Die Zutaten zum Glücksrezept

Schulklasse
Grundschule

Durch die Auseinandersetzung mit eigenen Glückserlebnissen tragen die Schüler/-innen erste Ideen zusammen, was Menschen glücklich und unglücklich machen kann. Anhand einer Fotoserie, die Menschen in verschiedenen Lebenslagen zeigt, erarbeiten die Schüler/-innen in Gruppen allgemeine Voraussetzungen für menschliches Glück. Dabei werden verschiedenste Aspekte abgedeckt, zum Beispiel Gesundheit, Sicherheit, eine intakte Umwelt oder Bildung. Anschließend reflektiert die Klasse gemeinsam, was die Zutaten für ein "Glücksrezept" sein könnten, das für alle Menschen gilt.

Ziele

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erörtern den Begriff "Glück" und entwickeln Voraussetzungen für ein glückliches Leben,
  • vollziehen die Bedürfnisse von Menschen, die in anderen Kontexten leben, nach,
  • abstrahieren von ihren eigenen Erfahrungen und leiten grundlegende Menschenrechte ab,
  • setzen sich mit der Frage auseinander, ob und wie Glück teilbar ist,
  • planen gemeinsam mit anderen ein eigenes Forschungsprojekt und
  • motivieren andere, sich für Benachteiligte zu engagieren.

Umsetzung

Zum Einstieg werden als Impuls zwei Fotos gezeigt: ein lachendes und ein trauriges Kindergesicht. Geeignete Motive enthält die Bilderserie.Die Schüler/-innen werden aufgefordert, Sätze fortzusetzen und Ideen zu sammeln:

  • Ich bin glücklich, wenn…
  • Ich bin unglücklich, wenn...

Die Schüler/-innen notieren ihre Antworten auf jeweils zwei Karten, je eine für "Ich bin glücklich, wenn..." und eine für "Ich bin unglücklich, wenn...". Die Karten der gesamten Klasse werden gesammelt und für alle sichtbar aufgehängt, zum Beispiel auf zwei Plakaten, an einer Pinnwand, sortiert nach "glücklich" und "unglücklich". Die Plakate beziehungsweise Pinnwand werden im Raum belassen und später ergänzt; es sollte genügend Platz für weitere Karten sein. Auch die Nutzung eines interaktiven Whiteboards bietet sich an. Alternativ können die beiden Gefühlszustände pantomimisch dargestellt werden: Die Lehrkraft bittet zwei Schüler/-innen, stumm einen glücklichen und einen unglücklichen Menschen zu spielen. Die Klasse wird aufgefordert zu überlegen: Wie geht es den Personen? Habt ihr euch schon mal gefühlt wie diese Personen? In welcher Situation wart ihr da? Auch hier werden Gründe für die beiden Gefühlszustände auf Karten notiert.Als weitere Möglichkeit zum Einstieg kann die Titelillustration des Themas der Woche als Impuls verwendet werden (auf das Bild klicken, um eine größere Version anzuzeigen):Im Unterrichtsgespräch reflektiert die Klasse gemeinsam: Sind das "Glücksrezepte", die für alle Menschen auf der Welt gelten? Oder bräuchten Menschen in anderen Lebensumständen vielleicht etwas anderes zum Glück?In Gruppenarbeit werden diese Fragen weiter bearbeitet. Die Gruppen erhalten verschiedene Fotomotive (Link zu Arbeitsmaterialien) von Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen. Die Fotomotive veranschaulichen verschiedene zentrale Voraussetzungen für menschliches Glück und Unglück. Zu diesen Voraussetzungen gehören zum Beispiel Gesundheit, Gerechtigkeit, die Erfüllung materieller Grundbedürfnisse oder gute Umweltbedingungen. Dazu werden folgende Aufgaben gestellt:

  • Bewertet, wie glücklich dieser Mensch ist! Notiert dazu eine Schulnote: 1 für "sehr glücklich", 6 für "sehr unglücklich".
  • Notiert auf Karten: Warum könnte dieser Mensch unglücklich sein?
  • Notiert auf Karten: Warum könnte dieser Mensch glücklich sein?
  • Notiert ebenfalls auf Karten: Was könnte ihn noch glücklicher machen?

