• den Begriff "GreenTec"/"grüne Technologie" sowie Umwelttechnologie kennenlernen

• Aufgaben und Berufe im Bereich "GreenTec" handlungsorientiert und selbstständig erarbeiten

• Wissen zu einzelnen Themenbereichen wie Erneuerbare Energien, Nachhaltige Mobilität und andere aufbauen

• gemeinsam mit anderen planen und handeln können

Umsetzung

Die Lehrkraft erzählt von der Hannover Messe und der Teilmesse "Industrial GreenTec" (Informationen dazu finden sich im Hintergrund. Als Einstieg in das Thema "grüne Technologien" dienen Bilder von Produkten und Berufen als stummer Impuls. Die Bildergalerie zeigt Fotos, wie zum Beispiel die Wartung einer Windkraftanlage oder die Installation einer Photovoltaikanlage. Die Klasse betrachtet die Bilder und sammelt mithilfe der Methode Blitzlicht erste Meinungen und Ideen zum Thema. Hierbei gibt reihum jeder Schüler/jede Schülerin ein kurzes Statement ab. Um die Situation aufzulockern, setzt sich die Klasse in einen Stuhlkreis und wirft sich einen Ball zu: Wer ihn fängt, gibt das nächste Statement ab. Für das Blitzlicht kann die Lehrkraft folgende Fragen vorgeben: Was ist "GreenTec", also "grüne Technologie"? Wieso gibt es "GreenTec"? Welche Berufe sind in dem Bereich entstanden? Die Methode hilft, die Vorkenntnisse der Schüler/-innen zu sammeln.

Im Anschluss vertiefen die Schüler/-innen das Thema anhand eines Rollenspiels: Sie sind Aussteller auf der Messe und präsentieren bei einem Messepodium/einer Messekonferenz verschiedene Berufe und Produkte aus dem Bereich "GreenTec". Dafür teilen sich die Schüler/-innen zunächst in Gruppen auf und erarbeiten Informationen aus Medienberichten. Möglich ist auch eine Internetrecherche in Kleingruppen. Danach präsentieren die Gruppen „ihren Beruf“ oder „ihr Produkt“: Wie lässt sich der Beruf/das Produkt beschreiben? Was macht ihn/es besonders? In den Materialien finden sich Fragen als Leitfaden für die Präsentation. Ergänzend kann ein Schüler/eine Schülerin die Moderation des Podiums übernehmen. Ebenso sind Fragen aus dem „Publikum“, also der Klasse, möglich. Hierbei ist es sinnvoll, vorab Gesprächsregeln festzulegen. Als Erweiterung des Rollenspiels oder Abänderung können die Schüler/-innen ihre Ergebnisse auch auf Plakaten festhalten anhand von kurzen Texten und ergänzend Fotos recherchieren. Die Plakate werden im Klassenraum aufgestellt, sie stehen für verschiedene Messestände wie zum Beispiel auf der Hannover Messe. Die Schüler/-innen besuchen in Kleingruppen – quasi als ausländische Delegationen der Messe – die einzelnen "Messestände" und schauen sich die Plakate an. Sie machen sich Notizen und notieren sich Fragen, die sie im Anschluss vor der Klasse präsentieren.

Nach dem Rollenspiel bewerten die Schüler/-innen die Ergebnisse. Was zeichnet den Bereich "GreenTec" aus, und wieso ist er wichtig für den Umwelt- und Klimaschutz? Welche Berufe finden die Schüler/-innen besonders interessant? Können sie sich vorstellen, in diesem Bereich später zu arbeiten?

Falls noch Zeit bleibt, bietet sich die Methode Blitzlicht auch zur Evaluation des Unterrichts an. Dabei gibt jeder Schüler/jede Schülerin ein kurzes Statement zum Unterricht ab. Was habe ich gelernt? Was war interessant, was war langweilig?

Erweiterung

• Als Einstieg bietet sich auch eine Ausstellung zum Thema an. Hierfür bereitet die Lehrkraft etwa vier Plakate vor, auf denen sich jeweils zu einem Produkt oder Beruf aus dem Bereich "GreenTec" Informationen finden: Möglich sind Bilder und Kurztexte (auch aus Medienberichten). Die Plakate werden im Klassenraum aufgestellt, sie stehen für verschiedene Messestände. Die Schüler/-innen besuchen in Kleingruppen – quasi als ausländische Delegationen auf der Messe – die einzelnen "Messestände" und schauen sich die Plakate an. Sie machen sich Notizen zu den Ständen und notieren sich Fragen. Im Anschluss fassen die Schüler/-innen zusammen, welche Produkte und Berufe sie kennengelernt haben und was diese auszeichnet. Außerdem stellen sie ihre Fragen, falls welche offen geblieben sind.

