Events – Umweltverträglich planen

Überfüllte U-Bahn mit Fans
Sekundarstufe

Ausgehend von Medienberichten über Mega-Events wie die Fußball-Weltmeisterschaft diskutieren die Schüler/-innen, was alles zur Organisation dazugehört. Mithilfe von Texten zu Praxisbeispielen und zum Umweltmanagement bei Veranstaltungen erarbeiten sie Vorschläge, wie man eine Großveranstaltung umweltverträglich organisieren kann.

Kompetenzen und Ziele

Die Schüler/-innen ...

  • lernen Grundlagen der Planung und Durchführung von Großveranstaltungen anhand vorgegebener Aspekte kennen,
  • benennen organisatorische Aspekte von Großveranstaltungen und bewerten diese unter dem Gesichtspunkt der Umweltverträglichkeit, 
  • lernen, mögliche Umweltbelastungen durch Großereignisse einzuschätzen (zum Beispiel durch internationale Fußballturniere),
  • vertiefen ihre Methodenkompetenz durch die themenbezogene Arbeit mit Medien,
  • schulen ihre Urteilskompetenz durch die Bewertung und Analyse von Ursachen und Auswirkungen verschiedener Einflüsse von Großveranstaltungen,
  • schärfen ihre Argumentationskompetenz durch das Formulieren und Abwägen von Interessen.

Umsetzung

Die Unterrichtseinheit lässt sich begleitend zu einer sportlichen Großveranstaltung wie einer (Fußball-)Weltmeisterschaft oder Europameisterschaft oder den Olympischen Spielen einsetzen. Aber auch Konzerte oder andere große Events bieten sich als Anlass an.

Die Leitfragen lauten: Was sind typische Merkmale einer öffentlichen Großveranstaltung im Sport? Welche Ressourcen werden benötigt? Was sind mögliche Maßnahmen für eine umweltfreundliche Durchführung großer Events?   

Einstieg

Die Lehrkraft zeigt Bilder von einer Großveranstaltung oder Medienbeiträge über die Vorbereitungen, die in der Regel vor Ereignissen wie einer Fußballweltmeisterschaft oder Olympischen Spielen veröffentlicht werden. Gut eignen sich manche Fernsehreportagen. 

Zur WM 2018 in Russland lassen sich unter anderem folgende kurze Beiträge verwenden (Länge jeweils unter 2 Minuten):

Die Lehrkraft fordert die Schüler/-innen auf, in einem Brainstorming zusammenzutragen, was sie über die organisatorischen Aspekte der Großveranstaltung wissen. Im Mittelpunkt stehen die Dimensionen des Ereignisses. Die Lehrkraft kann zum Einstieg den Begriff "Mega-Event" zur Diskussion stellen und gegebenenfalls unterstützend weitere Fragen ergänzen:

  • Das Ereignis gilt als Großveranstaltung beziehungsweise "Mega-Event". Was ist damit gemeint?
  • Wer nimmt daran teil?
  • Woher kommen die Besucher/-innen?
  • Was kennzeichnet die Veranstaltungsorte beziehungsweise die Gebäude, an denen die Veranstaltung stattfindet?
  • Welche Voraussetzungen müssen am Veranstaltungsort geschaffen werden, damit das Ereignis stattfinden kann?

Gegebenenfalls fordert die Lehrkraft die Schüler/-innen auf, auch auf eigene Erfahrungen bei Veranstaltungen zurückzugreifen. 

Die Ergebnisse werden in Stichworten für alle sichtbar notiert. Dabei sollten folgende Aspekte genannt werden: 

  • große Zahl von Besucher/-innen,
  • teilweise weite An- und Abreisewege der Besucher/-innen,
  • großes Verkehrsaufkommen am Veranstaltungsort vor und nach der Veranstaltung,
  • Veranstaltungsorte mit entsprechendem Fassungsvermögen – zum Beispiel Stadien,
  • Verpflegung und gegebenenfalls Unterkunft für eine große Zahl von Besucher/-innen,
  • großes öffentliches Interesse – zum Beispiel Übertragung im Fernsehen und Radio,
  • durch Fernsehübertragung und sogenanntes Public Viewing gegebenenfalls Auswirkungen auch andernorts.

Je nach Fallbeispiel und Ausstattung der Schule können mithilfe einer interaktiven Landkarte wie Google Maps oder Bing Maps einzelne Aspekte veranschaulicht werden. Dazu gehören die Anreisewege der Besucher/-innen, ihre Wege vor Ort oder die Dimensionen der Veranstaltungsorte wie Fußballstadien.

