07.10.2021 | Unterrichtsvorschlag

Klimapolitik: Wie wird das Klima der Zukunft?

Sekundarstufe

Die Schüler/-innen setzen sich mit den Herausforderungen der internationalen Klimapolitik auseinander. Dafür simulieren sie in einfacher Form eine Weltklimakonferenz. Sie nehmen die Rollen von Vertretern/Vertreterinnen ausgewählter Länder ein und diskutieren über die Notwendigkeit, die Klimaschutzbemühungen zu verstärken.

Kompetenzen und Ziele

Die Schüler/-innen...

  • vergleichen die Interessen und unterschiedlichen Herangehensweisen verschiedener Regierungen in der klimapolitischen Diskussion,
  • erweitern ihre Methodenkompetenz, indem sie Medienberichte analysieren,
  • vertiefen ihre Kommunikations-, Präsentations- und Argumentationskompetenz durch die Aufbereitung und Vorstellung ihrer Ergebnisse und die Beteiligung an Diskussionen,
  • fördern ihre Selbst- und Handlungskompetenz durch die Simulation einer Weltklimakonferenz.

Voraussetzungen

Vor dem Einstieg in diese Unterrichtseinheit empfiehlt es sich, das Thema "Klimawandel" in seinen Grundzügen zu behandeln. Insbesondere eignet sich dafür das Thema der Woche Wodurch wird das Klima beeinflusst? (Grundlagen Klimawandel). Es ist wichtig für diese Unterrichtseinheit, dass die Schüler/-innen mit den Ursachen und Folgen des Klimawandels vertraut sind, um die Bedeutung der Einhaltung der 1,5-Grad-Obergrenze gemäß dem Übereinkommen von Paris nachzuvollziehen.

Umsetzung

Die Leitfrage lautet: 

  • Warum sind die internationalen Verhandlungen zum Schutz des Klimas so langwierig und schwierig?

Einstieg

Zum Einstieg in die Unterrichtseinheit stellt die Lehrkraft ausgewählte Medienberichte zum im September 2021 veröffentlichten NDC-Synthese-Gesamtbericht vor. In dem Bericht wurden die nationalen Klimaschutz-Verpflichtungen von 191 Ländern im Rahmen des Pariser Klimaabkommens bewertet. Demnach werden die Ziele des Abkommens weit verfehlt, wenn nicht viel mehr für den Klimaschutz getan wird. Es drohe eine "katastrophale" Entwicklung und eine globale Erwärmung von 2,7 Grad Celsius, warnt der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres.

Folgende Medienberichte eignen sich dafür besonders:

Eine Auswahl weiterer Medienberichte sowie eine Übersetzung des Twitter-Beitrags finden sich in den Materialien. Mehr Informationen zum Übereinkommen von Paris und den Weltklimakonferenzen finden sich im Hintergrundtext.

Die Schüler/-innen erhalten den Auftrag, im Plenum die Medienbeiträge zu analysieren und zentrale Aussagen herauszuarbeiten. Zum Beispiel, dass die Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius eine große Herausforderung für alle Länder ist und bisher keine ausreichenden Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt wurden. Die Schüler/-innen äußern erste Ideen, weshalb die Umsetzung so schwierig sein könnte. 

Die Lehrkraft notiert die Beiträge der Schüler/-innen an der Tafel/am Smartboard und clustert sie in Form einer Mindmap. Bei Bedarf kann hierfür ein Online-Tool verwendet werden, zum Beispiel "mindmup".

Arbeitsphase

In der Arbeitsphase spielen die Schüler/-innen im Rahmen einer Simulation die Verhandlungen einer Weltklimakonferenz nach. Das Ziel dabei soll sein, dass alle teilnehmenden Länder ihre gemeinsamen Bemühungen für mehr Klimaschutz verstärken, da die aktuellen bei Weitem nicht ausreichen, um die im Übereinkommen von Paris vereinbarte Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5-Grad einzuhalten. 

In Gruppenarbeit nehmen die Schüler/-innen die Rolle von Vertretern/Vertreterinnen ausgewählter Länder ein, die an der Weltklimakonferenz teilnehmen und das Übereinkommen von Paris unterzeichnet haben. 

