Flächenverbrauch und Bodenschutz

Mähdrescher auf dem Feld
Sekundarstufe

Zum Einstieg in die Unterrichtseinheit tragen die Schüler/-innen mittels konkreter Beispiele aus der Umgebung zusammen, was sie über die Bedeutung von Böden wissen. Im Anschluss vertieft die Klasse das Thema Versiegelung und Flächenverbrauch anhand von Arbeitsblättern. Anhand der Ergebnisse diskutiert die Klasse mögliche Verbesserungs- und Schutzmaßnahmen für ausgewählte Flächen aus ihrer Umgebung. 

Ziele

Die Schüler/-innen …

  • recherchieren und beschreiben am Beispiel Boden die Bedeutung von Ressourcen für Tiere, Pflanzen, Menschen und den Wasserhaushalt,
  • erklären Ursachen, Prozesse und Folgen von Bodenerosion und Überschwemmungen,
  • beurteilen am Beispiel des Bodenschutzes raumbezogene Problemstellungen vor dem Hintergrund relevanter Kriterien. 

Umsetzung

Falls möglich, sollte das Thema mit einem Anlass beziehungsweise konkretem Beispiel verbunden werden, um seine Relevanz zu veranschaulichen. Dazu eignen sich zum Beispiel örtliche Bauprojekte wie neue Wohn- oder Gewerbegebiete. Auch Überschwemmungen oder Erosionserscheinungen können ein Anlass sein.

Zum Einstieg wird zunächst die Leitfrage vorgestellt: Welche Bedeutung haben Böden für Mensch und Umwelt? Die Frage wird gegebenenfalls mit dem Anlass verknüpft: Welche Rolle spielt die Beschaffenheit des Bodens in diesem Fall?

Mittels eines Brainstormings in der Klasse wird zunächst zusammengetragen, was die Schüler/-innen über die Beschaffenheit und die Bedeutung von Böden in ihrer unmittelbaren Umgebung wissen - im Umkreis der Schule, in ihrem Wohnort und in der Umgebung. Als Impuls kann zum Beispiel folgende Aufforderung dienen:

  • "Stellt euch euren Schulweg vor: Was seht ihr, wenn ihr nach unten blickt? Was gibt es für Böden entlang des Weges?"

Die Aufforderung kann ergänzt werden, um die Bandbreite verschiedener Böden aufzuzeigen: Was seht ihr bei einem Spaziergang im Park/im Wald? Was liegt, wächst, lebt auf der Oberfläche? Was fühlt ihr, wenn ihr dort barfuß lauft? Was passiert dort bei Regen et cetera.

Als Alternative oder weiterer Impuls kann eine Bildergalerie gezeigt werden, die verschiedene Aspekte wie Bodenarten, Boden als Lebensraum und Nutzfläche, Versiegelung sowie Bodenschutz veranschaulicht.

Die Ergebnisse des Brainstormings werden in Form einer Mindmap für alle sichtbar notiert.

In einer Gruppenarbeitsphase oder in Partnerarbeit recherchieren die Schüler/-innen Informationen zur Leitfrage. Sie erhalten dazu Arbeitsblätter und nutzen Auszüge aus einer Broschüre des Umweltbundesamtes, "Die Böden Deutschlands: Ein Reiseführer". In den Materialien werden der Trend der wachsenden Siedlungs- und Verkehrsflächen und der zunehmende Flächenverbrauch pro Kopf den wichtigen Funktionen intakter Böden für Ökosysteme, Nahrungsmittelversorgung und Wasserhaushalt gegenübergestellt.

Die Ergebnisse werden im Plenum zusammengetragen und in Form von Ergänzungen der Mindmap dokumentiert.

Zum Abschluss werden in einer gemeinsamen Diskussion die Ergebnisse auf die eigene Umgebung übertragen beziehungsweise mit dem eingangs vorgestellten Anlass verknüpft. Die Fragen dazu lauten: 

  • Um welche Art von Boden handelt es sich in unserem Beispiel?
  • Welche Funktionen für Mensch, Ökosystem und Wasserhaushalt kann er erfüllen, welche nicht?
  • Was sind die Gründe für gegebenenfalls eingeschränkte Funktionen, und warum werden sie in Kauf genommen?
  • Wie könnte man die Funktionen verbessern beziehungsweise schützen? 

Je nach Anlass beziehungsweise Beispiel formulieren und dokumentieren die Schüler/-innen Vorschläge für Schutz- beziehungsweise Verbesserungsmaßnahmen.

