Wie können wir das Wasser gerechter teilen?

Eine Frau in Tansania schöpft Wasser aus einer offenen Quelle.
Grundschule

Das Trinkwasser der Welt ist ungleichmäßig auf die verschiedenen Kontinente verteilt. Dies erfahren die Schüler und Schülerinnen anschaulich anhand des "Weltspiels". Die Klasse überlegt, weshalb der Zugang zu sauberem Süßwasser in manchen Regionen der Welt erschwert ist. Anschließend werden Ideen für Handlungsoptionen entwickelt.

Lernziele

Die Schüler/-innen

  • lernen den Wert von Wasser als schützenswertes Gut schätzen,
  • reflektieren ihren eigenen Wasserkonsum,
  • setzen sich mit der globalen Verteilung und Nutzung der Ressource Wasser auseinander,
  • erörtern Gründe für eine ungerechte globale Wasserverteilung,
  • erarbeiten eigene Handlungsmöglichkeiten.

Umsetzung

Zum Einstieg sammeln die Schüler/-innen gemeinsam: In welcher Form kommt Wasser in der Natur vor? Wie nutzen wir Wasser? Die Lehrkraft kann dazu eine Illustration in den Unterrichtsmaterialien des Bundesumweltministeriums zum Anteil von nutzbarem Trinkwasser an den globalen Wasservorräten zeigen ("Wasser ist Leben", S. 7).

Die Lehrkraft informiert darüber, dass die Trinkwasserressourcen weltweit sehr ungleich verteilt sind. Die Schüler/-innen können eigene Erfahrungen ergänzen, zum Beispiel Urlaubserlebnisse mit Wassermangel.

Um einen Eindruck davon zu bekommen, wie ungleich die globalen Wasservorkommen auf die Bevölkerung verteilt sind, führen die Schüler/-innen das "Weltspiel" durch (siehe Anleitung). Die Schüler verteilen sich dabei in Gruppen im Raum; die Gruppengrößen symbolisieren die geografische Verteilung der Bevölkerung sowie die Verteilung der weltweiten Süßwasservorräte und machen die Unterschiede spielerisch erfahrbar.

Nach Ende des Spiels werden im Sitzkreis Ideen gesammelt: Wodurch wird der Zugang zu sauberem Süßwasser in manchen Kontinenten erschwert? Hier kann die Lehrkraft unter anderem auf folgende Aspekte eingehen: Wassermangel durch Bewässerung in der Landwirtschaft, mangelnde Hygiene und Abwasserentsorgung, Verschmutzung des Wassers durch Industrie und Landwirtschaft, fehlende Versorgungssysteme / Leitungen (siehe Hintergrundtext).

Die Lehrkraft informiert darüber, dass der Wassermangel in manchen trockenen Ländern durch den Konsum in Industrieländern wie Deutschland verstärkt wird. Sie erklärt, dass für die Herstellung von Produkten viel Wasser verbraucht wird (siehe Hintergrundtext sowie Unterrichtsvorschlag "Wie viel Wasser steckt in unseren Lebensmitteln?")

Um die Wirkung von Wasserknappheit oder mangelhafter sanitärer Versorgung auf den Alltag zu veranschaulichen, kann ergänzend eine Bilderserie mit Bildern von Kindern verschiedener Länder gezeigt und besprochen werden.

Die Lehrkraft informiert darüber, dass der Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitärer Versorgung 2010 zum Menschenrecht erhoben wurde. Die Schüler/-innen können gemeinsam überlegen, wo und ob dieses Recht erfüllt wird. Dazu kann unterstützend eine Weltkarte in den Unterrichtsmaterialien des Bundesumweltministeriums mit der weltweiten Wasserverteilung angeschaut werden ("Wasser im 21. Jahrhundert", S. 18).

