25.06.2015 | Themenübergreifend

Papst-Enzyklika: "Sorge für das gemeinsame Haus"

Am 18. Juni 2015 hat Papst Franziskus in Rom seine Enzyklika "Laudato Si" vorgestellt. Darin ruft er zum Schutz des "gemeinsamen Hauses" der Menschheit auf, zum Schutz der Erde. Die Menschheit müsse sich dringend einigen, wie sie die Herausforderungen der Umweltverschmutzung und des Klimawandels angehen will. Wie lassen sich Umwelt- und Naturschutz religiös oder ethisch begründen? Welche Rolle können die Weltreligionen und ethische Überzeugungen in der Umweltpolitik und für den praktischen Umweltschutz spielen?

Informationen und Materialien

Didaktischer Kommentar

Im Mittelpunkt der Unterrichtsvorschläge für Sekundarstufe und Grundschule steht die Frage, welche Rolle Umwelt- und Naturschutz aus Sicht von Religionen und der Ethik spielen. Die Schüler/-innen erhalten dabei einen Eindruck von der Vielfalt menschlicher Überzeugungen, von religiösen Glaubensgrundsätzen über ethische Überlegungen bis hin zu politischen Positionen. Sie ermitteln Gemeinsamkeiten und leiten daraus "Gebote" für den praktischen Umgang mit Natur und Umwelt ab, die für Menschen unterschiedlichen Glaubens gelten könnten.

Die Unterrichtsvorschläge können somit sowohl für den Ethikunterricht als auch für den Religionsunterricht verschiedener Konfessionen verwendet werden. Zudem lassen sie sich mit politischen Fragestellungen verknüpfen, vor allem in den Bereichen der Entwicklungspolitik, der Umwelt- und Klimapolitik sowie im Themenfeld Globalisierung.

Über grundlegende ethische Fragen hinaus bietet das Thema direkte Anknüpfungspunkte zu wichtigen Inhaltsfeldern im Religionsunterricht verschiedener Konfessionen. Es geht um die Doppelrolle des Menschen als Geschöpf Gottes, das gleichzeitig dazu berufen ist, verantwortungsvoll mitzugestalten und die Schöpfung zu bewahren. Zudem geht es um den religiös begründeten Einsatz für Gerechtigkeit und Menschenwürde.

In der Sekundarstufe werden verschiedene Positionen und Herangehensweisen in Form von Zitaten vorgestellt und verglichen. Dabei werden Widersprüche zwischen ethischen beziehungsweise religiösen Werten und heutigen Umweltproblemen gesammelt. Die Schüler/-innen setzen sich mit der Frage auseinander, wie es zu diesen Problemen kommen kann, obwohl die Überzeugungen der meisten Menschen ein anderes Handeln nahelegen. Sie erarbeiten selbst Ideen, wie sie ihren Alltag entsprechend ihrer Wertvorstellungen gestalten können.

In der Grundschule lernen die Schüler/-innen Wert- und Normvorstellungen verschiedener Gruppen kennen. In einer Gruppenarbeit setzen sie sich mit ethischen Grundprinzipien auseinander. Gemeinsam erarbeiten sie Leitlinien für das Handeln im Alltag.

Verwandte Themen bei Umwelt im Unterricht

Die Unterrichtsvorschläge und Materialien lassen sich mit folgenden Themen bei Umwelt im Unterricht verknüpfen:

Naturbewusstsein: Wie wild sind wir wirklich? (4/2014) 
Die Natur dürfe nur nachhaltig genutzt werden, meinen 93 Prozent. Fast ebenso viele stimmen zu, dass dies nicht auf Kosten der Menschen in ärmeren Ländern gehen dürfe. Die Praxis sieht allerdings anders aus. Was sind die Gründe für die Unterschiede zwischen Anspruch und Wirklichkeit? Was motiviert Menschen, die konsequent nachhaltig handeln?

Einsatz für die Umwelt (11/2011)
Warum engagieren sich Menschen freiwillig, und warum ist ihr Engagement wichtig?

Was brauchen wir zum Glück? (3/2014)
Seit Jahren wird die Kritik am Streben nach wirtschaftlichem Wachstum lauter, weltweit werden andere Ansätze diskutiert. Was ist das Problem, wenn Fortschritt am Bruttoinlandsprodukt gemessen wird? Wie kann man Glück und Wohlergehen einer Gesellschaft messen?

Hintergrund (1)

Planet Erde
Hintergrund
25.06.2015 | Themenübergreifend

In der Enzyklika "Laudato Si" formuliert Papst Franziskus ethische Überlegungen, die sich ausdrücklich auch an andersgläubige oder nicht gläubige Menschen richten. Im Mittelpunkt seiner Argumentationen stehen die besondere Rolle des Menschen und dessen Verantwortung anderen Menschen und der Umwelt gegenüber. Welche umweltethischen Ansätze gibt es? Welche Rolle können ethisch und religiös begründete Werte für das praktische Handeln spielen?

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Unterrichtsvorschläge (2)

Kahle Bäume in trockender Landschaft
Unterrichtsvorschlag
25.06.2015 | Themenübergreifend
Sekundarstufe

In Gruppen recherchieren und vergleichen die Schüler/-innen Argumente aus verschiedenen religiösen und philosophischen Texten. Anschließend sammeln sie Widersprüche zwischen religiösem und ethischem Anspruch und heutigen Umweltproblemen. Sie identifizieren konkrete Probleme sowie deren Ursache und erarbeiten eigene Argumente, mit denen man Menschen verschiedener Religion und Überzeugungen ansprechen kann. 

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Ein durchtrennter Baumstamm
Unterrichtsvorschlag
25.06.2015 | Themenübergreifend
Grundschule

Die Schüler/-innen setzen sich mit prägnanten Zitaten zum Umgang des Menschen mit Natur und Umwelt auseinander. Dazu gehören unter anderem Auszüge aus der UN-Deklaration der Menschenrechte, Sätze aus der Bibel und Zitate aus der Philosophie. In Gruppen bespricht die Klasse, was die Zitate zum Umgang des Menschen mit der Erde beziehungsweise der Schöpfung besagen. Die Schüler/-innen überlegen, wie es sein kann, dass Menschen Umweltprobleme verursachen, obwohl die Überzeugungen der meisten ein anderes Handeln nahelegen.

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Arbeitsmaterialien (2)

Ausschnitt eines Bücherregals
Arbeitsmaterial
25.06.2015 | Themenübergreifend
Sekundarstufe

Die Arbeitsblätter enthalten Zitate mit Bezug zur Umweltethik aus philosophischen, religiösen und politischen Texten. Knappe Informationen zu verschiedenen Perspektiven der Umweltethik unterstützen bei der Einordnung der Positionen.

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Ein Pflanzen-Keimling
Arbeitsmaterial
25.06.2015 | Themenübergreifend
Grundschule

Anhand der Arbeitsblätter lernen die Schüler/-innen Zitate mit Bezug zur Umweltethik kennen. Diese stammen aus religiösen, philosophischen und politischen Texten.

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