Wie lässt sich Abfall vermeiden?

Zwei Müllcontainer für Plastik- und Papiermüll
Grundschule

Was werfen die Schüler/-innen weg, welcher Abfall ist vielleicht unnötig? Diesen Fragen geht die Klasse zum Beispiel bei einem gemeinsamem Frühstück mit Produkten aus dem Supermarkt nach, bei dem untersucht wird, was an Resten und Verpackung übrig bleibt. Im Anschluss erarbeitet die Klasse Ideen zur Abfallvermeidung und gestaltet einen Ratgeber.

Ziele

Die Schüler/-innen...

  • lernen den Zusammenhang zwischen Abfallvermeidung und Ressourceneinsparung kennen,
  • ermitteln Möglichkeiten der Abfallvermeidung,
  • erproben den sparsamen Umgang mit Ressourcen am Beispiel der Abfallvermeidung,
  • reflektieren ihr Konsumverhalten und richten es umweltfreundlicher aus.

Umsetzung

Zum Einstieg kann ein gemeinsames Frühstück stattfinden, für das die Schüler/-innen Lebensmittel einkaufen. Sie betrachten und sortieren dabei, welcher Abfall vom Frühstück übrigbleibt (Vorbild ist das bekannte "Klimafrühstück").

In zwei kurzen "Blitzlicht"-Runden und einem anschließenden Lehrer-Schüler Gespräch werden das Vorwissen der Schüler/-innen abgefragt und erste Ideen gesammelt. Zunächst werden die Schülerinnen aufgefordert, spontan Antworten auf Karten zu notieren:

  1. Was gibt es für Arten von Abfällen? (Die Karten mit den Ergebnissen werden für alle sichtbar augehängt.)
  2. Was würde es nutzen, wenn man Abfälle vermeiden könnte? (Die Ergebnisse werden ebenfalls aufgehängt.)

Im Anschluss werden gemeinsam die Ideen diskutiert und gegebenenfalls ergänzt. Die Lehrkraft informiert darüber, dass in Deutschland pro Kopf und Jahr große Mengen Abfall anfallen. Sie nennt beispielhaft Zahlen beziehungsweise anschauliche Vergleichsgrößen zu den vorliegenden Abfallarten. Geeignete Daten finden sich im Hintergrundtext

Um gegebenenfalls die Diskussion anzuregen und zu fokussieren, kann die Lehrkraft Fragen ergänzen:

  • War es aufwändig, die Materialien herzustellen?
  • Welche Verpackung wäre unnötig?
  • Welche Verpackungen sind besonders aufwändig?
  • Welche Materialien sind umweltschonender als andere?
  • Was gibt es für Möglichkeiten, auf Einwegverpackungen zu verzichten?Falls vom Früshtück Essensreste übrig sind: Wie könnte man Reste vermeiden?

In der anschließenden Arbeitsphase erarbeitet die Klasse in einer Stationenarbeit oder Lerntheke ausgewählte Arbeitsblätter aus den Materialien "Abfall" des Bundesumweltministeriums. Für die Stationenarbeit bieten sich folgende Arbeitsblätter an, um die Themen Abfallentstehung, Abfallvermeidung und Ressourcenschonung grundlegend zu erfassen und zu vertiefen:

  • Neustadt - eine Lesegeschichte
  • Wie entsteht eigentlich Abfall?
  • Was steckt da eigentlich drin?
  • Recycling
  • Voll verpackt
  • Müll in anderen Ländern
  • Abfallwege
  • Leben ohne Müllabfuhr
  • Was steckt eigentlich drin?
  • Manche Dinge leben länger (ohne Arbeitsauftrag)

Je nach Vorwissen der Schüler können weitere Arbeitsblätter ergänzt oder einzelne Aspekte weggelassen werden. 

