Kaufen oder benutzen?

Fassade eines Secondhand-Ladens
Grundschule

Die Schüler/-innen reflektieren ihr eigenes Konsumverhalten anhand der Idee, Gebrauchsgüter gemeinsam zu nutzen. Mithilfe von Symbolbildern werden Folgen des individuellen Konsums veranschaulicht sowie Möglichkeiten und Grenzen des Teilens erarbeitet. Die Grundidee der "Shareconomy" kann in einem eigenen praktischen Projekt in der Schule oder Nachbarschaft erprobt werden.

Lernziele

Die Schüler/-innen

  • reflektieren anhand von Beispielen der "Shareconomy" bzw. des kollaborativen Konsums ihre eigenen Konsumbedürfnisse;
  • bewerten Umweltauswirkungen ihres Konsumverhaltens;
  • erarbeiten alternative Konsummöglichkeiten;
  • entwickeln Gestaltungskompetenz, indem sie das Erarbeitete in einem eigenen Projekt umsetzen.

Umsetzung

Die Schüler/-innen visualisieren mithilfe illustrierter Arbeitsmaterialien das Prinzip und zentrale Auswirkungen des Teilens von Konsumgütern. Bei den Arbeitsmaterialien handelt es sich um Zeichnungen einzelner Gegenstände (zum Beispiel einer Spielkonsole), von Personen sowie von verschiedenen Rohstoffen und Auswirkungen auf die Umwelt. Die Illustrationen sollten auf Blätter im Format A4 gedruckt werden, damit die gemeinsame Betrachtung in der Klasse möglich ist. (Gegebenenfalls können die Ausdrucke mit Kollegen "geteilt" und auch in anderen Klassen verwendet werden.)

Zum Einstieg führt die Lehrkraft eine Umfrage in der Klasse durch: "Wer/wessen Familie besitzt bestimmte Gegenstände?" Dabei werden die entsprechenden Karten aus den Materialien gezeigt.

Zudem fragt die Lehrkraft: "Wie oft werden die Gegenstände genutzt? Wer hat Gegenstände, die nicht mehr genutzt werden? Wenn ihr etwas Neues haben wollt, woher bekommt ihr es dann? Was passiert, wenn die Gegenstände nicht mehr gebraucht werden? Wer kennt Beispiele für das Teilen (Carsharing, leihen bei den Nachbarn)?

Anschließend erarbeitet die Klasse gemeinsam mithilfe der Illustrationen, welche Folgen intensiver Konsum haben kann und welche Alternativen es gibt.

Die Lehrkraft heftet die Karten, die Personen visualisieren, mit ausreichendem Abstand zueinander an die Wand (ggf. auch Tafel oder Moderationswand):

  • "Stellen wir uns vor, jede dieser Personen kauft sich die Dinge, die wir eben besprochen haben, neu: eine Spielkonsole etc." (Heftet über jede Person waagerecht jeweils die vier Gegenstände.)

Abbildung 1 : Den Personen werden Gegenstände zugeordnet.

  • "Dafür müssen wir wissen: Woraus bestehen diese Gegenstände? Was passiert bei der Herstellung?"

(Die Gegenstände werden einzeln besprochen, die entsprechenden Karten senkrecht darüber bei allen vier Personen angebracht. Hinweis: Manche Rohstoffsymbole und Umweltfolgen müssen mehrfach ausgedruckt werden, da sie mehreren Gegenständen zugeordnet werden. Details: siehe Arbeitsmaterialien)

Abbildung 2: Rohstoffe und Umweltfolgen werden mit weiteren Karten symbolisiert.

Eine Übersicht über alle Karten, die Informationen zu Rohstoffen und Umweltfolgen sowie die Vorlagen für großformatige Ausdrucke finden sich in den Arbeitsmaterialien.

Die Klasse überlegt gemeinsam, was die Personen tun könnten, damit die Umweltauswirkungen geringer werden. Die Gegenstände werden wieder einzeln in den Blick genommen: Muss zum Beispiel jede/-r eine Spielkonsole besitzen? Eine mögliche Antwort ist: Es würde reichen, wenn sich mehrere Personen eine teilen. Die entsprechenden Symbolkarten werden dann abgenommen, die Karten ggf. neu angeordnet.

