09.07.2015 | Klima | Mobilität

Klimaschutz im Gepäck

Strandpanorama
Sekundarstufe

Die Schüler/-innen lernen anhand eines Zuordnungsrätsels die unterschiedlichen CO2-Bilanzen der (Reise-)Verkehrsmittel Auto, Bahn, Bus und Flugzeug kennen. Sie besprechen, welche Argumente über die Wahl des Reisemittels entscheiden (Klima, Kosten, Komfort), und was ihnen selbst wichtig ist. Sie erarbeiten in Gruppen eine Umfrage zum Themenbereich. Anschließend führen die Schüler/-innen die Umfrage durch und besprechen im Plenum die Ergebnisse.

Ziele

Die Schüler/-innen ...

  • lernen die CO2-Bilanz des Reiseverkehrs anhand verschiedener Verkehrsmittel kennen und diese zu ermitteln,
  • verstehen die Zusammenhänge zwischen Verkehr, CO2-Emissionen und Klimawandel,
  • erfahren und bewerten Argumente für eine umweltfreundliche An-/Abreise im Urlaub,
  • planen eine umweltgerechte An- und Abreise und begründen diese Entscheidung,
  • berücksichtigen unterschiedliche Interessen (Umwelt, Kosten, Komfort) bei Entscheidungen,
  • lernen, gemeinsam planen und handeln zu können,
  • lernen, eine Umfrage durchzuführen.

Umsetzung

Die Unterrichtseinheit knüpft an die Urlaubspläne der Schülerinnen und Schüler an. Zum Einstieg fragt die Lehrkraft, wohin die Schüler/-innen verreisen und mit welchen Verkehrsmitteln. Die Lehrkraft notiert an der Tafel per Strichliste, wie viele Schüler/-innen mit welchem Verkehrsmittel an-/abreisen (Flugzeug, Bahn, Auto, Fahrrad, Bus). Ergänzend und/oder alternativ können hier auch Statistiken vom Reiseverhalten der Deutschen benutzt werden. Informationen dazu liefert der Hintergrundtext. Die Statistik bietet sich als Einstieg besonders an, falls einige Schüler/-innen nicht verreisen und das Thema Urlaub Schüler/-innen ausschließt.

Anschließend führen die Schüler/-innen ein Zuordnungsrätsel durch. Die Lehrkraft notiert an der Tafel – beziehungsweise am Smartboard – die fünf Verkehrsmittel Auto, Flugzeug, Bahn, Bus und Fahrrad sowie deren jeweilige CO2-Emissionen pro 1.000 Kilometer: Für das Auto 0,21 Tonnen (t), für das Flugzeug 0,29 t, den Zug 0,04 t, den Bus 0,03 t und das Fahrrad 0 t. Wichtig ist, dass es sich hierbei um Durchschnittswerte handelt. Deutlich werden die Relationen. Die Zahlen variieren jedoch nach Auslastung, Gepäck und so weiter. Weitere Informationen bietet der Hintergrundtext.

Die Begriffe und Werte, die ungeordnet an der Tafel oder auf dem Smartboard festgehalten werden, sind:  

  • Auto
  • Flugzeug
  • Bahn
  • Fahrrad
  • Bus
  • 0,21 t CO2
  • 0,29 t CO2
  • 0,04 t CO2
  • 0,03 t CO2
  • 0 t CO2

Die Lehrkraft fordert die Schüler/-innen auf, Verkehrsmittel und CO2-Emissionen zuzuordnen. Warum ist es wichtig, diese Relationen zu kennen? In einem fragend-entwickelnden Unterrichtsgespräch erarbeitet die Klasse, welche Zusammenhänge zwischen Verkehr, CO2-Emissionen und Klimawandel bestehen. Falls nötig, gibt die Lehrkraft weitere Informationen zum Thema (siehe dazu auch den Hintergrundtext).

Die Schüler/-innen überlegen, ob in ihrer Familie eine umweltfreundliche An- und Abreise eine Rolle für die Urlaubsplanung spielt. Sie finden weitere Gründe für die Wahl eines bestimmten Verkehrsmittels (Kosten, Komfort und so weiter). Welche Argumente sind den Schülern/Schülerinnen selbst wichtig? Neben der An-/Abreise ist es auch entscheidend, wie nachhaltig der Urlaub selbst ist. Diesen Aspekt lässt die Lehrkraft mit einfließen. Siehe hierzu auch den Hintergrundtext. Die Verkehrsmittel werden verglichen.

Zur Vertiefung erstellen die Schüler/-innen in Gruppen eine Umfrage zum Thema "Urlaubsverkehr und Klima", die vor Ort durchgeführt werden kann. Zum Beispiel vor dem Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt (Achtung: Betreiber beziehungsweise Filialleiter/-in sollten um Erlaubnis gefragt werden). Zur Vorbereitung erarbeitet die Klasse Medienausschnitte zum Thema. Darin ist auch ein Leitfaden für die Entwicklung der Umfrage enthalten. Die Schüler/-innen erstellen in Kleingruppen zunächst Fragen für ihre Umfrage. Berücksichtigt werden sollten hierbei zum Beispiel die Wahl des Verkehrsmittels, die Gründe dafür sowie das Bewusstsein für umweltfreundliches Reisen. Je nach Lernniveau werden die Fragen im Plenum gesammelt und überprüft. Die Lehrkraft gibt Tipps, wie eine Umfrage durchgeführt wird: erster Kontakt; Länge des Interviews; wo werden die Fragen und Antworten notiert und so weiter. Umfassende Tipps für die Erarbeitung von Umfragen und die Durchführung von Straßeninterviews gibt es auch bei der Bundeszentrale für politische Bildung.