In einer vertiefenden Arbeitsphase betätigt sich die Klasse in Kleingruppen als Abfalldedektive (siehe auch Arbeitsblätter 4 und 5 aus dem oben genannten Material). Der Arbeitsauftrag lautet, zu überlegen, welche Abfälle sich im Alltag vermeiden lassen. Die Gruppen stellen ihre Ergebnisse jeweils in Form einen Plakates zusammen. Auch andere Produkte sind denkbar, zum Beispiel eine Ratgeberbroschüre.

In einer abschließenden Runde werden die Plakate vorgestellt und die Ergebnisse diskutiert. Dabei werden die Vorschläge bewertet: 

  • Kann Abfall vermieden werden, ohne etwas zu vermissen?
  • Welche Art der Abfallvermeidung ist besonders wichtig, um die Umwelt zu schonen?
  • Welche Tipps sind leicht zu befolgen, welche schwer?
  • Warum könnte es manchmal schwer sein, Abfall zu vermeiden? Wie könnte man das ändern?

Zum Abschluss kann vereinbart werden, ein weiteres Frühstück mit möglichst wenig Abfall durchzuführen.

Erweiterung

  • Als Alternative zum Einstieg mit einem gemeinsamen Frühstück bietet es sich an, ein "Mülltagebuch" zu führen und den Haushaltsabfall zu dokumentieren, zum Beispiel als Hausaufgabe über einige Tage.
  • Als Impuls für eine Einstiegsdiskussion eignet sich auch ein Video der Umweltschutzorganisation Greenpeace: "Die Geschichte eines Löffels". Das Video enthält einen englischsprachigen Kommentar, ist aber auch ohne Sprachkenntnisse verständlich.
  • Das Thema Abfallvermeidung ist eng verbunden mit den Themen Recycling und Wiederverwertung. Hier bieten sich eigene praktische Versuche an, zum Beispiel die Herstellung von Papier aus Altpapier.  Auch praktische Upcycling-Projekte können einen anschaulichen Zugang ermöglichen. Ausführliche bebilderte Anleitungen bietet der Verein  Stadt Land Welt e.V. auf seiner Internetseite.
  • Über die genannten Materialien hinaus finden sich im Internet weitere für Kinder geeignete Materialien: Hintergrundinformationen auf der Kinderseite des Bundesumweltministeriums www.bmub-kids.de, Aktionsideen auf der Kinderseite des Bundesamtes für Naturschutz naturdetektive.de sowie ein aufwändig illustriertes Kinderbuch beim Umweltbundesamt, das heruntergeladen oder bestellt werden kann.

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Informationen und Materialien

Hintergrund (1)

Ein Stapel Altpapier
Hintergrund
06.11.2015 | Wirtschaft und Arbeitswelt | Ressourcen

1,2 Kilogramm: So viel Haushaltsabfall produzieren die Menschen in Deutschland pro Kopf und pro Tag. Pro Jahr sind es rund 450 Kilogramm.  Ein Teil des Abfalls wird wiederverwertet und recycelt. Doch Abfälle zu vermeiden ist noch besser. Das schont von Beginn an die Umwelt und die Ressourcen. Was kann man tun, um die Menge der Abfälle zu verringern? Hier sind Verbraucherinnen und Verbraucher, aber auch Industrie und Handel gefragt.

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Arbeitsmaterialien (1)

Titelbild, BMU-Bildungsmaterialien Abfall
Arbeitsmaterial
01.08.2009 | Wirtschaft und Arbeitswelt | Ressourcen
Grundschule

Die Schülerinnen und Schüler gehen der Frage nach, was aus dem Abfall wird, den wir täglich erzeugen, ob es sich lohnt den Abfall zu trennen und wie wichtig es ist, schon beim Einkauf darauf zu achten, möglichst wenig Abfälle entstehen zu lassen. Sie erfahren, dass Abfall eine Ressource ist, die sich nutzen lässt und wie dies in der Praxis geschieht. Heft mit 23 Arbeitsblättern.

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