Veröffentlicht auf Umwelt im Unterricht: Materialien und Service für Lehrkräfte – BMU-Bildungsservice (http://www.umwelt-im-unterricht.de)

Bilderserie

Warum sind "sichere" Toiletten wichtig?

Ein rotes Plumpsklo
Grundschule, Sekundarstufe

In Deutschland und anderen Industrieländern ist es selbstverständlich, dass es in jeder Wohnung mindestens eine Toilette gibt. Die Bilderserie zeigt Beispiele von Toiletten aus anderen Ländern und Zeiten. Die begleitenden Texte vermitteln zentrale Fakten zur Bedeutung von ausreichender sanitärer Versorgung.

Inhalt

Bildergalerie

  • Eine Toilette im Badezimmer
    Was wäre, wenn die Toilette nicht wäre?
    In Deutschland und anderen Industrieländern ist es selbstverständlich, dass es in jeder Wohnung mindestens eine Toilette gibt. Auch in fast allen anderen Gebäuden gibt es Toiletten. Ebenfalls selbstverständlich sind eine funktionierende Spülung, der Anschluss ans Abwassersystem und ein Waschbecken zum Händewaschen. Toiletten sind so alltäglich, dass sich kaum jemand Gedanken darüber machen muss.
  • Stehtoilette
    Was ist eine "sichere" Toilette?
    Vielleicht hast du dich schon mal über eine ungewöhnliche Toilette gewundert, zum Beispiel im Urlaub? In südeuropäischen Ländern findet man manchmal Toiletten, auf denen man nicht sitzen kann. Sie erfüllen ebenfalls ihren Zweck: Laut den Vereinten Nationen ist bei einer Toilette vor allem wichtig, dass niemand mit den "menschlichen Abfällen" in Berührung kommt. Dann gilt sie als "sichere" Toilette. Denn so können sich Krankheitserreger nicht so leicht ausbreiten.
  • Rotes Plumpsklo in der Natur
    Wo sind deine Großeltern aufs Klo gegangen?
    Bis vor einigen Jahrzehnten waren auch in Deutschland sogenannte Plumpsklos verbreitet - zum Beispiel in Kleingärten. Sie heißen so, weil sie über einer Grube errichtet werden. Die Hinterlassenschaften der Toilettennutzer plumpsen dort hinein. Eine Wasserspülung gibt es nicht. Auch ein Plumpsklo kann hygienisch und sicher sein, wenn die Grube gut abgedeckt ist und niemand mit den Fäkalien in Berührung kommt.
  • Burgtoilette im dem Mittelalter
    Wie war das ganz früher?
    Dass Fäkalien sicher verschwinden, war nicht immer üblich. Warst du schon mal in einer alten Burg? Und hast du dort einen solchen Erker mit einem Loch im Boden gesehen? Rate mal, was das ist... Übrigens war es auch in mittelalterlichen Städten üblich, dass menschliche Abfälle einfach auf der Straße landeten. Und wenn du solche mittelalterlichen Verhältnisse unglaublich findest: Frag mal deine Eltern oder Großeltern, warum man in älteren Eisenbahnwaggons nicht aufs Klo durfte, wenn der Zug im Bahnhof stand.
  • Grubenlatrine
    Wie sieht es anderswo auf der Welt aus?
    Auch heute sind sichere und saubere Toiletten längst nicht überall selbstverständlich. Zweieinhalb Milliarden Menschen - das ist mehr als jeder Dritte - weltweit haben keinen Zugang zu ausreichender Versorgung mit Trinkwasser und sanitären Einrichtungen. Auf dem Foto ist eine traditionelle "Grubenlatrine" zu sehen, eine Art Plumpsklo. Das Rohr links ist die Lüftung. So eine Toilette ist in vielen Gegenden üblich, in denen es keine Wasserleitungen und Abwassersysteme gibt.
  • Kinder an einem schmutzigen Gewässer in Afrika
    Warum können Toiletten Leben retten?
    Etwa eine Milliarde Menschen weltweit muss ihre Notdurft im Freien verrichten. Betroffen sind vor allem ärmere Menschen in Afrika und Südasien. Das ist ein ernstes Problem. Denn so können zum Beispiel Krankheitserreger in Gewässer oder auf Felder gelangen. Dadurch können sich Krankheiten wie Durchfallerkrankungen, Typhus und Cholera schneller verbreiten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass vier Fünftel aller Erkrankungen in den Entwicklungsländern auf unsichere Wasserversorgung und mangelhafte sanitäre Einrichtungen zurückzuführen sind. Die WHO bezeichnet Toiletten als “wichtigste medizinische Erfindung der Neuzeit”.
  • Modellzeichnung einer neuartigen Toilette von RTI International
    Sollte man die Toilette neu erfinden?
    Die US-amerikanische Gates-Stiftung hat einen Wettbewerb ausgerufen, bei dem neuartige Toiletten ausgezeichnet werden. Die neuen Ideen sollen helfen, die Versorgung mit sanitären Einrichtungen in Entwicklungsländern zu verbessern. Die Erfindungen müssen ohne Strom- und Wasseranschluss auskommen. Denn diese sind dort, wo Toiletten am dringendsten gebraucht werden, meist nicht vorhanden. Auf dem Foto ist eine Toilette zu sehen, die 2012 im Wettbewerb ausgezeichnet wurde. Sie sieht von außen ganz normal aus - funktioniert aber mit Solarenergie und erzeugt Wasserstoff. Das brennbare Gas kann als Energiequelle genutzt werden.
  • Drei Männer tragen mobile Toilette
    Warum lohnen sich gute Toiletten?
    Die Vereinten Nationen bezeichnen Toiletten als eine gute Investition: Wenn ein Euro für bessere sanitäre Anlagen ausgegeben wird, kann das 5,50 Euro “Gewinn” bringen. Denn bessere Toiletten bedeuten unter anderem weniger Krankheiten und damit weniger Kosten für medizinische Versorgung. Die Kosten für Toiletten sind vor allem in ärmeren Ländern ein wichtiges Thema. Mit der blauen Toilette auf dem Foto kann man sogar Geld verdienen. Denn darin werden Fäkalien gesammelt und später zu wertvollem Dünger verarbeitet. Auch Biogas könnte man mithilfe der Exkremente erzeugen. In Deutschland ist dies noch nicht üblich.