Hintergrund

Sommer- und Freizeitthemen bei Umwelt im Unterricht

Seeufer mit Strand und Bäumen

Wann ist eigentlich Sommer? Für die meisten Menschen dann, wenn Ferien sind und das Wetter dazu einlädt, unter freiem Himmel ihren liebsten Freizeitaktivitäten nachzugehen. Eine wichtige Voraussetzung dafür sind eine intakte Natur und Umwelt. Achtsames Verhalten und nachhaltige Tourismuskonzepte helfen, den Sommer zu genießen und die natürlichen Ressourcen zu erhalten. Ein Überblick über Sommer- und Freizeitthemen bei Umwelt im Unterricht.

Wann ist eigentlich Sommer? Auf diese Frage kennt die Meteorologie eine klare Antwort: Sommerbeginn ist der 1. Juni, das Ende ist der 31. August. Auch für Sommertage und "heiße Tage" kennt die Meteorologie eindeutige Definitionen. Ein Sommertag ist demnach ein Tag, an dem die Lufttemperatur über 25 Grad Celsius steigt. Ein heißer Tag ist ein Tag, bei dem mehr als 30 Grad erreicht werden. Früher wurde auch die Bezeichnung "Tropentag" verwendet. Die Zahl der Sommertage und heißen Tage gilt laut Wetterlexikon des Deutschen Wetterdienstes als ein Maß für die Güte des Sommers.

Vor allem für Schüler/-innen und ihre Familien dürfte jedoch gelten: So richtig Sommer ist, wenn Ferien sind und das Wetter dazu einlädt, ihren liebsten Freizeitaktivitäten draußen und in der Natur nachzugehen. Für viele Menschen gehört außerdem eine Urlaubsreise dazu. Allein die Größenordnungen machen deutlich, dass Urlaubsreisen auch für die Umwelt relevant sind. So verreisten laut Deutschem Tourismusverband im Jahr 2013 knapp 55 Millionen Deutsche länger als fünf Tage ins In- und Ausland. Fast drei Viertel von ihnen nutzte für die Anreise das Auto. 

Urlaubsreisen und Tourismus mit dem Umwelt- und Naturschutz zu vereinbaren, ist eine Herausforderung. Einerseits gelten vor allem schöne Landschaften mit möglichst intakter Natur und Umwelt als attraktive Reiseziele. Andererseits ist Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Allein in Deutschland sind 2,9 Millionen Menschen direkt in der Tourismusbranche beschäftigt, so das Bundeswirtschaftsministerium. Und die Bedürfnisse dieser Branche bedrohen mancherorts die natürlichen Ressourcen.

Ein Lösungsansatz sind nachhaltige Tourismuskonzepte. Sie können sich auch positiv auf Natur und Landschaft auswirken, so das Bundesamt für Naturschutz. Zum Beispiel, wenn Menschen die natürlichen Ressourcen wertschätzen lernen und ihr Verhalten in der Natur beziehungsweise ihr Reiseverhalten entsprechend anpassen. 

Eine Reihe von Wochenthemen bei Umwelt im Unterricht deckt verschiedene Aspekte des Themas ab und ermöglicht es, in der Schule Lösungsansätze zu erarbeiten.

Klimafreundlich reisen

Ob es mit dem Flugzeug in den Süden geht, mit dem Auto zum Familienurlaub an die Nordsee, mit der Bahn zum Kulturwochenende nach Paris oder mit dem Fernbus zur Großtante nach Dresden: Reisen mit motorisierten Verkehrsmitteln verursachen CO2-Emissionen, die zum Klimawandel beitragen. Doch wie unterscheidet sich der CO2-Ausstoß bei Flugzeug, Bahn, Bus und Auto? Wie lässt sich eine Reise klimafreundlich(er) planen? Und welche Argumente spielen neben dem Umweltschutz dabei noch eine Rolle?