Zum Abschluss wird noch einmal gesammelt: Was können wir in Deutschland tun, um Wasser zu schützen oder gerechter zu teilen?Erweiterung

  • Die BMU-Materialien "Wasser ist Leben" bieten zahlreiche weitere Anregungen und Arbeitsblätter.
  • Die Schüler/-innen entwickeln Kurzgeschichten zu den Bildern von Kindern unterschiedlicher Länder (Link zur Bilderserie).
  • Als kleineres Projekt kann im Anschluss ein Einkaufsführer für wasserbewussten Konsum erstellt werden. Auch ein gemeinsames "wasserbewusstes Frühstück" nach dem Vorbild des "Klimafrühstücks" kann die Problematik des virtuellen Wassers anschaulich machen. Dabei wird thematisiert, wie viel Wasser nötig ist, um die einzelnen Lebensmittel herzustellen. Informationen zu virtuellem Wasser mit praktischen Beispielen bietet die Seite www.virtuelles-wasser.de.
  • Wo kommt eigentlich das Wasser aus der Wasserleitung her? Und was passiert damit, nachdem es im Abfluss verschwindet? Eine Exkursion zu den lokalen Wasserwerken kann die Bedeutung der Wasserversorgung verdeutlichen. Die Schüler/-innen können die Exkursion gegebenenfalls selbst organisieren und Interviews vorbereiten.
  • Einige Organisationen wie Viva con Agua bieten auf Anfrage Schulworkshops oder die Unterstützung von Spendenaktionen für ausgesuchte Wasserprojekte an.

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Informationen und Materialien

Hintergrund (1)

Wasserglas
Hintergrund
20.03.2013 | Wirtschaft und Konsum | Ressourcen

Seit 1999 findet jährlich am 22. März der Weltwassertag statt. Er wurde 1992 von der UN-Generalversammlung ausgerufen und soll Öffentlichkeit und Politik für die Bedeutung des Wassers als Lebensgrundlage der Menschheit sensibilisieren. Im Jahr 2013 steht der Weltwassertag unter dem Motto "Wasser und Zusammenarbeit". Gleichzeitig ist 2013 das "Internationale Jahr der Wasserkooperation". Mit diesen Initiativen wollen die UN darauf aufmerksam machen, dass Kooperationen und internationale Zusammenarbeit notwendig sind, um das Menschenrecht auf Wasser weltweit zu gewährleisten. Im Zentrum stehen dabei die weltweit steigende Nachfrage, ebenso wie Fragen der Zugangs- und Verteilungsgerechtigkeit.

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Arbeitsmaterialien (2)

Ausschnitt einer Weltkarte
Arbeitsmaterial
20.03.2013 | Wirtschaft und Konsum | Ressourcen
Grundschule

Wie sind die Wasserressourcen der Welt verteilt - und wo leben die meisten Menschen? Beim "Weltspiel" wird die Problematik der ungleichen Verteilung anschaulich gemacht.

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Titelbild BMU-Bildungsmaterialien Wasser ist Leben
Arbeitsmaterial
31.12.2008 | Ressourcen
Grundschule

23 Arbeitsblätter für Schülerinnen und Schüler der Grundschule. Die Schülerinnen und Schüler lernen anhand der Themen "Gibt es Leben auf dem Mars?", "Unser blauer Wasserplanet", "Das Wasser im Körper", "Wasser kann sich verwandeln", "Der Wasserkreislauf", "Wie viel Wasser verbrauche ich?", "Ein Fluss ist mehr als Wasser", "Heiliges Wasser" die unterschiedliche Facetten des Themas Wasser kennen.

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Bilderserien (2)

Ein Tropfen Wasser tropft auf eine Wasseroberfläche.
Bilderserie
21.03.2012 | Wirtschaft und Konsum | Ressourcen
Sekundarstufe, Grundschule

Was ist eigentlich "virtuelles Wasser"? Die Bildergalerie  zeigt beispielhaft einige Produkte, bei deren Produktion besonders viel Wasser verbraucht wird: von Lebensmitteln bis hin zu Papier und Textilien.

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Waschbecken mit Waschutensilien
Bilderserie
20.03.2013 | Wirtschaft und Konsum | Ressourcen
Grundschule

Im regenreichen Deutschland dient Wasser auch für den Freizeitspaß. Anderswo fehlt es zum Teil an der Grundversorgung: Sicheres Trinkwasser und Abwassersysteme sind längst nicht überall selbstverständlich.

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Videos (1)

Screenshot; Zeichnung eines Hamburgers
Video
24.02.2013 | Wirtschaft und Konsum | Ressourcen
Grundschule

Wie viel Wasser wird verbraucht, um einen Hamburger zu produzieren? Schüler-/innen haben dazu einen Trickfilm produziert: "Wasser im Hamburger" (5:55 min). Er veranschaulicht den Begriff "virtuelles Wasser" anhand des beliebten Fastfood-Produktes.

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Zielgruppe