Erweiterung

  • Es bietet sich an, eigene Erkundungen durchzuführen und zum Beispiel Bodenproben zu untersuchen. Umfangreiche Materialien mit diesem Schwerpunkt bietet zum Beispiel die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.
  • In Gruppen wählen die Schüler-/innen eine Fläche in der Umgebung, die angesichts der erarbeiteten Ergebnisse besonders wertvoll erscheinen. Nach dem Vorbild des "Boden des Jahres" (Poster des Umweltbundesamtes mit dem Boden des Jahres 2015) erstellen die Gruppen eine anschauliche Dokumentation "ihrer" Fläche, zum Beispiel in Form eines Schaubildes oder eines Plakates. Darauf stellen sie die wichtigsten Eigenschaften der Fläche, die Beschaffenheit des Bodens und seine Funktionen dar und formulieren gegebenenfalls Schutzmaßnahmen.
  • Das Thema bietet vielfältige Möglichkeiten zur Arbeit mit Karten und Statistiken und damit Aufgabenstellungen für Geografie- und Mathematikunterricht. Rohdaten zur Flächennutzung, die für eigene Auswertungen wie die Erstellung von Diagrammen in Excel, OpenOffice et cetera geeignet sind, finden sich auf der Internetseite des Statistischen Bundesamtes unter den Stichwörten Flächennutzung sowie umweltökonomische Gesamtrechnungen und Nachhaltigkeit. Interaktive Karten und Schnittstellen für Geoinformationssysteme (GIS) bietet die Internetseite des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Hinweise zur Arbeit mit GIS finden sich im Thema der Woche "Geoinformationen: gute Karten für den Umweltschutz".
  • Als Impuls für Diskussionen, Ausgangspunkt für eigene Recherchen sowie die Arbeit mit Daten und Infografiken können zum Beispiel zwei Publikationen dienen, die zu Beginn des Bodenjahres 2015 erschienen sind: Der Bodenatlas der Heinrich-Böll-Stiftung und des Potsdamer Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) sowie der Situationsbericht Boden des Deutschen Bauernverbands. Beide enthalten zahlreiche Visualisierungen zu verschiedenen Aspekten der Nutzung von Flächen und Böden. Da zum Teil die gleichen Themen aus unterschiedlichen Perspektiven behandelt werden, bieten sich Vergleiche zwischen den Darstellungen an.
  • Einen Wettbewerb für Initiativen zum Bodenschutz haben die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und der Rat für Nachhaltige Entwicklung ausgeschrieben. Informationen bietet die Website zum Wettbewerb unter  www.bodenwertschaetzen.de.
  • Die Schüler/-innen können das Spiel "Bodenwissen im Handumdrehen" durchführen, welches auf der Website des Umweltbundesamt angeboten wird. Dem Spiel liegt die Idee eines Memory-Spiels zu Grunde. Durch die Arbeit mit den Memory-Karten erarbeiten sich die Schüler/-innen Informationen über die Klimarelevanz, die Gefährdungen, die Entstehung und die Vielfalt von Böden. Ein Begleitheft beschreibt die 24 verschiedenen Bildmotive und vermittelt weiterführende Informationen zum Thema Boden. Eine Spielanleitung und ein pädagogisches Begleitheft können auf der Website des UBA heruntergeladen werden. Das Spiel selbst kann in kleinen Stückzahlen kostenlos bestellt werden.

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Informationen und Materialien

Hintergrund (1)

08.01.2015 | Ökosysteme und biologische Vielfalt | Ressourcen
Ein Mann steht in einem Erdloch, er betrachtet die Bodenschichten.

Gute Böden sind die Voraussetzung für sauberes Wasser und gesunde Lebensmittel. Der Boden erbringt viele Dienstleistungen, die von Tieren, Pflanzen und Menschen genutzt werden. Doch immer mehr Flächen werden verbaut, fruchtbare Böden gehen durch Erosion verloren. Wie nutzen wir Böden und wie können wir Böden schützen?

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Arbeitsmaterialien (1)

08.01.2015 | Ökosysteme und biologische Vielfalt | Ressourcen
Ein Säulendiagramm zum Siedlungs- und Flächenverbrauch
Sekundarstufe

Deutschlands Fläche beträgt insgesamt 360.000 Quadratkilometer und wird auf ganz unterschiedliche Weise genutzt – zum Beispiel für Wohnsiedlungen, Verkehrswege oder Landwirtschaft und Erholungsgebiete. Die Arbeitsmaterialien enthalten Diagramme zur Entwicklung der Flächennutzung in den vergangenen Jahrzehnten sowie grundlegende Fakten zur Funktion von Böden.

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Bilderserien (1)

08.01.2015 | Stadt | Ökosysteme und biologische Vielfalt
Eine Fotocollage: Ein Foto zeigt Waldboden, das andere Vulkanboden.
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Es gibt unterschiedlichste Bodenarten in Deutschland und weltweit. Vor allem das Klima ist entscheidend dafür, welche Böden entstehen. Auch das Gestein und die Nutzung der Böden spielen eine Rolle. Boden kann sehr unterschiedliche Formen annehmen – so gibt es Salz- und Wüstenboden, Vulkanboden oder Waldboden.

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