Sekundarstufe: Ausgehend von eigenen Reisewünschen setzen sich die Schüler/-innen mit typischen Urlaubsplänen auseinander. Sie lernen die unterschiedlichen CO2-Emissionen der Verkehrsmittel Auto, Bahn, Bus und Flugzeug kennen. Die Schüler/-innen tragen verschiedene Argumente für die Wahl von Verkehrsmitteln zusammen und diskutieren, wie klimafreundliche Reisen gefördert werden könnten.

Grundschule: Am Beispiel der unterschiedlichen Reisepläne von fiktiven Familien beschäftigen sich die Schüler/-innen mit dem Zusammenhang zwischen der Nutzung verschiedener Verkehrsmittel und dem Klimawandel. Mithilfe einer Infografik lernen sie die Unterschiede beim CO2-Ausstoß von Auto, Bahn, Bus und Flugzeug kennen. Sie reflektieren individuelle Bedürfnisse beim Reisen und entwerfen einen klimafreundlichen Reiseplan.

Zum Thema der Woche Klimafreundlich reisen (5. April 2019)

Urlaub: fair reisen

Ob einfach nur am Strand liegen, viel Sport machen oder die Natur entdecken, Urlauber/-innen möchten möglichst ungestört ihren liebsten Aktivitäten nachgehen. Doch wie prägt der Tourismus Urlaubsregionen? Wie können die Interessen der Menschen vor Ort und der Schutz der Umwelt damit in Einklang gebracht werden?

Sekundarstufe: Mithilfe von Informationen zu bestimmten Urlaubsregionen erarbeiten die Schüler/-innen das Beziehungsgeflecht verschiedener Interessen vor Ort. Was kann man tun, um die Interessen der Urlauber, der Umwelt und der Einwohner zu vereinbaren? In der Diskussion übertragen die Schüler/-innen ihre Erkenntnisse auf ihre eigenen Urlaubsvorstellungen.

Grundschule: Die Schüler/-innen erarbeiten mithilfe von illustrierten Arbeitsblättern die unterschiedlichen Interessen von Urlaubern, Einwohnern und des Umweltschutzes an einem Urlaubsort. Sie differenzieren dabei zwischen gemeinsamen und gegensätzlichen Bedürfnissen. Zum Abschluss überlegen sie, wie die verschiedenen Interessen beim Reisen berücksichtigt werden können.

Zum Thema der Woche Urlaub: fair reisen (28. Juni 2012) 

Flüsse, Seen und Küsten: Wie sauber sind unsere Badegewässer?

Im Sommer zieht es Millionen Menschen in Europa an Seen, Küsten und Flüsse. Baden und Wassersport gehören zu den beliebtesten Freizeit- und Urlaubsaktivitäten. Damit Baden an natürlichen Gewässern bedenkenlos möglich ist, wird die Wasserqualität an Tausenden Badestellen in ganz Europa kontrolliert. Warum sind saubere Gewässer wichtig für Menschen, Tiere und Pflanzen? Wie kommt es zu Verschmutzungen? Und wie lassen sich Badegewässer schützen?

Sekundarstufe: Anknüpfend an eigene Erfahrungen beim Baden gehen die Schüler/-innen der Frage nach, welche Faktoren die Wasserqualität von Gewässern beeinflussen. Sie recherchieren in Untersuchungsergebnissen der Behörden für Seen, Flüsse und Küstengewässer in der eigenen Region, welche Quellen für Verschmutzungen es gibt – und wie die Gewässer geschützt werden können.

Grundschule: Ausgehend von eigenen Erfahrungen gehen die Schüler/-innen der Frage nach wie man erkennen kann, ob Gewässer sauber genug sind zum Baden. Mithilfe von Arbeitsblättern lernen sie mögliche Zeichen für eine gute beziehungsweise schlechte Wasserqualität kennen – und reflektieren, wie die Wasserqualität mit dem Verhalten der Badenden zusammenhängt.

