Unterrichtsvorschlag: Papier in der Schule

01. September 2011
Ein Papier-Stapel.

Sekundarstufe: Wie groß ist der Papierberg in der Schule?

Fächer:
Zeitbedarf:

Die Schüler/innen tragen zusammen, was sie zum Schulanfang neu bekommen haben – vor allem, wie viele neue Hefte. Sie rechnen hoch, welcher Ressourcenverbrauch mit den Papiermaterialien für die Schule verbunden ist. Sie überlegen, wie umweltfreundlicher Konsum von Papier möglich ist.

Gehört zu:

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Unterrichtsvorschlag

Lernziele:

  • einschätzen können, welcher Ressourcen- und Energieverbrauch mit der Herstellung von Papier verbunden ist
  • Bedeutung von einzelnen Einkaufsentscheidungen hochrechnen
  • erkennen, warum umweltfreundliches Konsumverhalten von Bedeutung ist
  • das eigene Konsumverhalten umweltfreundlicher ausrichten können
  • Konsequenzen des eigenen Handelns einschätzen können (Eigenverantwortlichkeit entwickeln, Selbstverantwortliches Handeln)

Unterrichtsvorschlag (ca 45 Min):

Zum Einstieg wird gemeinsam wird überlegt: Was haben die Schüler/innen zum Schulanfang alles neu gekauft? Vor allem: Wie viel Papier war dabei, wie viele neue Hefte und Bücher haben sie bekommen?

Alle Hefte werden übereinander gestapelt – entweder tatsächlich oder „virtuell“ auf der Tafel, dort kann ein Strich pro Heft/Buch gemacht werden. Gemeinsam wird an der Tafel oder per Excel anschaulich hochgerechnet, wie groß der Papierverbrauch in der ganzen Schule, der ganzen Stadt, deutschlandweit ist. Die Papiermenge wird auf Lastwagen umgerechnet. Tipps für Tafelbilder, für Grafiken mit Excel oder im Web finden sich in den Materialien.

Die Lehrkraft informiert darüber, wie Papier und Recyclingpapier hergestellt werden. Dazu kann der Video-Beitrag von „Planet Schule“1 gezeigt werden. Alternative: Bilderserie(n) mit wichtigen Produktionsschritten. Neues Papier: Holzeinschlag, Transport, Holzzerkleinerung/Anrühren des Zellstoffbreis, Verarbeitung zu Papierbahnen. Recycling: Altpapier, Transport, etc.

Gemeinsam wird besprochen: Warum ist zu großer Papierverbrauch schlecht für die Umwelt? (Abholzung von Wäldern, dadurch Gefährdung der Lebensräume von Tieren und Pflanzen, lange Transportwege, Energie- und Wasserverbrauch) Warum ist Recyclingpapier besser? (kein Holz notwendig, weniger Energie- und Wasserverbrauch). Warum ist der Anteil von Recyclingpapier in Deutschland geringer geworden? (Rolle des Handels und der Nachfrage durch Verbraucher).

Entweder gemeinsam oder in Gruppen wird hochgerechnet, wieviel Wasser und Holz für die Herstellung der 200 Mio Hefte gebraucht werden und wieviel für die Herstellung von Recyclingpapier. Auch hier sollten Visualisierungen verwendet werden.

Je nach Zeitbudget und Vorkenntnissen bietet es sich an, die Bearbeitung der o.g. Fragen und Berechnungen in Gruppen oder an Stationen durchzuführen.

Abschließend wird diskutiert, wie die Schüler/innen selbst und die Schule die Umweltbelastung durch Papierverbrauch senken können. Anhand der gesammelten und ggf. mitgebrachten Hefte, Kopierpapier u.ä. wird besprochen, wie man bewusst Recyclingpapier bzw. Papier aus nachhaltiger Papierwirtschaft kaufen kann und wie man es erkennt (Umweltsiegel „Blauer Engel“, FSC-Siegel).

Erweiterungen:

Das Thema Papier bietet sich als anschaulicher Einstieg in das Themfeld Ressourcenverbrauch und nachhaltiger Konsum an. Der skizzierte kurze Einstieg lässt sich je nach verfügbarer Zeit vielfältig erweitern. Er kann auch gut durch eigene Versuche und Projekte ergänzt werden.

  • Umfrage in der Schule und/oder Geschäften: Wo gibt es Recyclinghefte zu kaufen? Wer hat welche? (Ggf. Erlaubnis für die Umfrage einholen)
  • Eigene Recycling-Kampagne entwerfen: Argumente sammeln, Plakate/Slogans entwickeln, Schreiben an Geschäfte und/oder öffentliche Einrichtungen: Warum verwenden sie / bieten sie (kein) Recyclingpapier an? Auswertung der Antworten
  • Ausstellung: So wird Papier gemacht, warum ist Recycling wichtig? Ausgestellt werden selbstgeschöpftes Papier, Beispiele für Papiersorten/-produkte, selbst erstellte Grafiken zum Ressourcenverbrauch etc.
  • Initiativen: Recyclinghefte im Schulshop, Bestellungen zum Schulbeginn organisieren, nachhaltige Schülerfirma gründen

 

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Dieser Text steht unter der Creative Commons-Lizenz CC BY-NC-SA 3.0. Sie dürfen ihn zu allen nicht-kommerziellen Zwecken - also auch für den Unterricht - verwenden und bearbeiten, z.B. kürzen oder umformulieren. www.umwelt-im-unterricht.de muss immer als Quelle genannt werden. Details zu den Bedingungen finden Sie auf der Creative Commons-Website.

Medien & Materialien

Auf einem Schild steht: Altpapier 5 Cent pro KG mit einem Pfeil darunter.

Die herkömmliche Papierherstellung basiert nicht nur auf Holz, sondern ist auch energieintensiv. Doch der Papierbrei, der Basis für die eigentliche Papierproduktion ist, kann auch aus Altpapier angemischt werden. Anhand einer Bildergalerie werden die Papierherstellung und die damit verbundenen Probleme dargestellt.

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Visualisierung von Größenvergleichen

Zur Veranschaulichung und zum Vergleich von Zahlengrößen eignen sich Diagramme, z.B. Balken- bzw. Säulendiagramme. Verschiedene Darstellungen lassen sich sowohl als schnelle Skizze an der Tafel als auch mit Hilfe von Software auf dem PC wie Excel oder im Internet umsetzen.

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Hintergrund

Eine weiße Rolle Toilettenpapier.

Deutschland gehört weltweit zu den Spitzenreitern beim Papierverbrauch. Die Papierherstellung belastet je nach Rohstoff unterschiedlich stark die Umwelt. Die konventionelle Herstellung setzt auf Holz als Faserrohstoff, bei Recyclingpapieren werden die Fasern aus Altpapier gewonnen.

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