• Speziell zum Thema Erneuerbare Energien bieten die BMU-Materialien "Erneuerbare Energien" zahlreiche Info- und Arbeitsblätter. Das Kapitel "Energieforschung" bietet Informationen zu Experimenten, zum Beispiel dem Bau eines Solarkochers oder Versuche mit Solarzellen. Auch solch ein Experiment kann als Einstieg in das Thema dienen.

• Möglich ist es, einen Fachmann/eine Fachfrau aus dem Bereich "GreenTec" in den Unterricht einzuladen, der/die seinen Beruf vorstellt und Fragen beantwortet.

• Auch der Besuch eines Unternehmens aus dem Bereich "GreenTec" bietet sich an, zum Beispiel die Produktion von Rotoren für Windkraftanlagen oder Photovoltaikpanelen.

• Das Umweltbundesamt stellt im Rahmen seines "Green Radio" Podcasts zum Nachhören zur Verfügung. Einer der Beiträge ist zum Thema "Green Consulting: Wie können Unternehmen grüner werden?". Im Interview mit Peter Jahns von der Effizienz-Agentur NRW wird erklärt, wie man tatsächlich umweltfreundlich und ressourcenschonend produzieren kann und dass "Green Washing" – also PR ohne wirkliches Umdenken – keine Lösung ist. "Green Radio" entsteht in Kooperation mit dem Internetradio Detektor.FM, das eine jüngere Zielgruppe anspricht.

• Das Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) hat mit Unterstützung des Umweltbundesamts einen Kurzfilmwettbewerb für Jugendliche veranstaltet. Die Gewinner vom Green ITube-Wettbewerb "Sense of Vision: Green IT" sind auf YouTube zu sehen. Der Schwerpunkt liegt hier auf dem Bereich "grüne Informationstechnologie".

 

 

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Dieser Text steht unter der Creative Commons-Lizenz CC BY-NC-SA 3.0. Sie dürfen ihn zu allen nicht-kommerziellen Zwecken - also auch für den Unterricht - verwenden und bearbeiten, z.B. kürzen oder umformulieren. www.umwelt-im-unterricht.de muss immer als Quelle genannt werden. Details zu den Bedingungen finden Sie auf der Creative Commons-Website.

Medien & Materialien

Arbeiter kontrolliert eine fast fertige Solarzelle in einer Werkshalle.

In einem Rollenspiel stellen die Schüler/-innen auf einem Messepodium oder einer Messekonferenz verschiedene Berufe oder Produkte vor. Dafür bieten die Materialien Ausschnitte aus Medienberichten und Fragen, die bei der Präsentation helfen können. Ein Schüler/eine Schülerin kann die Moderation des Messepodiums übernehmen. Auch Fragen aus dem Publikum - also der Klasse - sind möglich.

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Graues Haus: An der Fassade und auf dem Dach sind Luftkollektoren angebracht.

Anhand von vier Motiven wird der Einstieg in das Thema "grüne Technologien" möglich. Die Bilder können als stummer Impuls gezeigt werden. Im Anschluss diskutieren die Schüler/-innen, was "grüne Technologien" sind. Welche Berufe und Produkte lassen sich in diesem Bereich finden, und wie wirken sich diese auf den Umwelt- und Klimaschutz aus?

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Hintergrund

Zapfsäule für Bio-Desel; im Hintergrund eine Straße.

Die deutsche Wirtschaft produziert immer effizienter: So stieg in den letzten zwanzig Jahren die Energieproduktivität hierzulande um gut 38 Prozent. Denn: Energieeffizienz, Ressourcenschonung und Klimaschutz spielen bei industriellen Prozessen zunehmend eine Rolle. Umwelttechnologien, auch als "grüne Technologien" bekannt, sollen dabei helfen. Welche Bereiche umfassen Umwelttechnologien? Welche Berufs- und Studienperspektiven ergeben sich? Und welche Auswirkungen hat die "grüne Wirtschaft" für Umwelt und Klima?

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