Zum Abschluss präsentieren die Schüler/-innen ihre Ergebnisse. Die Ergebnisse können auch als Diagramme visualisiert werden. Die Materialien bieten Hilfe für die Visualisierung von Größenvergleichen. Die Klasse diskutiert: Gibt es bei den Befragten ein Bewusstsein für eine umweltfreundliche An-/Abreise? Welche Aspekte sind besonders wichtig bei der Wahl des Verkehrsmittels? Wie könnte mehr Bewusstsein für das Thema umweltfreundliches Verreisen geschaffen werden? Wie könnten umweltfreundlichere Verkehrsmittel für die Urlauber/-innen attraktiver werden? Und welche Möglichkeiten sehen die Schüler/-innen selbst, umweltfreundlicher in den Urlaub zu starten?

Erweiterung

  • Die Materialien "Umweltfreundlich mobil" des Bundesumweltministeriums bieten mit dem Kapitel "Euer Urlaub und die Eisberge" weitere Informationen und Arbeitsblätter. Auch die Planung einer nachhaltigen Klassenfahrt wird hier aufgegriffen.
  • Als Ergänzung kann die Klasse die CO2-Emissionen für einzelne Reisen und/oder für die eigenen Reisen errechnen. Die Entfernungen zu Reisezielen können online ermittelt werden, zum Beispiel unter Luftlinie.org oder einem Routenplaner. Die Schüler/-innen rechnen dann die CO2-Emissionsangaben hoch. Zur Vereinfachung dient die Tabelle (Seite 4), die die CO2-Emissionen von 0 bis 3.000 Kilometer für verschiedene Verkehrsmittel enthält.
  • Die Schüler/-innen schauen sich Plakate oder Prospekte von Reiseanbietern an. Die Klasse bespricht: Womit werben die Anbieter? Spielen Umweltaspekte für die An- und Abreise eine Rolle? Was steht im Vordergrund (zum Beispiel der Preis der Reise, das Wetter oder Besonderheiten des Urlaubsziels)?
  • Alternativ zur Umfrage ist ein Rollenspiel möglich: Simuliert wird der Besuch in einem Reisebüro. Die Klasse bildet Kleingruppen mit je drei bis vier Schülern/Schülerinnen. Als Rollen bieten sich an: Angestellte/-r im Reisebüro und ein bis zwei Kundinnen/Kunden, die umweltfreundlich in den Urlaub verreisen wollen. Ein Schüler/eine Schülerin notiert den Verlauf und die Ergebnisse des Gesprächs. Im Anschluss stellen die Kleingruppen ihre Ergebnisse vor. In den Materialien für die Grundschule finden sich Szenarien für Familienreisen. Diese können als Grundlage für das Rollenspiel dienen, falls nötig.
  • Aus den Ergebnissen entwickeln die Schüler/-innen in Kleingruppen Tipps für umweltfreundliches Verreisen. Ergänzend schildern sie anhand von Stichpunkten die Zusammenhänge zwischen Verkehr, CO2-Emissionen und Klimawandel. Beides halten sie auf Postern und/oder Plakaten fest. Diese können in der Schule ausgestellt werden.
  • Das Umweltbundesamt stellt unter dem Titel "Green Radio" Podcasts zum Nachhören zur Verfügung. Einer der Beiträge ist zum Thema "Wie Flugreisen klimaneutral werden". Dabei geht es speziell um Flugreisen, Kompensation der CO2-Emissionen sowie Tourismus und Klimaschutz. "Green Radio" entsteht in Kooperation mit dem Internetradio Detektor.FM, das eine jüngere Zielgruppe anspricht.

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Informationen und Materialien

Hintergrund (1)

09.07.2015 | Klima | Mobilität
Flugzeug am Himmel

Die Deutschen verbringen ihren Urlaub am liebsten im Inland. Ihr liebstes Verkehrsmittel ist dafür das Auto oder Wohnmobil. Für Reisen ins Ausland wird vor allem das Flugzeug genutzt. Ob Flugzeug, Pkw, Bus oder Bahn: Der Reiseverkehr wirkt sich auf das Klima aus, wobei die Verkehrsmittel unterschiedlich stark Kohlendioxid verursachen. Wie wirkt sich die Wahl der Verkehrsmittel auf die Klimabilanz einer Reise aus? Und wie kann man umweltfreundlicher verreisen? 

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Arbeitsmaterialien (1)

09.07.2015 | Klima | Mobilität
Campingbus am Strand
Sekundarstufe

Die Klasse macht zum Thema Urlaub, Verkehrsmittel und CO2-Ausstoß eine Umfrage. Welche Verkehrsmittel werden gewählt, und warum? Gibt es ein Bewusstsein für klimaschonendes Verreisen? Zur Ausarbeitung der Fragen erhalten die Schüler/-innen anhand kurzer Medientexte Informationen zum Thema. Sie entwickeln zunächst in Gruppen fünf bis sieben Fragen. Dann führen sie die Umfrage durch und stellen anschließend ihre Ergebnisse im Plenum vor.

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