Pro Karte soll jeweils nur ein Grund/eine Idee notiert werden.Die Ergebnisse der Gruppen werden ebenfalls für alle sichtbar gesammelt und vorgestellt. Die Lehrkraft weist bei der Vorstellung der Ergebnisse anhand der Fotomotive gegebenenfalls auf weitere Aspekte hin, sofern die Gruppen sie nicht selbst nennen. Stichworte: Freiheit, Sicherheit, Gerechtigkeit, Nahrung, Gesundheit, Mitbestimmung, Bildung, eine intakte Umwelt.Im Unterrichtsgespräch werden die Ergebnisse gemeinsam ausgewertet. Die Fragestellung lautet: Gibt es ein Glücksrezept für alle Menschen? Für die Auswertung kann ein Bild von einem Kochtopf angepinnt beziehungsweise angezeichnet werden. Aus den zuvor gesammelten Karten werden nun diejenigen ausgewählt, die zu einem "Glücksrezept" für alle Menschen gehören. Diese werden über dem oder im Kochtopf gesammelt.Die Schüler/-innen werden aufgefordert zu definieren: Was brauchen alle Menschen auf der Welt, um glücklich sein zu können? Gegebenenfalls kann thematisiert werden, wer diese Bedingungen jeweils sicherstellen könnte. Zum Beispiel: Was könnten oder sollten Regierungen tun, was kann jeder/jede Einzelne tun?Erweiterung

  • Unterstützt durch den Clip "Das geteilte Glück" (rbb-online, 2:05 Min, kann heruntergeladen werden) können die Schüler/-innen ein kleines Experiment durchführen, bei dem sie "Glück teilen": Wie fühlen sich unterschiedliche Arten an, Glück zu teilen? Macht es zum Beispiel einen Unterschied, wenn die Reaktion von der- oder demjenigen, der/dem wir geholfen haben, nicht direkt sichtbar ist (wie zum Beispiel beim Umweltschutz)? Unterschiedliche Gruppen erhalten dazu je eine Forschungsfrage, zu der sie jeweils ein eigenes Experiment entwickeln und auswerten: Wie fühlt es sich an, 1) etwas zu verschenken? 2) jemandem bei etwas zu helfen? 3) einem einsamen Menschen Gesellschaft zu leisten? 4) etwas für den Naturschutz zu tun? 5) sich für Tiere oder für ein bestimmtes Tier einzusetzen? 6) jemandem zu helfen, der in einem anderen Land wohnt?
  • Als kleines Projekt im Kunst- oder Deutschunterricht können die Schüler/-innen eine Zeitung nur mit guten Nachrichten zusammenstellen, oder sie formulieren und illustrieren ein "Glücksrezept": "Man nehme eine Prise Sonnenschein, einen Löffel Gesundheit…"
  • Die Schüler/-innen formulieren zu zweit eine Aufgabenkarte, eine kurze "Anleitung zum Glück, das nichts kostet" als Empfehlung für einen Mitschüler/eine Mitschülerin. Dabei greifen sie auf ihre eigene Erfahrung zurück: Was macht besonders glücklich? Sie schreiben ihre Idee als Handlungsanleitung auf eine Karte (z. B. "Geh an einem Sommermorgen barfuß durchs feuchte Gras"). Alle Karten werden gemischt, jedes Paar zieht eine Karte und versucht, diese umzusetzen.
  • Thema Konsum: Die Schüler/-innen untersuchen Werbeanzeigen danach, welche Art von Glück sie versprechen. Die Schüler/-innen reflektieren: Hält die Werbung, was sie verspricht? Macht Konsum wirklich glücklich? Könnte man die gleiche Art Glück auch erfahren, ohne dieses Produkt zu kaufen? Wenn ja, wie? Materialien und Anregungen dazu enthält der Unterrichtsvorschlag "Wer besitzt wie viel" aus dem Thema der Woche "Rio+20: Nachhaltig gestalten und entwickeln".

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Informationen und Materialien

Hintergrund (1)

19.03.2014 | Wirtschaft und Arbeitswelt | Ressourcen | Klima
alter Mann lacht

Lebensqualität und Fortschritt werden meist anhand von Wirtschaftsdaten wie dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) gemessen. Was keinen Marktwert hat, bleibt dabei jedoch außen vor – zum Beispiel viele Umweltschäden oder das subjektive Wohlbefinden der Menschen. Fachleute diskutieren Alternativen. Ihr Ziel: Ein Maßstab für das Glück einer Gesellschaft soll bei konkreten politischen Entscheidungen helfen.

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Bilderserien (1)

20.03.2014 | Wirtschaft und Arbeitswelt | Ressourcen | Klima
Mädchen und Reh
Sekundarstufe, Grundschule

Die Fotos zeigen Menschen in verschiedenen Lebenssituationen: zum Beispiel eine Geburtstagsfeier im Altersheim oder spielende Kinder in einem Flüchtlingscamp der Vereinten Nationen. Die Motive veranschaulichen, was Menschen glücklich machen und was ihnen zum Glück fehlen könnte.

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Zielgruppe