Unterrichtsvorschlag: Wie Umwelt politisch wird

22. September 2011
Fabrik in Lauchhammer, DDR (Weisflog, Rainer / Bundesarchiv / CC-BY-SA)

Die Klasse informiert sich mit Bildern und Zeitzeugenberichten über die Umweltsituation in der DDR und die Veränderungen nach 1989. Sie erarbeiten, welche Rolle der Staat und Bürgerinitiativen dabei spielten.

Gehört zu:

Thema der Woche:
  •  Unterrichtsvorschlag 
  •  Medien & Materialien 
  •  Hintergrund 

Unterrichtsvorschlag

Lernziele / Inhalte für eine Unterrichtsstunde

  • die Rolle staatlichen Handelns beim Schutz der Umwelt einschätzen
  • die Rolle privaten Engagements für den Umweltschutz reflektieren
  • Argumente für den Schutz der Umwelt und nachhaltiges Wirtschaften kennen
  • Informationen aus Texten entnehmen
  • Ergebnisse vortragen und mit anderen diskutieren

Umsetzung

Zum Einstieg betrachtet die Klasse gemeinsam Bildern bzw. Videos über die Umweltsituation in der ehemaligen DDR. Je nach verfügbarer Zeit lesen die Schüler/innen in Gruppen verschiedene Zeitzeugenberichte. Sie überlegen und notieren: Wie konnte es zu derart großen Umweltverschmutzungen kommen? Was bedeuteten die Umweltbelastungen für die Menschen in den betroffenen Regionen?

Zum Abschluss diskutieren die Schülerinnen und Schüler gemeinsam: Wie ist die Situation heute? Welche Rolle spielten der Staat und Bürgerinitiativen bei den Veränderungen? Welche Vor- und Nachteile haben die Veränderungen für die Menschen vor Ort?

Erweiterung

Es bietet sich an, vom geschichtlichen Thema einen Bezug zu heute und zum Lebensumfeld der Schülerinnen und Schüler herzustellen:

  • Spurensuche vor Ort (funktioniert in Ost und West): Die Schüler/innen führen Interviews mit Zeitzeugen. Wer hat Eltern oder Großeltern, die selber in einem großen Betrieb gearbeitet haben? Hat sich dort die Einstellung zur Umwelt in den letzten Jahrzehnten geändert? Falls ja, warum? Was hat sich konkret geändert, welche Beispiele gibt es?Alternativ, je nach Gegebenheiten vor Ort (z.B. ein Fluss in dem man früher schwimmen konnte o.Ä.): Gibt oder gab es Beispiele für besondere Umweltbelastungen? Was denken die Leute darüber? Wie haben sich die Belastungen und die Haltung der Menschen geändert?

Medien & Materialien

Brikettfabrik in Lauchhammer, DDR (Weisflog, Rainer / Bundesarchiv / CC-BY-SA)

"Im Interesse des Wohlergehens der Bürger sorgen Staat und Gesellschaft für den Schutz der Natur" stand seit 1968 in der Verfassung der DDR. Die Realität sah anders aus, schwere Umweltschäden waren überall sichtbar.

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Ausschnitt aus Zeit.de

In der DDR gab es erschreckende Umweltschäden. Umweltschutz wurde zu einem wichtigen Thema der Oppositionsbewegung. Anhand von Zeitzeugenberichten gehen Schüler/innen der Frage nach: Warum engagierten sich Menschen für die Umwelt? Wie ging der Staat mit ihnen um?

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Hintergrund

Demonstration am Tagebau Cospuden (Bundesarchiv  / Kluge, Wolfgang / CC-BY-SA)

Umweltschutz hatte in der DDR formal einen hohen Stellenwert. Doch tatsächlich war die Wirtschaft wichtiger. Vielerorts gab es erschreckende Umweltschäden, die Belastung von Luft und Wasser war in Industriegebieten und großen Städten oft gesundheitsschädlich. Umweltschutz wurde zu einem wichtigen Thema der Oppositionsbewegung: Menschen protestierten gegen den staatlichen Raubbau an Natur und Ressourcen.

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