Mögliche Länder:

  • ein besonders von Wetterextremen betroffenes Entwicklungsland, zum Beispiel Bangladesch
  • ein von Wetterextremen und Hungersnöten bedrohter Staat in Afrika, zum Beispiel Malawi
  • ein westliches Industrieland, dessen CO2-Ausstoß bereits seit langer Zeit sehr hoch ist, zum Beispiel Deutschland und die USA
  • ein Schwellenland, dessen CO2-Ausstoß erst in den vergangenen Jahrzehnten stark angestiegen ist, zum Beispiel Indien

Die Schüler/-innen erhalten die für die Simulation benötigten Arbeitsmaterialien. Sie analysieren die zu ihrer Rolle passenden länderspezifischen Informationen und erstellen eine kurze Beschreibung ihres Landes. Dabei achten sie insbesondere auf folgende Aspekte:

  • Beschreibung der wirtschaftlichen Situation im Land
  • CO2-Ausstoß/Beitrag zum Klimawandel
  • Folgen des Klimawandels im eigenen Land

Anschließend finden sich die Gruppen im Plenum zusammen und simulieren eine Weltklimakonferenz. Die Lehrkraft übernimmt dabei die Rolle der Moderation. Im ersten Schritt stellen die Schüler/-innen ihr jeweiliges Land vor. Dabei benennen sie unter anderem die Folgen des Klimawandels für ihr Land und beschreiben den eigenen Beitrag zum Klimawandel in Form der emittierten Treibhausgasemissionen. 

Danach wiederholt die Lehrkraft, dass die nationalen Bemühungen nicht ausreichen, um den Klimawandel bei 1,5 beziehungsweise unter 2 Grad Celsius zu halten. Die Schüler/-innen müssen daher Strategien aushandeln, um den Klimawandel zu begrenzen. Die Ergebnisse werden in einem Vertrag festgehalten, dem alle Länder zustimmen können.

Einen detaillierten Ablauf der Simulation sowie eine Beschreibung der Aufgaben für Schüler/-innen sowie Lehrkräfte finden sich in den Materialien

Die Ergebnisse und Entscheidungen können in der anfänglichen Mindmap gesichert werden. 

Abschluss

Die Lehrkraft fordert die Schüler/-innen auf, im Plenum die Ergebnisse der zuvor durchgeführten Weltklimakonferenz und die Kommunikation zwischen den Ländern zu bewerten. 

Anschließend präsentiert die Lehrkraft verschiedene negative Aussagen über die Ergebnisse vergangener, tatsächlicher Weltklimakonferenzen. Zum Beispiel:

Die Schüler/-innen erörtern die Gründe für die Kritik und beantworten die Leitfrage der Unterrichtseinheit: Warum sind die internationalen Verhandlungen zum Schutz des Klimas so langwierig und schwierig?

Zuletzt stellt die Lehrkraft die Aufgabe, gemeinsam zu erörtern, welche Voraussetzungen nötig wären und welche Möglichkeiten es gibt, damit sich die Staatengemeinschaft beim Klimaschutz einigen kann. Die Ideen der Schüler/-innen werden an der Tafel/dem Smartboard festgehalten. Diese abschließende Vertiefung bietet sich auch als Hausaufgabe an, welche in der nächsten Unterrichtsstunde besprochen werden kann.

Erweiterung

Zum Einstieg in das Thema eignen sich auch ausgewählte Videoclips, zum Beispiel vom Bundesumweltministerium.

  • Das kostenlose Spiel "Escape Climate Change" bietet Schüler/-innen die Möglichkeit, ihr Klimawissen anzuwenden und sich kooperativ mit dem Thema "Klimaschutz" auseinander zu setzen. Das Spiel basiert auf der Idee der Escape Games: In einer vorgegebenen Zeit muss ein komplexes Rätsel gelöst werden. 
  • Eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Thematik bietet das Planspiel "Keep Cool mobil". Darin übernehmen die Schüler/-innen die Rolle verschiedener Akteure der internationalen Klimapolitik. Informationen zum Einsatz im Unterricht sind auch bei Lehrer-Online verfügbar.
  • Damit die Schülern/Schülerinnen ihre Fortschritte und Zwischenergebnisse auch im Nachhinein reflektieren können, bietet sich an, die Inhalte in Form eines Padlets aufzubereiten.
  • Eine Übersicht der bei Umwelt im Unterricht verfügbaren Inhalte zum Themenbereich Klimawandel bietet die Themenseite Klima. Insbesondere das Thema der Woche Wodurch wird das Klima beeinflusst? (Grundlagen Klimawandel) eignet sich, um die naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels zu vermitteln. 

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HintergrundGrundschuleSekundarstufe
07.10.2021
Bild mit verschiedenen Staatsflaggen, unter anderem Deutschland, Großbritannien, Australien, Kanada und Spanien.

Im Jahr 2015 wurde auf der Weltklimakonferenz das Übereinkommen von Paris beschlossen, mit dem sich erstmals alle Staaten verpflichteten, die globale Erwärmung mit Klimaschutzmaßnahmen deutlich unter 2 Grad Celsius zu halten und möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen. Seither geht es in der internationalen Klimapolitik darum, wie die Staaten das Abkommen umsetzen. 

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ArbeitsmaterialSekundarstufe
07.10.2021

Die Materialien helfen der Lehrkraft und den Schülern und Schülerinnen bei der Simulation einer Weltklimakonferenz. Die Schüler/-innen nehmen die Rolle von Delegationen ausgewählter Länder ein und entwickeln gemeinsame Strategien für mehr Klimaschutz.

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Zielgruppe