Unterrichtsvorschlag: Wann beginnt der Frühling?

15. März 2012
Ein Krokus im Schnee;die Blüte ist gelb und noch nicht völlig geöffnet.

Die Schüler/-innen tragen zusammen, was sie über Abläufe in der Natur zum Frühlingsbeginn wissen. Anhand eines Puzzles erarbeiten sie das Netzwerk der Abhängigkeiten zwischen heimischen Tier- und Pflanzenarten im Frühjahr. Die Klasse diskutiert, welche Folgen der Klimawandel für einzelne Arten hat und wie sich die Veränderungen auf ganze Ökosysteme auswirken.

Gehört zu:

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Unterrichtsvorschlag

Lernziele

  • gegenseitige Abhängigkeiten von heimischen Tier- und Pflanzenarten im Frühjahr kennen
  • Auswirkungen des Klimawandels auf die Jahreszeiten kennen
  • Auswirkungen der veränderten Lebensrhythmen einzelner Tier- und Pflanzenarten auf Ökosysteme kennen
  • Zusammenhang von Klimaveränderungen und biologischer Vielfalt kennen
  • Informationen aus Texten entnehmen und Zusammenhänge erkennen
  • Ergebnisse präsentieren und diskutieren

Umsetzung

Die Lehrkraft macht eine Umfrage in der Klasse: Wie kann man erkennen, dass der Frühling beginnt? Gegebenenfalls fragt sie gezielt nach Beobachtungen von Abläufen in der Natur. Die Ideen werden für alle sichtbar notiert (Tafel, Smartboard, Poster); gegebenenfalls wird kurz ausgewertet, welche Rolle Temperaturen und Wetter spielen. Im Anschluss stellt die Lehrkraft die phänologischen Beobachtungen des Deutschen Wetterdienstes vor, das heißt die Aufzeichnungen zur jahreszeitlichen Entwicklung der Natur. Sie weist darauf hin, dass laut dieser Beobachtungen der Frühling immer früher beginnt. Zur Veranschaulichung kann die Bilderserie mit typischen heimischen "Frühlingsboten" (Tier- und Pflanzenarten) dienen sowie die Infografik des Bundesamtes für Naturschutz zur langjährigen Entwicklung des Frühlingsbeginns.

Zur Vertiefung erarbeitet die Klasse mithilfe der Materialien in Gruppen Informationen zu den Abhängigkeiten einzelner heimischer Tier- und Pflanzenarten im Frühjahr. Die wichtigsten Ergebnisse der einzelnen Gruppen werden mithilfe der Tafel oder am Smartboard präsentiert.

Zum Abschluss diskutiert die Klasse gemeinsam: Gibt es noch weitere Abhängigkeiten zwischen den vorgestellten Arten? Welche Folgen kann es für einzelne Arten haben, wenn sich das Netzwerk durch Klimaeinflüsse verändert? Welche Rolle spielt dabei der Mensch?

Erweiterung

  • Die kurze Einheit sollte angeschlossen werden an eine vertiefende Behandlung des Themas "Klimawandel". Die Unterschiede beziehungsweise Zusammenhänge zwischen Wetter und Klima sollten geklärt werden. Zudem sollten die Ursachen des Klimawandels und mögliche Gegenmaßnahmen thematisiert werden. Anregungen und Informationen dazu bieten die Materialien des Bildungsservice im Bundesumweltministerium: "Klimaschutz und Klimapolitik" sowie "Umwelt und Gesundheit".
  • Je nach örtlichen Gegebenheiten bieten sich Exkursionen an, um Pflanzen und Insekten in der Natur zu beobachten. Geeignete Standorte können beim örtlichen Naturschutzbund oder beim Grünflächenamt erfragt werden.
  • Auch ein Besuch im botanischen Garten mit Führung bietet sich an.
  • Ein Imker kann besucht werden oder in die Schule kommen. Möglicherweise kann er Honigproben aus verschiedenen Jahren mitbringen und so den Klimawandel "schmecken" lassen.
  • Die Klasse kann selbst über einen längeren Zeitraum in der Umgebung Beobachtungen durchführen und dokumentieren. Wer entdeckt Blüten und Knospen und fotografiert sie mit dem Handy? Auch die Teilnahme an Beobachtungsaktionen ist möglich, zum Beispiel bei der Aktion Apfelblüte oder dem Wettbewerb der Naturschutzjugend "Erlebter Frühling" (für jüngere Altersgruppen bis Sek I).
  • Für ältere Schüler/-innen ist im naturwissenschaftlichen Unterricht die eigene Recherche anhand von online verfügbaren Daten möglich: Anhand von Pollenflugdaten lassen sich die jährlichen Veränderungen der Blütezeiten nachvollziehen. Auch der Deutsche Wetterdienst bietet zahlreiche Datensätze und aufbereitete Materialien zur Phänologie an.

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Dieser Text steht unter der Creative Commons-Lizenz CC BY-NC-SA 3.0. Sie dürfen ihn zu allen nicht-kommerziellen Zwecken - also auch für den Unterricht - verwenden und bearbeiten, z.B. kürzen oder umformulieren. www.umwelt-im-unterricht.de muss immer als Quelle genannt werden. Details zu den Bedingungen finden Sie auf der Creative Commons-Website.

 

Medien & Materialien

Narzisse;  im Zentrum des Bildes ist eine gelbe Blüte.

Krokusse, Weidenkätzchen und die ersten Bienen: Die Bilderserie zeigt typische heimische "Frühlingsboten" und nennt wichtige Abhängigkeiten dieser Pflanzen- und Tierarten. Das Material ist für ältere Grundschüler und jüngere Jahrgänge der SEK I konzipiert.

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Eine Blumenwiese im Frühjahr;Tulpen, Hyazinthen, Gänseblümchen, etc..

Die Bilderserie zeigt einige typische Frühlingsboten aus Flora und Fauna. Anhand dieser kann die Lehrperson expemplarisch den Schülern darstellen, welche Auswirkungen die Verschiebung des Frühlingsbeginns für das Ökosystem hat. Es wird deutlich, dass wichtige Nahrungsgefüge zerstört werden.

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Hintergrund

Austreibende Blumenzwiebeln; Aufnahme außerhalb der Erde.

Der Klimawandel lässt die Durchschnittstemperaturen auf der Erde steigen. Das führt nicht nur nicht nur kurzfristig zu extremeren Wetterphänomenen, sondern verschiebt auf längere Sicht auch die Jahreszeiten. Besonders das Frühjahr bricht immer eher an – Frühjahrsboten wie Schneeglöckchen und Forsythien blühen früher, und auch manche Schmetterlinge schlüpfen eher. Das hat Folgen für viele Ökosysteme: Denn eingespielte Beziehungen zwischen Pflanzen und Tieren geraten durcheinander. Die Existenz vieler Arten steht auf dem Spiel.

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