Essen - und die Welt verändern?

Ein Stück Käse
Sekundarstufe

Anhand von Satellitenbildern lernen die Schüler/-innen beispielhaft Veränderungen der Landschaft durch die Nahrungsmittelproduktion kennen. Sie recherchieren Merkmale des ökologischen Landbaus und diskutieren Beispiele für die Umsetzung. Zum Abschluss reflektieren sie den Einfluss von Konsumenten/-innen und entwickeln Handlungsempfehlungen für verantwortungsvollen Konsum. 

Die Schüler/-innen …

  • lernen zentrale Zusammenhänge zwischen Nahrungsmittelproduktion und Ressourcenbedarf kennen,
  • lernen ökologische Herausforderungen kennen, die durch den Nahrungsmittelbedarf der wachsenden Weltbevölkerung entstehen,
  • lernen Lösungsansätze der nachhaltigen Landwirtschaft kennen,
  • entwickeln Handlungsempfehlungen für verantwortungsvollen Konsum. 

Umsetzung

Der Einstieg erfolgt über ein "Rätselspiel": Die Lehrkraft stellt ein Satellitenbild vor, das problematische Auswirkungen der Nahrungsmittelproduktion zeigt. Als Beispiele eignen sich unter anderem: 

Abhängig vom Vorwissen können die Schüler/-innen direkt Ideen zum Thema äußern. Unter Umständen muss jedoch zunächst geklärt werden, dass es sich um ein Satellitenbild handelt. Anhand der folgenden Fragen kann anschließend eine gemeinsame, schrittweise Auswertung des Bildes erfolgen:

1. Wo könnte das Bild aufgenommen worden sein?

2. Was könnte dargestellt sein?

3. Welche Hauptaussage kann man für das Bild formulieren?

4. Welchen Zusammenhang kann es zwischen dem Bild und dem Unterrichtsthema geben?

Ergänzend oder als Auflösung können anschließend auch Fotografien der zuvor in Form der Satellitenbilder dargestellten Orte beziehungsweise vergleichbare Orte und Ereignisse gezeigt werden:

Als Ergebnis kann schließlich festgehalten werden: Nahrungsmittelproduktion verändert die Landschaft. Je nach Bildauswahl muss dies jedoch nicht zwingend eine negative Veränderung sein.

In einem fragengeleiteten Unterrichtsgespräch wird nun geklärt, welche Folgen die Nahrungsmittelproduktion weltweit auf die Umwelt haben kann und mit welchen Methoden dem entgegengesteuert werden kann. Die genannten Folgen und Ideen für Gegenmaßnahmen werden in einem Tafelbild gesammelt, das die Schülerinnen und Schüler eigenständig ergänzen können, gegebenenfalls auch als Hausaufgabe. Das Ergebnis ist eine Mindmap zu den Folgen der globalen Nahrungsmittelproduktion und möglichen Lösungsansätzen.

Anforderungen an eine zukunftsfähige Nahrungsmittelproduktion

Abbildung: Umwelt im Unterricht/CC BY SA-4.0, nach  https://prezi.com/1ga_gcqbtjjz/nachhaltigkeit-in-der-landwirtschaft/

Erwartungsgemäß werden die Schüler/-innen auch Begriffe wie "biologisch" oder "ökologisch" benennen. Diese können von der Lehrkraft zum Anlass genommen werden, um am Beispiel eines nachhaltigen Ansatzes die “ökologische Landwirtschaft” zu präsentieren. Deren Leitgedanke ist ein Wirtschaften im Einklang mit der Natur. Hervorzuheben ist, dass die Landbaumethoden dafür ... 

  • einen möglichst geschlossenen betrieblichen Nährstoffkreislauf erreichen,
  • die Bodenfruchtbarkeit erhalten,
  • Menschen, Tiere und die Umwelt nicht negativ beeinträchtigen.

Arbeitsphase

Diese drei Aspekte können von der Lehrkraft für alle sichtbar notiert werden. Die Schüler/-innen können nun in Gruppenarbeit Umsetzungsbeispiele recherchieren und diskutieren. Wichtige Beispiele finden sich in der nachfolgenden Auflistung. Ihre Ergebnisse tragen die Schüler/-innen der Klasse vor. Sie werden ebenfalls für alle sichtbar notiert, unter den genannten Überschriften "Nährstoffkreislauf", "Bodenfruchtbarkeit" und "Umweltbeeinträchtigung".

Beispiele für Umsetzungsmöglichkeiten einer ökologischen Landwirtschaft können lauten:

  • Pflanzenschutz ohne synthetisch-chemische Mittel
  • verstärkter Anbau von wenig anfälligen Sorten in geeigneter Fruchtfolge
  • mechanische Bekämpfung von Unkraut (Verbrennen, Abhacken) statt chemischer Bekämpfung
  • keine Verwendung von leicht löslichem mineralischem Dünger, sondern Verwendung von organisch gebundenem Stickstoff in Form von Mist oder Kompost, Pflege der Bodenfruchtbarkeit durch eine ausgeprägte Humuswirtschaft
  • begrenzter, an die Fläche angepasster Viehbesatz
  • weitgehender Verzicht auf Antibiotika

Abschluss

Die Klasse diskutiert gemeinsam den Einfluss, den jeder einzelne Konsument auf die Nahrungsmittelproduktion und -industrie hat, und sammelt Ideen für einen nachhaltigen Konsum. Gemäß der These "Es wird nur produziert, was sich auch verkaufen lässt", kann diese Frage auch um den Aspekt der Wirtschaftlichkeit erweitert werden oder an die Diskussion anknüpfend von den Schülern/Schülerinnen als Hausaufgabe erörtert werden. 

Erweiterung

  • Die Schüler/-innen recherchieren selbstständig zu den Satellitenbildern vom Beginn der Unterrichtsstunde. Leitfragen dazu könnten lauten: Wo wird Brandrodung betrieben und welche Auswirkungen hat das? Welche negativen oder auch positiven Folgen hat Fischzucht in Aquakulturen?
  • Die Schüler/-innen werden mit dem folgenden, vermeintlichen Gegensatz konfrontiert: 795 Millionen Menschen weltweit hungern, zwei Milliarden Menschen leiden an Mangelernährung. Dennoch scheint die Entwicklung des Kalorienangebots und der Anstieg der Weltbevölkerung in der Zusammenschau kein Problem darzustellen. Die Diskrepanz zwischen Angebot und Hunger kann als Gesprächsansatz und zur Frage nach Lösungsansätzen führen. Die Grafik "Entwicklung der Weltbevölkerung und Kalorienangebot im Vergleich" kann zu Veranschaulichung dienen, siehe Publikation von Germanwatch zur weltweiten Ernährungssicherheit 2011, Link: https://germanwatch.org/de/download/481.pdf)
  • Der ökologische Landbau hat Vor- und Nachteile. Die Schüler/-innen recherchieren selbstständig die wichtigsten positiven und negativen Aspekte und stellen diese gegenüber.Die Schüler/-innen erkunden in ihrer Umgebung die Möglichkeiten nachhaltigen Konsums, bewerten diese und erarbeiten Verbesserungsmöglichkeiten.

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