Kleidung global

Globus, drumherum Silhoutten von Menschen
Grundschule

Auch Grundschüler/-innen entwickeln bereits ein Bewusstsein für Mode. Sie kennen Marken oder wünschen sich Kleidung mit Filmhelden. Mit ihren Vorstellungen nehmen sie Einfluss darauf, was Eltern kaufen. Der Unterrichtsvorschlag zielt darauf zu veranschaulichen, wie Kleidung hergestellt wird. Mit Hilfe von Illustrationen erarbeiten die Schüler/-innen, auf welchen Wegen dabei Schadstoffe in die Umwelt gelangen können. Sie übertragen ihre Erkenntnisse auf eine Weltkarte und entwickeln Ideen, wie Kleidung nachhaltiger hergestellt werden kann. 

Die Schüler/-innen … 

  • erfahren, wo und unter welchen Umständen ihre Kleidung hergestellt wird,
  • werden für ökologische und soziale Missstände entlang einer globalen Wertschöpfungskette sensibilisiert,
  • übertragen die Stationen einer globalen Wertschöpfungskette auf eine Weltkarte,
  • werden für ein kritisches Konsumverhalten sensibilisiert.   

Umsetzung

Zum Einstieg zeigt die Lehrkraft als Impuls Fotos, die den in Deutschland verbreiteten Umgang mit Mode veranschaulichen. Zudem enthält die Bilderserie Fotos von Protestaktionen gegen die problematischen Auswirkungen.

Die Schüler/-innen können anschließend zunächst frei assoziieren, was sie mit den Fotos verbinden. Die Lehrkraft ergänzt die Ergebnisse gegebenenfalls und notiert sie in Stichworten.

  • Kleidung ist günstig.
  • Viele Menschen kaufen oft und gern neue Kleidung.
  • Oft wird Kleidung schnell wieder aussortiert. Für viele Verbraucher/-innen ist Kleidung Wegwerfware. Manche gekauften Produkte werden so gut wie gar nicht getragen.

Mehr Informationen finden sich im Hintergrundtext

Gegebenenfalls ergänzt die Lehrkraft Fragen:

  • Warum wird vor Modehäusern protestiert?
  • Wer hat selbst schon etwas von solchen Protesten oder Aktionen mitbekommen?

Die Lehrkraft informiert darüber, dass sich solche Protestaktionen häufig gegen die Art und Weise richten, wie Kleidungsstücke hergestellt werden. Die Umwelt wird dabei verschmutzt und viele Arbeitskräfte bekommen nicht genug Lohn für ihre Arbeit.

Im Folgenden geht die Klasse der Herstellung von Kleidung näher auf die Spur: Wo wird unsere Kleidung produziert und was passiert dabei? 

Zunächst untersuchen die Schüler/-innen ihre eigenen Kleideretiketten. Die darauf genannten Länder können auf einer Weltkarte markiert werden. Gemeinsam überlegen die Schüler/-innen sie, warum Textilien in bestimmten Ländern produziert werden, und nicht dort, wo sie auch getragen werden.

Unterstützend kann der Videoclip "Die globale Jeans" (2:19 Minuten) gezeigt werden. Herausgeber ist die Aktion "Gemeinsam für Afrika". Die Schüler/-innen achten dabei besonders auf die genannten Länder und auf die Gründe, warum dort produziert wird. Zudem kann diskutiert werden, ob die Schüler/-innen bestimmte Teile des Gesehenen als ungerecht empfinden.

Im Folgenden erarbeiten die Schüler/-innen in Partnerarbeit nähere Informationen zu den einzelnen Stationen der Herstellung eines T-Shirts, vom Baumwollanbau bis zum fertigen Produkt. Hierfür werden die Bilder mit begleitenden Textinformationen in die richtige Reihenfolge gebracht. Dabei erhalten die Lernenden auch Hinweise zu ökologischen und sozialen Missständen der textilen Kette. 

Im Plenum werden die Ergebnisse anschließend verglichen. Fertigungsschritte, die eine Ortsangabe enthalten, werden auf einer Weltkarte an den passenden Ort geheftet. Mit Pfeilen werden die Stationen miteinander verbunden.

