Die Wildnis vor der Tür?

Europäischer Wolf in der Seitenansicht; im Hintergrund: Laubwald.
Sekundarstufe

Die Schüler/-innen gehen auf Beobachtungstour ins "Grüne": Je nach verfügbarer Zeit und örtlichen Gegebenheiten kann das Ziel die Wiese in der Baulücke neben der Schule, der Stadtpark oder ein nahegelegenes Naturschutzgebiet sein. Für einen Projekttag bietet sich auch ein Ausflug zu einem Nationalpark an. Die Schüler/-innen beobachten Tier- und Pflanzenarten und diskutieren die Besonderheiten des Lebensraumes.

Lernziele 

  • Den Begriff biologische Vielfalt erklären können
  • Abhängigkeit von Arten eines Lebensraums kennenlernen
  • Gründe für den Erhalt der biologischen Vielfalt kennen- Systematische Beobachtungen durchführen und auswerten
  • Ergebnisse präsentieren und diskutieren

Umsetzung

Die Klasse stellt sich die Frage: Wo finde ich "Natur" in meinem Umfeld – in meiner Stadt, der Umgebung oder in meiner Region? Die Frage wird zum Ausgangspunkt für eigene Beobachtungen; entweder bei einem Wandertag oder einer Mini-Exkursion in die Umgebung der Schule. Möglicherweise kann die Klasse am Wandertag biologische Vielfalt teilnehmen.

Gegebenenfalls kann die Lehrkraft mithilfe einer Bilderserie überraschende Fakten über Tier- und Pflanzenarten in Deutschland vorstellen. Alternativ können die Lehrkraft oder die Schüler/-innen "Fundstücke" mitbringen (Pflanzen, Schneckenhäuser, ein Stückchen Rinde) oder die Lehrkraft zeigt Fotos (gegebenenfalls vergrößerte Ausschnitte) mit Naturmotiven aus der Gegend; die Klasse überlegt, was zu sehen ist.

Anschließend geht die Klasse auf Entdeckungsreise und untersucht, was in der eigenen Umgebung lebt. Je nach verfügbarer Zeit und örtlichen Gegebenheiten kann die "Reise" auf die Wiese in der Baulücke neben der Schule, den Stadtpark, ein nahegelegenes Naturschutzgebiet oder Ähnliches führen. Auch ein Stadtspaziergang kann spannende Naturbeobachtungen ermöglichen. Das Ziel kann gegebenenfalls gemeinsam mithilfe von Karten ausgewählt werden (Stadtpläne, Landkarten, Google Maps etc.). Je nach verfügbarer Zeit kann eine Rallye vorbereitet werden mit bestimmten Aufträgen, zum Beispiel: Wo wächst eine bestimmte Pflanze? Wie viele verschiedene Blüten entdeckt ihr?

Zur Vorbereitung sollte eine Belehrung über das richtige Verhalten in der Natur gehören (nichts zerstören, keine Tiere erschrecken, keinen Müll hinterlassen – siehe zum Beispiel die "Goldenen Regeln des Wanderns" der deutschen Sportjugend ) oder Infotafeln in Schutzgebieten).

Am Ziel gehen kleine Gruppen auf Entdeckungstour. Die Schüler sammeln und/oder fotografieren die Örtlichkeiten und zum Beispiel die dort vorkommenden Pflanzen. Für diesen Zweck sollten Kameras mitgebracht werden – dabei reichen meist einfache Geräte oder viele Fotohandys. Anleitungen und Hilfsmittel für die Untersuchungen finden sich in den Unterrichtsmaterialien "Biologische Vielfalt" des Bundesumweltministeriums, zum Beispiel:

  • Infoblatt 10: Das brauchst du – Liste von Hilfsmitteln (S. 13)
  • Infoblatt 11: Hinweise für Beobachtungen (S. 14)
  • Arbeitsblatt 12/1: Protokollblatt für Pflanzen (S. 15)
  • Arbeitsblatt 12/2: Protokollblatt für Tiere (S. 16)

(Die Materialien wurden für die Grundschule entwickelt, lassen sich jedoch auch in den unteren Klassenstufen der SEK verwenden oder können gegebenenfalls als Vorlage dienen.)

Nach der Entdeckungstour werden die Ergebnisse mithilfe von Bestimmungsbänden oder mittels einer Onlinerecherche aufbereitet.Die Gruppen stellen ihre Entdeckungen vor – zum Beispiel als Posterausstellung, Präsentation von Fotos mittels Beamer oder Smartboard. Anschließend diskutieren sie je nach den gestellten Aufträgen sowie Fragen wie: Haben sie damit gerechnet, so viele verschiedene Arten zu entdecken? Was würde passieren, wenn einzelne Arten verschwinden würden? Warum ist es wichtig, Arten zu schützen? Was könnte den gefundenen Arten gefährlich werden? (Je nach Ziel der Entdeckungstour: Bebauung der Flächen, andere wirtschaftliche Nutzung etc.)

