Was steckt in deinem Handy?

Ein Haufen defekter Handys
Grundschule

Anhand eines alten Geräts oder einer Infografik erarbeiten die Schüler/-innen, was in elektronischen Geräten wie Handys steckt. Sie lernen den Lebenszyklus eines Geräts kennen – von den Rohstoffen über den Handel bis zur Entsorgung. Sie diskutieren, welche Schritte schädlich für die Umwelt sein könnten und was man tun kann, um sie zu schützen.

Ziele

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • setzen sich mit nicht nachhaltigen Aspekten der Herstellung von Mikroelektronik am Beispiel Smartphone auseinander,
  • lernen Faktoren der Umweltbelastung durch Elektroschrott kennen,
  • lernen Argumente für Recycling kennen und
  • reflektieren das eigene Konsumverhalten.

Umsetzung

Zum Einstieg zeigt die Lehrkraft ein mitgebrachtes Handy oder Smartphone (alternativ kann das erste Motiv der Bilderserie mit zwei telefonierenden jungen Frauen gezeigt werden). Zudem kann eine Blitzumfrage in der Klasse durchgeführt werden: Wer hat bereits ein eigenes Handy?Die Schüler/-innen werden aufgefordert, Ideen zu sammeln:

  • Wie wird ein Handy beziehungsweise Smartphone hergestellt?
  • Woraus besteht es?
  • Woher kommen die Materialien?
  • Was passiert damit, wenn es nicht mehr gebraucht wird?

Die Ideen werden für alle sichtbar notiert; im Mittelpunkt stehen dabei die Begriffe "Materialien", "Herstellung", "Entsorgung".

Falls vorhanden, kann ein altes Gerät gemeinsam in die Hauptbestandteile zerlegt werden: unter anderem Kunststoffgehäuse, Leiterplatte, Akku, Display. Alternativ kann die Infografik "Bauteile eines Handys" gezeigt werden.

In Gruppen erarbeiten die Schüler/-innen dann, welche Arbeitsschritte zur Fertigung und Entsorgung eines Smartphones nötig sind und welche Auswirkungen dies auf Mensch und Umwelt haben kann. Sie erhalten Arbeitsmaterialien, die anschaulich die Schritte vom Rohstoff über die Herstellung bis hin zur Entsorgung erklären. Die Reihenfolge der Schritte ist in den Materialien durcheinander. Mithilfe der Erklärtexte bringen die Gruppen die Schritte in die richtige Reihenfolge.

Anschließend tragen die Gruppen ihre Lösungen zusammen, die Lehrkraft kann unterstützend die Bilder der Bilderserie in der richtigen Reihenfolge an die Wand projizieren. Bei den Bildern kann die Lehrkraft zur Reflexion anregen: Welche Folgen könnte das Gezeigte für die Menschen/für die Umwelt haben? Findet ihr das gerecht? 

Die Äußerungen der Schüler/-innen werden ergänzend zu den Notizen vom Anfang für alle sichtbar notiert.

Abschließend überlegen die Schüler/-innen gemeinsam, was sie bei der Herstellung und Entsorgung ändern würden. Sie sammeln Ideen, welchen Beitrag sie selbst leisten können. Hier kann die Lehrkraft ergänzend die Frage stellen, warum häufig schon neue Handys gekauft werden, obwohl die alten noch funktionieren.

Erweiterung

  • Am Beispiel der Handys und Smartphones vertiefen die Schüler/-innen die Themen Abfall und Recycling. Viel Abfall kann von vornherein vermieden werden, wenn die Möglichkeit des Recyclings bereits bei der Herstellung berücksichtigt wird. Informationen und Unterrichtsideen zum sogenannten Ökodesign finden sich im Thema der Woche "Müll: weniger ist mehr". Die möglichen Folgen unsachgemäßer Entsorgung können mithilfe von Videodokumentationen von Planet Wissen zu "Elektroschrott in Ghana" (Dauer 4:47 Minuten) veranschaulicht werden. Im Anschluss können die Schüler/-innen selbst eine Handy-Sammelaktion an der Schule veranstalten, zum Beispiel für die Aktion www.handysfuerdieumwelt.de.
  • Die Schüler/-innen entwickeln eigene Materialien, um ihre Mitschüler/-innen oder ihre Familien für die Folgen der Smartphone-Herstellung zu sensibilisieren, zum Beispiel Flyer und Plakate oder ein Quiz.
  • Das Beispiel der allgegenwärtigen Handys und Smartphones kann dazu dienen, Konsumverhalten zu thematisieren. Wozu werden Smartphones genutzt? Könnten die Menschen überhaupt noch darauf verzichten? Wer bestimmt, ob ein Smartphone/Handy "out" ist? Warum interessieren sich nicht so viele Menschen dafür, woraus ein Smartphone oder andere Konsumgüter bestehen und wie sie hergestellt werden? Warum werfen wir so häufig Dinge weg, die eigentlich noch funktionieren oder die man gut reparieren könnte?

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Informationen und Materialien

Hintergrund (1)

Arbeiter in einem Tagebau
Hintergrund
05.03.2014 | Wirtschaft und Konsum | Ressourcen

1,5 Milliarden Handys wurden 2010 weltweit verkauft, darunter ein großer Anteil Smartphones. Die große Zahl erklärt sich auch dadurch, dass die Geräte oft schnell ersetzt werden: Neue Geräte locken mit besserer Leistung und sind wegen der in Deutschland üblichen Mobilfunkverträge leicht zu bekommen. Und kaputte Geräte lassen sich nur schwer reparieren. Doch die Produktion belastet die Umwelt, die Arbeitsbedingungen sind oft schlecht. Erste Hersteller versuchen, "faire" Geräte zu produzieren.

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Arbeitsmaterialien (2)

Illustration Handybauteile
Arbeitsmaterial
05.03.2014 | Wirtschaft und Konsum | Ressourcen
Sekundarstufe, Grundschule

Die Schwarz-Weiß-Illustration zeigt die einzelnen Bestandteile eines Mobiltelefons. Die Schüler/-innen benennen die einzelnen Bestandteile. Ebenso werden die Aspekte Entsorgung, Energie und Transport aufgegriffen.

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Kleine Collage einzelner Produktionsstufen
Arbeitsmaterial
05.03.2014 | Wirtschaft und Konsum | Ressourcen
Grundschule

In dem Arbeitsblatt werden die verschiedenen Stationen im "Leben" eines Handys dargestellt – jeweils anhand eines kurzen Textes und eines Bildes. Für die richtige Reihenfolge sorgen die Schüler/-innen. Sie schneiden die Informationen aus und bringen sortieren sie passend. Im Anschluss bespricht die Klasse den Lebenszyklus eines Mobiltelefons.

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Bilderserien (1)

Handy mit defektem Bildschirm
Bilderserie
05.03.2014 | Wirtschaft und Konsum | Ressourcen
Grundschule

Die Bildergalerie zeichnet den Lebenszyklus eines Handys nach. Von der Erzeugung der Rohstoffe, über die Produktion im Ausland bis hin zur Wiederverwertung einzelner Bestandteile. Damit bietet die Bildergalerie einen Einstieg in die unterschiedlichen Aspekte zum Thema.

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Zielgruppe