Anschließend werden die Ergebnisse gemeinsam diskutiert. Dabei geht es um folgende Fragen:

  • Woran könnte es liegen, dass in der textilen Kette das Wohl der Umwelt und der Arbeiter/-innen so wenig beachtet wird?
  • Was würden die Schüler/-innen hier gerne verändern?

An diesen Stellen können "Stopp"-Symbole (Link zu Arbeitsmaterialien) platziert und mögliche Alternativen erörtert werden. Die Lehrkraft ergänzt gegebenenfalls Lösungsansätze, wie den biologischen Baumwollanbau oder Fair-Trade-Siegel (siehe Hintergrundtext).

Abschließend betrachten die Schüler/-innen die einzelnen "Stopp"-Symbole und überlegen, ob sie selbst etwas ändern können. Gegebenenfalls ergänzt die Lehrkraft Ideen. Beispiele sind:

  • weniger Kleidung kaufen, die aber länger nutzbar ist
  • Kleidung mit Nachhaltigkeitssiegel kaufen
  • Kleidung reparieren, statt sie wegzuwerfen
  • Kleidung gebraucht kaufen oder tauschen

Erweiterung

  • Die Schüler/-innen verfassen in Partnerarbeit einen Brief an die Modemarke ihres eigenen T-Shirts, in dem sie Forderungen mit ihren Änderungswünschen aufstellen. Die Briefe werden im Plenum vorgestellt und vorgelesen. Wenn möglich, werden die Briefe tatsächlich verschickt oder abschließend ein gemeinsamer Brief verfasst.
  • Die Schüler/-innen organisieren eine Kleidertausch-Aktion in der Schule, zu der auch die Eltern eingeladen werden. 
  • Die Schüler/-innen setzen sich intensiver mit dem fairen Handel auseinander und entwickeln einen Slogan für ein T-Shirt aus fair gehandelter Baumwolle. Unterstützend kann dafür das Lehrmaterial von Fairtrade-Schools eingesetzt werden (Lehrmaterial für die Grundschule: "Baumwolle"). Alternativ können sich die Schüler/-innen einen Werbespot für ein T-Shirt aus fair gehandelter oder ökologisch angebauter Baumwolle ausdenken. Eine Vorlage dafür findet sich beim Medienführerschein Bayern

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Informationen und Materialien

Hintergrund (1)

26.02.2016 | Wirtschaft und Arbeitswelt | Konsum
Kleiderstange

Die Textilbranche ist stark von der Globalisierung geprägt. Die Produktionsschritte verteilen sich weltweit auf diejenigen Standorte, an denen die geringsten Kosten anfallen. Das ermöglicht niedrige Preise für die Verbraucherinnen und Verbraucher. Doch Umwelt- und Sozialstandards werden auf diese Weise häufig vernachlässigt, zum Teil mit katastrophalen Folgen. Das zeigt zum Beispiel der Einsturz des Fabrikgebäudes Rana Plaza in Bangladesch im Jahr 2013. Welche Folgen haben die Produktionsbedingungen für Mensch und Umwelt? Welche Ansätze zur Verbesserung gibt es?

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Arbeitsmaterialien (1)

26.02.2016 | Wirtschaft und Arbeitswelt | Konsum
Illustration: Stoppschild
Grundschule

Wie und wo wird unsere Kleidung genau produziert? Und was passiert dabei? Das Arbeitsmaterial enthält bebilderte Texte, die einige Stationen vom Weg der Kleidung verdeutlichen. Die Schüler/-innen erhalten den Auftrag, die Stationen der textilen Kette in die richtige Reihenfolge zu bringen. Sie identifizieren mögliche Probleme und entwickeln eigene Lösungsansätze. 

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Bilderserien (1)

26.02.2016 | Wirtschaft und Arbeitswelt | Konsum
Junge Frau mit Einkaufstüten
Sekundarstufe, Grundschule

Machen Kleider Leute? Die Mode ändert sich ständig, und viele Menschen legen Wert darauf, sich öfter neue Kleidung zuzulegen. Die Fotos veranschaulichen unsere Konsumkultur - und zeigen Initiativen, die gegen deren Folgen protestieren. Die Motive können als Anlass dienen, um in der Klasse über die eigenen Gewohnheiten zu diskutieren.

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Zielgruppe