Unterrichtsvorschlag: Tipps für grünes Surfen

24. Mai 2012
Graffiti mit der Aufschrift "Let's get digital"; Schrift in Pink.

Sekundarstufe: Tipps für grünes Surfen

Zeitbedarf:

Eine Anfrage bei der Suchmaschine Google verbraucht 0,0003 Kilowattstunde. Dies klingt nach wenig, doch auf die Menge der Suchanfragen sowie Nutzer hochgerechnet ist es überraschend viel. Nach solch einer Hochrechnung zur Veranschaulichung erarbeitet die Klasse anhand von Textausschnitten Tipps für grünes Surfen.

Gehört zu:

  •  Unterrichtsvorschlag 
  •  Medien & Materialien 
  •  Hintergrund 

Unterrichtsvorschlag

Lernziele

• Energieverbrauch durch Computer- und Internetnutzung einschätzen können

• Energieverbrauch hochrechnen können

• Maßnahmen der Energieeffizienz bei der Computer- und Internetnutzung erarbeiten

• den Begriff "Green IT" kennenlernen

• das eigene Konsumverhalten umweltfreundlicher ausrichten können

• Informationen aus Texten entnehmen und aufbereiten

• Ergebnisse präsentieren und diskutieren

Umsetzung

Die Lehrkraft schreibt das Wort "Facebook" an die Tafel und fragt die Klasse, ob die Schülerinnen und Schüler die Plattform kennen und welche Angebote sie sonst noch nutzen. Einen Einstieg kann auch ein Video zu Green IT bieten (siehe unter Erweiterung). Die Lehrkraft ergänzt weitere wenige Internetseiten. Sie fragt, ob die Klasse in den Medien über den Börsengang des Unternehmens gelesen hat. Die Lehrkraft erklärt kurz, dass Facebook mehrere Milliarden beim Börsengang eingebracht hat. Ein Grund für den hohen Wert ist, dass Facebook weltweit von Millionen von Nutzern tagtäglich genutzt wird – auch in Deutschland. Diese tagtägliche Nutzung bedeutet auch einen stetigen Stromverbrauch. Die Lehrkraft schreibt den Hinweis "10 Prozent" an die Tafel: So hoch ist mittlerweile der Anteil des Stromverbrauchs in Deutschland für den Bereich Informations- und Kommunikationstechnik (mehr Informationen hierzu bietet der Hintergrund). Dazu zählt auch die Internetnutzung, die für sich genommen für schätzungsweise zwei Prozent des Stromverbrauchs verantwortlich ist.

Die Lehrkraft fragt, für welche Tätigkeiten die Schülerinnen und Schüler die Computer vor allem nutzen. Vor allem für Internet oder Videospiele? Je nach Tätigkeit am Computer wird unterschiedlich viel Strom verbraucht. Für den Stromverbrauch, der sich allein auf die Internetnutzung bezieht, gibt es keine detaillierten Angaben. Deshalb wird hier die Betrachtung des Computers insgesamt empfohlen mit den verschiedenen möglichen Tätigkeiten. Die Schätzungen der Schülerinnen und Schüler werden an der Tafel festgehalten und es wird ein mittlerer Wert genommen. Dieser wird gemeinsam an der Tafel oder per Excel anschaulich hochgerechnet. Grundlage dafür ist der Stromverbrauch für eine Stunde Computernutzung mit etwa 200 Wattstunden beziehungsweise 0,2 Kilowattstunden. Wie groß ist der Stromverbrauch für die Klasse, in der ganzen Schule und deutschlandweit? Als zweites Beispiel für eine Hochrechnung kann der Stromverbrauch für eine Suchanfrage über eine Suchmaschine genutzt werden: Diese liegt bei schätzungsweise 0,3 Wattstunden (diese Angaben macht die Suchmaschine Google). Auch hierzu finden sich weitere Angaben im Hintergrund. Tipps für Tafelbilder, für Grafiken mit Excel oder im Web finden sich in den Materialien.