Erweiterung 

  • Die Exkursion sollte gut vorbereitet sein. Daher kann es sich lohnen, Fachleute zu fragen. Naturschutzorganisationen oder Schutzgebiete bieten oftmals geführte Wandertouren oder Informationsveranstaltungen zur biologischen Vielfalt in der Region an. Tipps und Materialien zur Vorbereitung sowie für Beobachtungen beziehungsweise Aktionen während der Wanderung bietet die Lehrkräfte-Handreichung des Bundesamtes für Naturschutz zum Wandertag biologische Vielfalt.
  • Auch Internet und Smartphone können spannende Hilfsmittel für Naturbeobachtungen sein: So gibt es zahlreiche Apps und Websites zur Bestimmung von Tier- und Pflanzenarten. Der Naturschutzbund (NABU) bietet Bestimmungs-Apps für Bäume, Vögel, Pilze und Muscheln sowie einen Online-Vogelführer. Für Pflanzen gibt es auch die Website www.pflanzenbestimmung.de oder die Datenbank floraweb.de des Bundesamtes für Naturschutz.
  • Der Unterrichtsvorschlag lässt sich auch mit Geografie-, Wirtschafts- und Politikthemen verknüpfen, zum Beispiel mit Fragen der Flächennutzung und Stadtplanung: Wie lassen sich Naturschutz, menschliche Bedürfnisse nach Erholung und Interessen der Wirtschaft vereinbaren?
  • Für die selbstständige Internetrecherche und weiterführende Beschäftigung mit dem Thema Schutzgebiete eignet sich das interaktive Online-Kartentool des Bundesamtes für Naturschutz: http://www.geodienste.bfn.de/schutzgebiete

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Dieser Text steht unter der Creative Commons-Lizenz CC BY-NC-SA 3.0. Sie dürfen ihn zu allen nicht-kommerziellen Zwecken - also auch für den Unterricht - verwenden und bearbeiten, z.B. kürzen oder umformulieren. www.umwelt-im-unterricht.de muss immer als Quelle genannt werden. Details zu den Bedingungen finden Sie auf der Creative Commons-Website.

Informationen und Materialien

Hintergrund (1)

03.05.2012 | Ökosysteme und biologische Vielfalt | Gesundheit und Ernährung
Kreisrunde Flechte an einer Mauer; Färbung: Gelb.

Biologische Vielfalt beziehungsweise Biodiversität bezeichnet die Vielfalt des Lebens und der Lebensräume auf der Erde. Auch in Deutschland gibt es "Hotspots" der Vielfalt – Regionen mit einer besonders hohen Dichte und Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten. Die Vielfalt zu bewahren, ist von großer Bedeutung für das ökologische Gleichgewicht, denn die Arten brauchen einander.

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Arbeitsmaterialien (2)

01.08.2011 | Ökosysteme und biologische Vielfalt | Konsum | Wirtschaft und Arbeitswelt
Titelbild der BMU-Bildungsmaterialien "Biologische Vielfalt"
Sekundarstufe

Das Schülerheft "Biologische Vielfalt" umfasst über 50 Seiten. Es ist unterteilt in drei Unterrichtssets mit Arbeitsblättern für Schülerinnen und Schüler: Anhand der Themen Bionik, Biosphärenreservate, Nationalparks sowie globale Artenvielfalt werden die Kompetenzen im Bereich Naturschutz entwickelt und Verständnis für die Bedeutung einer nachhaltigen Entwicklung vermittelt. Auch ein Projektvorschlag für einen Kurzfilm zum Thema ist enthalten.

[Stand: August 2011. Dieses Angebot wird nicht mehr aktualisiert.]

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01.08.2011 | Ökosysteme und biologische Vielfalt
Titelbild der BMU-Bildungsmaterialien "Biologische Vielfalt"
Sekundarstufe

Methodische Hinweise und Hintergrundinformationen für Lehrkräfte zum Arbeitsheft "Biologische Vielfalt" für Schülerinnen und Schüler. Das Schülerheft umfasst über 50 Seiten und ist in drei Unterrichtssets unterteilt mit Arbeitsblättern für Schülerinnen und Schüler: Anhand der Themen Bionik, Biosphärenreservate, Nationalparks sowie globale Artenvielfalt werden die Kompetenzen im Bereich Naturschutz entwickelt und Verständnis für die Bedeutung einer nachhaltigen Entwicklung vermittelt. Auch ein Projektvorschlag für einen Kurzfilm zum Thema ist enthalten.

[Stand: August 2011. Dieses Angebot wird nicht mehr aktualisiert.]

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Bilderserien (1)

03.05.2012 | Ökosysteme und biologische Vielfalt | Gesundheit und Ernährung
Eine gelb-lilafarbene Blüte des Marien-Frauenschuhs; Hintergrund: Blätter.
Sekundarstufe, Grundschule

Ob wertvolle Heilkräuter am Wegesrand, fleischfressende Pflanzen oder Wildtiere in der Großstadt: Die Vielfalt der Lebensräume und Tier- und Pflanzenarten in unserer Umgebung hat einige Überraschungen zu bieten.

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Zielgruppe