Zum Thema der Woche Flüsse, Seen und Küsten: Wie sauber sind unsere Badegewässer? (27. Juni 2019)

Sommer ohne Sonnenbrand

Ohne die Energie der Sonne fiele nicht nur der sommerliche Badespaß aus – es gäbe gar kein Leben auf der Erde. Ihr ultravioletter Anteil ist zudem nötig, damit der menschliche Körper Vitamin D produzieren kann. Zugleich kann UV-Strahlung die Gesundheit gefährden und Sonnenbrand oder sogar Hautkrebs verursachen. Wie hängen unser Verhalten und die Gesundheitsrisiken durch UV-Strahlung zusammen? Wie kann man sich schützen? Und welche Rolle spielt die Ozonschicht?

Sekundarstufe: Die Klasse trägt Ideen für Freizeitaktivitäten und Urlaubspläne zusammen – und ermittelt mittels einer Blitzumfrage, wer sich dabei vor Sonnenbrand schützt. In Gruppen erstellen die Schüler/-innen einen Ratgeberbeitrag für die Zeitung oder das Radio, der über Sonne und UV-Strahlen informiert. Die Informationen erarbeiten sie mithilfe von Arbeitsblättern des Bundesamtes für Strahlenschutz.

Grundschule: Die Schüler/-innen erstellen ein Plakat mit den "Top Ten des Sonnenschutzes". Dafür besprechen sie zunächst, welche ihrer Freizeitaktivitäten mit Sonne zu tun haben. Im Anschluss erarbeiten sie die Informationen zum Sonnenschutz mithilfe von Arbeitsblättern des Bundesamtes für Strahlenschutz – zum Beispiel an mehreren Stationen oder an einer Lerntheke. 

Zum Thema der Woche Sommer ohne Sonnenbrand (13. Juni 2013)

Obst und Gemüse: "Sommer selber machen"

Sommer herrscht nicht nur im Urlaub, sondern auch zu Hause. Jahreszeiten geben den Lebensrhythmus der Natur vor. Noch vor wenigen Generationen war auch die Ernährung der Menschen sehr stark daran gekoppelt. Wie viel "Sommer" steckt eigentlich in den Lebensmitteln aus der Eistruhe oder dem Kühlschrank im Supermarkt? Warum nicht mal Ausschau halten, was gerade wächst – und ausprobieren, was sich daraus machen lässt?

Sekundarstufe: Die Schüler/-innen recherchieren, wie viele Früchte der Saison tatsächlich in typischen "Sommererfrischungen" aus dem Supermarkt stecken – zum Beispiel Limonaden, Fruchteis oder Fruchtjoghurts. Sie ermitteln, welche heimischen Obstsorten zur Sommerzeit reif sind und was sie daraus zubereiten können. Sie probieren ausgewählte Rezepte aus und diskutieren, welche Vor- und Nachteile die Ernährung mit saisonalen und regionalen Produkten mit sich bringt.

Grundschule: Die Schüler/-innen untersuchen mithilfe der Angaben auf der Verpackung, wie viel saisonales Obst typische "Sommererfrischungen" aus dem Supermarkt tatsächlich enthalten – zum Beispiel Limonade, Fruchteis oder Fruchtjoghurt. Sie recherchieren, welche Obstsorten im Sommer in Deutschland geerntet werden und was daraus hergestellt werden kann. Die Schüler/-innen bereiten ausgewählte Sommerrezepte selbst zu.

Zum Thema der Woche Obst und Gemüse: "Sommer selber machen" (4.7.2016)

Weiterführende Links

Bundesamt für Naturschutz: Tourismus
http://www.bfn.de/0323_tourismus.html

Umweltbundesamt: Übersichtsseite Nachhaltige Mobilität
http://www.umweltbundesamt.de/tags/nachhaltige-mobilitaet

Bundeswirtschaftsministerium: Tourismuspolitischer Bericht der Bundesregierung
http://www.bmwi.de/DE/Mediathek/publikationen,did=579736.html

Aid Infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e.V.:
Saisonkalender für Obst und Gemüse
https://www.aid.de/inhalt/saisonzeiten-bei-obst-und-gemuese-3130.html

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