Zur Vertiefung des Themas erstellen die Schülerinnen und Schüler Tipps für grünes Surfen. Hierbei erarbeitet die Klasse in Kleingruppen anhand von Textausschnitten Ratschläge, die sie mit eigenen Tipps ergänzen können.

Als Abschluss präsentieren die Gruppen ihre jeweiligen Tipps und besprechen diese in der Klasse. Die Schüler und Schülerinnen diskutieren auch darüber, ob sie selbst in Zukunft "grüner" surfen wollen.

Erweiterung

  • Die Arbeitsmaterialien für Schülerinnen und Schüler des UBA "Green IT"  liefern weitere Aufgaben zum Thema grünes Surfen. Zum Beispiel eine Vorgabe, um die Nutzung des PCs und des Internets zu protokollieren.
  • Die Klasse präsentiert ihre Tipps zum grünen Surfen in der Schülerzeitung oder sie macht eine Ausstellung zum Thema in der Schule.
  • Das Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) hat mit Unterstützung des UBA einen Kurzfilmwettbewerb für Jugendliche veranstaltet. Die Gewinner vom Green-ITube-Wettbewerb "Sense of Vision: Green IT" sind auf YouTube  zu sehen. Der Schwerpunkt liegt auf dem Bereich grüne Informationstechnologien.
  • Für ergänzende Recherchen eignet sich der Podcast "Wie Computer und Internet grün werden sollen" des Umweltbundesamts.

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Dieser Text steht unter der Creative Commons-Lizenz CC BY-NC-SA 3.0. Sie dürfen ihn zu allen nicht-kommerziellen Zwecken - also auch für den Unterricht - verwenden und bearbeiten, z.B. kürzen oder umformulieren. www.umwelt-im-unterricht.de muss immer als Quelle genannt werden. Details zu den Bedingungen finden Sie auf der Creative Commons-Website.

Medien & Materialien

Zwei Jugendliche arbeiten jeweils an einem Tisch an ihrem Laptop.

51 Millionen Deutsche waren 2011 zumindest gelegentlich online. Internet- und Computernutzung werden immer wichtiger. Doch mit jedem Klick wird auch Strom verbraucht. Die Schülerinnen und Schüler erstellen in Kleingruppen anhand von Textausschnitten Tipps zum grünen Surfen. Im Anschluss präsentieren sie ihre Ratschläge und diskutieren darüber in der Klasse auch die Frage, ob sie selbst künftig "grüner" surfen wollen.

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Screenshot: Säulendiagramm mit zwei Balken.

Die zunehmende Nutzung von Computer und Internet lässt auch den Stromverbrauch steigen. Zur Veranschaulichung und zum Vergleich von Zahlengrößen eignen sich Diagramme, zum Beispiel Balken- oder Säulendiagramme. Verschiedene Darstellungen lassen sich als Skizze an der Tafel sowie mithilfe von Software auf dem PC oder im Internet umsetzen.

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Laptop mit Blume auf dem Display; Hintergrund: Kabel, Steckdose

Wie kann man sich kreativ und gleichzeitig informativ mit umweltfreundlicher Informationstechnik ("Green IT") auseinandersetzen? Der Animationsfilm "Sense of Vision: Green IT" (2:44 min) ist der Preisträger eines Kurzfilmwettbewerbs für Jugendliche, veranstaltet vom Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) in Kooperation mit dem Umweltbundesamt (UBA).

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Hintergrund

Server mit vielen gesteckten Kabel unterschiedlicher Farbe.

Das Internet ist mittlerweile ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft – am Arbeitsplatz, in der Schule und in der Freizeit. Bei den 14- bis 19-Jährigen sind 100 Prozent zumindest gelegentlich im Netz. Oft wird dabei vergessen, dass auch das Surfen im Netz Strom verbraucht. Mit der immer intensiveren Internetnutzung wird auch der Verbrauch steigen. Wie lässt sich hier Strom sparen? Wie kann grünes Surfen aussehen?

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