Zum Abschluss wird das Tauschprinzip für verschiedene Gegenstände gemeinsam bewertet:

  • Was sind die Vorteile? (Spart Geld gegenüber Neukauf, negative Umweltfolgen und Ressourcenverbrauch geringer)
  • Was könnten Nachteile sein? (Tauschen und Teilen könnte in manchen Fällen schwierig zu organisieren sein, manche Gegenstände sind zu privat, Gegenstände sind schneller abgenutzt, Hersteller verdienen weniger Geld)
  • Bei welchen Gegenständen wäre das Teilen/Tauschen besonders einfach/lohnenswert

Erweiterungen

  • Das Animationsvideo der Verleih- und Schenkplattform www.gnibble.com erklärt das Prinzip und die Vorteile sehr anschaulich und kann ergänzend gezeigt werden. Das Video ist zwar zurückhaltend, aber dennoch ein Werbemittel – das sollte berücksichtigt werden; mögliche Nachteile/Hindernisse des Tauschens sollten zusätzlich explizit angesprochen werden.
  • Die Schüler/-innen untersuchen in Kleingruppen ausgewählte Internetplattformen für das Tauschen oder Teilen, zum Beispiel www.kleiderkreisel.de oder www.wir.de (siehe auch Linkliste in den Arbeitsmaterialien). Dafür sollten Leitfragen vorgegeben werden, zum Beispiel: Was wird angeboten? An wen richtet sich das Angebot? Wie nützlich finden es die Schüler/-innen? Die Schüler/-innen wenden zudem die erarbeiteten Erkenntnisse an: Was sind die Vor- und Nachteile aus Sicht der Umwelt und der Tauschenden/Teilenden?
  • Die Schüler/-innen entwickeln auf der Grundlage der erarbeiteten Ergebnisse ein eigenes Projekt, zum Beispiel eine Tauschbörse oder ein Tauschraum in der Schule oder deren Nachbarschaft. Anregungen finden sich zum Beispiel unter www.klamottentausch.net und www.umsonstladen.de. Bereits ein einfaches Regal kann als Plattform für den Büchertausch dienen. Das Projekt sollte über einen längeren Zeitraum gepflegt werden; die Erfahrungen aus der Praxis sollten reflektiert werden: Wie gehen die Nutzer mit dem Angebot um? Welche Regeln sind nötig, damit das Angebot langfristig funktioniert?

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Dieser Text steht unter der Creative Commons-Lizenz CC BY-NC-SA 3.0. Sie dürfen ihn zu allen nicht-kommerziellen Zwecken - also auch für den Unterricht - verwenden und bearbeiten, z.B. kürzen oder umformulieren. www.umwelt-im-unterricht.de muss immer als Quelle genannt werden. Details zu den Bedingungen finden Sie auf der Creative Commons-Website.

Informationen und Materialien

Hintergrund (1)

Illustration; zwei  blaue Personen, die über grüne Pfeilen in Verbindung stehen.
Hintergrund
06.03.2013 | Wirtschaft und Konsum | Ressourcen

"Teilen ist das neue Haben": Unter diesem Motto berichten viele Medien über einen neuen Trend, weg vom individuellen Besitz hin zum gemeinsamen Konsum. Dafür werden die Begriffe "Shareconomy" oder "Ko-Konsum" verwendet. Das vom Carsharing bekannte Prinzip wird dabei mithilfe von Smartphones und sozialen Netzwerken auf andere Gebrauchsgüter übertragen. Welche Lösungen bietet das Teilen für ökologische Probleme? Welche wirtschaftlichen und sozialen Folgen ergeben sich daraus, und wo liegen Hürden?

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Arbeitsmaterialien (2)

Ausschnitt aus den Arbeitsmaterialien
Arbeitsmaterial
06.03.2013 | Wirtschaft und Konsum | Ressourcen
Grundschule

Das Arbeitsmaterial enthält die Illustrationen zum Unterrichtsvorschlag "Kaufen oder benutzen?" Symbole zeigen Personen, Konsumgüter, Rohstoffe und Umweltwirkungen. Mithilfe der Symbolkarten können Folgen des Konsums sowie das Prinzip der gemeinsamen Nutzung von Gebrauchsgütern visualisiert werden.

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Für Carsharing reservierter Parkplatz
Arbeitsmaterial
06.03.2013 | Wirtschaft und Konsum | Ressourcen
Sekundarstufe, Grundschule

Vom Abendkleid über Bücher bis hin zu Lebensmitteln: Das Arbeitsmaterial bietet einen Überblick über Online-Plattformen zum Tauschen, Teilen und Verschenken.

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Zielgruppe