Unterrichtsvorschlag: Lautstärke richtig wählen

19. April 2012
Ein weißer Schallpegelmesser wird von einem Mitarbeiter der Navy hochgehalten.

Sekundarstufe: Lautstärke richtig wählen

Zeitbedarf:

Die Menschheit wird mobiler, jedoch bringt dies auch Lärm mit sich – auf den Straßen, den Bahntrassen und in der Luft. Die Schüler/-innen besprechen, was sie selbst als laut empfinden und welche gesundheitlichen Folgen Lärm hat. Im Rahmen eines Rollenspiels finden sie Argumente für Lärmminderung.

Gehört zu:

Thema der Woche:
  •  Unterrichtsvorschlag 
  •  Medien & Materialien 
  •  Hintergrund 

Unterrichtsvorschlag

Lernziele

• Lärmquellen bestimmen und Möglichkeiten zur Beurteilung von Lärm kennenlernen

• Auswirkungen von Lärm auf den Menschen erarbeiten

• Möglichkeiten zur Lärmminderung erarbeiten

• Gemeinsam planen und handeln können

• Komplexe Interessenlagen berücksichtigen und an kollektiven Entscheidungsprozessen teilhaben können

Umsetzung

Als Einstieg erzählt die Lehrkraft, dass am 25. April der "Tag gegen Lärm" stattfindet und gibt Informationen dazu (mehr dazu findet sich im Hintergrund). Die Lehrkraft fragt, warum es einen solchen Tag überhaupt gibt. Was verstehen die Schüler/-innen unter Lärm? Was empfinden sie als laut und was als leise? Gibt es Lärmquellen, die sie stören? Ist es manchmal zu laut im Klassenraum? Welcher Lärm stört die Eltern und Familien? Was empfindet die Lehrkraft als Lärm?

Zur Sammlung der Diskussionsbeiträge werden die Begriffe an der Tafel gesammelt, und zwar anhand eines Baumdiagramms: Das heißt, Begriffe wie Straßenlärm oder Musikhören werden entsprechend ihrer Lautstärke geordnet. Damit entsteht eine Hierarchie der Lärmquellen.

Ergänzend erklärt die Lehrkraft, wie Lärm gemessen wird, welche gesetzlichen Regelungen es gibt und welche gesundheitlichen Folgen Lärm beim Menschen hervorrufen kann (Informationen hierzu finden sich im Hintergrund).

Die Schüler/-innen vertiefen das Thema anhand eines Rollenspiels: An einem "runden Tisch" werden die unterschiedlichen Interessen in einer Diskussion über Lärm in der Nähe eines Flughafens deutlich und es wird eine Lösung gesucht. Zu Wort kommen Anwohner, Flughafenbetreiber, Flughafenangestellte, Reiseveranstalter und Fluggäste. Die Schüler/-innen teilen sich dafür zunächst in Gruppen auf und sammeln Argumente für die jeweilige Position. Falls nötig, können sie in einem zweiten Schritt auch auf Informationen aus Medienberichten zurückgreifen. Anstatt eines "runden Tisches" ist aber auch eine (TV-)Diskussionsrunde à la Günther Jauch möglich. Einer der Schüler/-innen übernimmt dabei die Moderation und aus dem "Publikum" sind Fragen zugelassen. Hierbei ist es sinnvoll, vorab Diskussionsregeln festzulegen.

Im Anschluss an das Rollenspiel bewerten die Schüler/-innen die Ergebnisse. Wie komplex ist die Interessenlage, und welche Lösungen gibt es? Wie kann Lärm insgesamt verringert werden, und wie können die Schüler/-innen selbst in ihrem Alltag Lärm vermeiden?

Erweiterung 

  • Falls noch Zeit bleibt bietet sich als Abschluss eine Art Quizshow an, um die gelernten Inhalte zu vertiefen. Die Klasse teilt sich in Gruppen von drei bis vier Schülern/Schülerinnen. Jede Gruppe sammelt auf Karten vier bis fünf Fragen plus Antworten, die den gelernten Stoff zum Inhalt haben (zum Beispiel: Welche gesundheitlichen Folgen hat Lärm? In welcher Einheit wird Lärm gemessen?). Nach dem Sammeln der Fragen wird einer/eine aus der Gruppe zum Quizmaster/zur Quizmasterin gewählt. Danach wechseln die Quizmaster reihum zur nächsten Gruppe und stellen jeweils die Fragen, die ihre Gruppe gesammelt hat. Je nach Zeitbudget können die Quizmaster alle Gruppen befragen oder nur ein paar. Zum Abschluss fassen die Quizmaster für das "Publikum" – die Schülerinnen und Schüler – zusammen, wie viele Fragen richtig beantwortet wurden.
  • Die BMU-Materialien "Umwelt und Gesundheit" bieten im Kapitel "Voll auf die Ohren" zahlreiche Info- sowie Arbeitsblätter zum Thema an. Unter anderem findet sich die Vorlage für ein Geräuschprotokoll (Seite 16). Dieses können die Schüler/-innen in den Tagen vor der Unterrichtseinheit als Vorbereitung ausfüllen, es kann dann als Einstieg dienen oder nach der Unterrichtseinheit zur Vertiefung. Auch eine Umfrage zum Thema Lärm bietet sich an, hierfür findet sich ein Leitfaden für die Klasse (Seite 18).
  • Die Klasse unternimmt eine Exkursion, um Lärm auf dem und rund um das Schulgelände mit einem Aufnahmegerät festzuhalten. Ebenso können die Geräuschquellen direkt mit einem Schallpegelmesser, falls an der Schule vorhanden, gemessen werden. Ergänzend können auf einer Umgebungskarte die Orte, an denen Geräusche aufgenommen wurden, oder auch die Ergebnisse der Schallpegelmessungen eingetragen werden.

 

 

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Medien & Materialien

Startendes Flugzeug; im Hintergrund Himmel.

In einem Rollenspiel setzen sich die Schüler und Schülerinnen mit Fluglärm auseinander. Welche Argumente und Positionen haben die Anwohnerinnen und Anwohner, die Flughafenbetreiber oder die Reiseveranstalter? Das Material stellt Ausschnitte aus verschiedenen Medienberichten zum Thema zusammen.

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Hintergrund

Mehrere graue Nebelhörner, die gemeinsam verschaltet sind.

Durch Flug- und Straßenverkehrsgeräusche fühlen sich viele Menschen gestört – aber auch der Fußballplatz nebenan oder die lauten Nachbarn können als Belästigung empfunden werden. Lärm ist eine Frage der subjektiven Wahrnehmung, dennoch gibt es durchschnittliche Schmerzgrenzen. Extremer Krach, aber auch chronischer Stress durch Dauerbeschallung können Menschen krank machen. Der "Tag gegen Lärm" informiert über Lärm, seine Ursachen und Auswirkungen. Wann schädigt Lärm, und wie kann man sich schützen? Welche Regelungen gibt es für den Lärmschutz?

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