Arbeitsphase

Im Folgenden werden in Kleingruppen oder Einzelarbeit mithilfe von Informationsmaterialien wichtige, für die Umwelt relevante, organisatorische Aspekte einer Großveranstaltung vertieft. Je nach ausgewähltem Event und gewünschtem Schwerpunkt können auch soziale Aspekte dabei berücksichtigt werden. Beispiele sind die Umsiedlungs- beziehungsweise Stadtentwicklungsmaßnahmen bei den Olympischen Spielen in London 2012 oder bei der Fußballweltmeisterschaft (2014) Brasilien und den Olympischen Spielen (2016) in Rio de Janeiro. Siehe Thema der Woche "Wer baut die Stadt von morgen?" (7/2016)

Vorab werden Vermutungen gesammelt, inwiefern die Veranstaltung für die Umwelt beziehungsweise aus Sicht der nachhaltigen Entwicklung relevant ist. Die Beiträge werden in Form einer Mindmap gesammelt. Dabei werden die zuvor genannten organisatorischen Aspekte aufgegriffen, eingefügt und nach und nach Cluster gebildet. Im Mittelpunkt der Mindmap steht die Frage: Was hat das Event mit der Umwelt zu tun? (siehe folgende Skizze)

 

 

Ausführliche Informationen zu möglichen Clustern (Handlungsbereichen) siehe Hintergrundtext.

Anschließend erarbeiten die Schüler/-innen mithilfe von Arbeitsmaterialien und Praxisbeispielen, welche konkreten Ansätze der nachhaltigen Organisation von Veranstaltungen möglich sind.

Abschluss

Anschließend stellen die Gruppen ihre Ergebnisse im Plenum vor. Die Lehrkraft kündigt den Schüler/-innen an, dass die Maßnahmen zum Abschluss bewertet werden sollen. Sie stellt zunächst das wichtigste Bewertungskriterium vor:

  • Was wäre das Beste aus Sicht des Umwelt- und Klimaschutzes? 

Zudem weist die Lehrkraft darauf hin, dass zudem weitere Perspektiven berücksichtigt werden müssen: 

  • Die Interessen der Besucher/-innen. Warum verhalten sie nicht immer "umweltfreundlich", und wie könnte man dies verbessern? 
  • Die Interessen der Veranstalter/-innen. Was wäre aus ihrer Sicht das Beste? Wie könnte sich zum Beispiel Umweltschutz auf Kosten und Aufwand auswirken?

Die Ergebnisse können in einer Tabelle festgehalten werden, zum Beispiel in folgender Form:

 

MaßnahmeBewertung aus Sicht von Umweltschutz/ NachhaltigkeitBewertung aus Sicht von Besucher/-innenBewertung aus Sicht von Veranstalter/-innen
An- und Abreise mit dem ÖPNV (anstelle von Autos)positiv: Einsparung von großen Mengen an CO2 und Abgasen > große Wirkung für den Klimaschutzpositiv: vermeidet Staus

negativ: erscheint oft kompliziert und unbequem

So könnte man eine positive  Bewertung fördern: Angebot von Kombi-Tickets mit Infos zur An- und Abreise (Beispiel: "Wir bringen Sie mit dem Shuttle vom Bahnhof direkt ins Stadion..."
positiv: vermeidet Staus

negativ: zusätzlicher Organisationsaufwand

So könnte man eine positive  Bewertung fördern: Örtliche Verkehrsbetriebe arbeiten mit Veranstalter/-innen zusammen
auf Einweggeschirr verzichten (Becher, Teller, Besteck)positiv: Einsparung von erheblichen Mengen an Abfallpositiv: vermeidet "Vermüllung", macht Erlebnis schöner

negativ: Mehrweg-Systeme können unbequem erscheinen

So könnte man eine positive  Bewertung fördern: mit Hinweisschildern um Mithilfe werben
positiv: vermeidet "Vermüllung"

negativ: Mehrweg-Systeme erscheinen aufwändig

So könnte man eine positive  Bewertung fördern: Getränke in Mehrweg-Pfandbechern; Fingerfood in essbarer "Verpackung" anbieten (Wraps, Brötchen)
...
...

Erweiterung

  • Der Unterrichtsvorschlag kann je nach verfügbarer Zeit zu einem Rollenspiel erweitert werden: Dabei versetzen sich die Schüler/-innen in die Rolle von Eventmanagern/Eventmanagerinnnen, die engagiert wurden, um das nächste Schulfest besonders umweltfreundlich zu organisieren. Die Schüler/-innen erarbeiten und präsentieren ihre eigenen Planungen. Hinweise dazu finden sich in dem Unterrichtsvorschlag So plant ihr ein "grünes" Festival.
  • Falls sich die Möglichkeit ergibt, können die Schüler/-innen anschließend ein eigenes Event/Schul- oder Sportfest möglichst umweltfreundlich organisieren. 
  • Ergänzend zu dem Unterrichtsvorschlag kann in der Klasse eine Diskussion stattfinden, in der die Schüler/-innen reflektieren, wie umweltfreundlich ihre eigenen sportlichen Aktivitäten sind: Welche Sportarten üben die Schüler/-innen aus und welche Anknüpfungspunkte gibt es dabei zum Umweltschutz? Was ließe sich verbessern?

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Informationen und Materialien

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