Unterrichtsvorschlag: Konzeption einer nachhaltigen Geschäftsidee

09. August 2012
Mit Samen gefüllte Blechdosen - das Produkt einer Schülerfirma

Sekundarstufe: Konzeption einer nachhaltigen Geschäftsidee

Zeitbedarf:

Mithilfe der Persona-Methode aus dem Marketing entwickeln die Schüler und Schülerinnen gemeinsam eine Geschäftsidee. In Gruppen reflektieren sie den Markt, sammeln Ideen für Produkte der Firma und stimmen diese mit den Bedürfnissen ihrer möglichen Zielgruppen ab. Abschließend disktuieren sie im Plenum Möglichkeiten der Umsetzung und Aspekte der Nachhaltigkeit.

Gehört zu:

  •  Unterrichtsvorschlag 
  •  Medien & Materialien 
  •  Hintergrund 

Unterrichtsvorschlag

Lernziele

Die Schüler/-innen

  • entwickeln eine Geschäftsidee
  • vergleichen den Markt im Umfeld ihrer Geschäftsidee und setzen diese zu ihrem eigenen Konsumverhalten in Beziehung
  • können den Begriff der Nachhaltigkeit erläutern
  • setzen Angebote mit den drei Säulen der Nachhaltigkeit in Beziehung

Umsetzung

Mithilfe einer Methode aus dem Marketing entwerfen die Schüler/-innen das Angebot einer Schülerfirma. Dabei setzen sie sich mit dem Markt für ihre Geschäftsidee, ihren eigenen Bedürfnissen und denen ihrer Mitschüler/-innen auseinander. Sie sammeln Ideen, was verbessert werden könnte – und was eine Schülerfirma leisten könnte. Im Mittelpunkt kann zum Beispiel das Thema Verpflegung stehen: Was essen und trinken die Schüler/-innen in der Schule? Gibt es einen Schulkiosk oder eine Cafeteria? Sind die Schüler/-innen mit dem Angebot zufrieden? (Andere Schwerpunkte sind möglich, siehe Erweiterungen).

Der Einstieg richtet sich nach den jeweiligen Gegebenheiten an der Schule sowie nach dem inhaltlichen Rahmen: Ist eine Schülerfirma geplant? Gibt es bereits Vorüberlegungen? Gegebenenfalls können zum Einstieg anhand von Dokumentationen aus dem Internet Beispiele für Schülerfirmen diskutiert werden.

Um systematisch Ideen zu sammeln, versetzen sich die Schüler/-innen in verschiedene Personen, die für einzelne Gruppen an der Schule und deren Bedürfnisse stehen - und die Kunden einer Schülerfirma sein könnten. Diese sogenannte Persona-Methode wird auch im Marketing angewendet. Mögliche Gruppen sind in diesem Fall : ältere Schüler mit Nachmittagsunterricht, jüngere Schüler/-innen mit wenig Taschengeld, Lehrkräfte etc. Die Klasse überlegt gemeinsam, welche Personengruppen es gibt. Die Ideen und die wichtigsten Merkmale der Gruppen werden an der Tafel/am Smartboard notiert.

Im Anschluss überlegen die Schüler/-innen in Gruppen, was möglichen Kundinnen und Kunden brauchen könnten – und was man ihnen "verkaufen" könnte. Dabei helfen die Materialien.

Zum Abschluss stellen die Kleingruppen ihre Ergebnisse vor. Sie werden an der Tafel bzw. am Smartboard gesammelt. Das kann zum Beispiel in Form einer Mindmap geschehen. Die Klasse diskutiert gemeinsam Szenarien, um die Machbarkeit bzw. den Sinn der Ideen zu prüfen: Was wäre, wenn das Angebot umgesetzt würde? Was wäre, wenn es sehr erfolgreich wäre? In der Diskussion bezieht die Lehrkraft auch die Dimensionen der Nachhaltigkeit ein: Ist das Angebot umweltfreundlich? Ist es sozial ausgewogen – können es sich zum Beispiel alle leisten? Die Ergebnisse an der Tafel werden entsprechend bewertet.

Erweiterung

  • Die skizzierte Unterrichtsidee eignet sich vor allem zur Vorbereitung der Gründung einer Schülerfirma im Bereich  Verpflegung/Ernährung. Die beschriebene Methode lässt sich auch in andere Zusammenhänge übertragen und zum Beispiel mit dem Unterrichtsthema "Werbung" verbinden. Alternativ kann sie auch im Rahmen einer AG zur Schulgestaltung umgesetzt werden.
  • Es empfiehlt sich, den Begriff der Nachhaltigkeit in einer weiteren Einheit zu thematisieren sowie das Thema Ernährung zu vertiefen.
  • Schülerfirmen können nicht nur im Bereich der Verpflegung/Ernährung aktiv werden, manche verkaufen auch Unterrichtsbedarf wie zum Beispiel Schulhefte. Es gibt aber auch Firmen, die von den Schülern selbst hergestellte Produkte wie Kleidung oder kunsthandwerkliche Gegenstände vertreiben  - ebenso wie Firmen, die beratend tätig sind wie Reisebüros oder Werbeagenturen.

----

Dieser Text steht unter der Creative Commons-Lizenz CC BY-NC-SA 3.0. Sie dürfen ihn zu allen nicht-kommerziellen Zwecken - also auch für den Unterricht - verwenden und bearbeiten, z.B. kürzen oder umformulieren. www.umwelt-im-unterricht.de muss immer als Quelle genannt werden. Details zu den Bedingungen finden Sie auf der Creative Commons-Website.

Medien & Materialien

Mädchen schreibt auf eine Flip-Chart.

Auch für Schülerfirmen gilt: Eine Geschäftsidee kann nur erfolgreich sein, wenn es dafür auch Kundinnen und Kunden gibt. Marketing-Fachleute stellen sich daher vor, wie diese sich verhalten würden. Die Methode wird "Persona"-Methode genannt. Sie kann auch dabei helfen, ein Gebäude zu gestalten oder Produkte wie etwa Werkzeuge zu entwerfen. Die Materialien erklären die Methode Schritt für Schritt.

Mehr

Hintergrund

Schülertafel mit der Aufschrift -Wir gründen ein Unternehmen!

Sie produzieren Seifen, handeln mit Tee, organisieren das Catering an ihrer Schule oder machen alte Fahrräder wieder flott – das Spektrum der Produkte und Dienstleistungen, die Schüler/-innen in eigenen Unternehmen herstellen oder anbieten ist groß. Was aber sind Schülerfirmen genau? Welche rechtlichen Aspekte sind bei der Gründung zu beachten? Und: Wie lässt sich Nachhaltigkeit zum Teil der Geschäftsidee machen?

Mehr