29.05.2013 | Ressourcen | Konsum

So plant ihr ein "grünes" Festival

Publikum beim Hurricane-Festival
Sekundarstufe

Die Schüler/-innen führen ein Rollenspiel durch und planen ein fiktives Festival, das die Vorgaben des Sounds for Nature-Umweltzertifikats erfüllen soll. Anhand von Beispielen realer Veranstaltungen entwickeln sie eigene Ideen. Sie dokumentieren ihr Konzept mithilfe eines strukturierten Projektplans.

Lernziele

 Die Schüler/-innen lernen,

  • mögliche Umweltbelastungen durch Großereignisse wie Musikfestivals, Stadtfeste und Sportveranstaltungen einzuschätzen,
  • mit welchen Maßnahmen Abfall vermieden werden kann,
  • wie Wasserverbrauch verringert werden kann,
  • die Umweltverträglichkeit verschiedener Verkehrsmittel einzuschätzen,
  • das eigene Konsumverhalten zu reflektieren,
  • arbeitsteilig Projekte zu planen.

Umsetzung

Zum Einstieg bespricht die Klasse am Beispiel einer konkreten Veranstaltung, welche Dimensionen große Open-Air-Events wie Musikfestivals, Stadt- oder Sportfeste haben. Zu Beginn der Festivalsaison können je nach Interesse der Schüler/-innen und/oder örtlichen Gegebenheiten bekannte Musikfestivals wie Rock am Ring, Hurricane, Wacken Open Air etc. als Beispiel dienen. Bei bekannten Festen in der eigenen Region bieten sich diese als Beispiel an, wenn viele der Schüler/-innen sie aus eigener Anschauung kennen. Gegebenenfalls können Beiträge in regionalen Medien genutzt werden, die den Aufwand für die Veranstaltung beziehungsweise deren Ausmaße zum Thema haben. Die Lehrkraft fragt, ob die Schüler/-innen schon bei großen Sportfesten oder anderen Veranstaltungen waren.

  • Was haben sie dort gesehen?
  • Was muss bereitgestellt und organisiert werden, damit alles klappt?

Gegebenenfalls können sich die Schüler-/innen zunächst einige Minuten mit einem Partner besprechen. Die Ideen werden mithilfe einer Mindmap gesammelt (zum Beispiel an Smartboard, Tafel, Pinnwand oder auf einem Poster). Im zweiten Schritt überlegt die Klasse gemeinsam, welche Zusammenhänge es mit dem Umweltschutz geben könnte. Je nach Vorkenntnissen kann auch der Begriff Nachhaltigkeit verwendet werden. Die Lehrkraft fragt dazu gegebenenfalls ergänzend, was den Schülern/Schülerinnen an Problemen bei Großveranstaltungen aufgefallen ist (zum Beispiel Müll- und Verkehrsaufkommen, Beschwerden über Lärm). Die Schüler/-innen werden aufgefordert, die Probleme mit der besonderen Rolle des Veranstaltungsortes für ein Open-Air-Festival in Beziehung zu setzen:

  • Welche der Probleme könnten die Attraktivität der Veranstaltung langfristig gefährden? (zum Beispiel Zerstörung oder Vermüllung von Parks/Grünanlagen, Staus und Parkplatzprobleme)
  • Welche könnten dazu führen, dass die Veranstaltung in Zukunft nicht mehr durchgeführt werden kann? (zum Beispiel zu große Kosten für Müllbeseitigung, Klagen von Anwohnern)
  • Welche Umweltprobleme sind über den Veranstaltungsort hinaus bedeutsam? (zum Beispiel CO2-Emissionen durch An-/Abreise, Energieverbrauch)

Die Lehrkraft erläutert, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, Veranstaltungen zu organisieren, und dass es viele Maßnahmen gibt, sie umweltfreundlicher durchzuführen. Sie weist gegebenenfalls darauf hin, dass viele dieser Maßnahmen auch bei kleineren Veranstaltungen wie Schulfesten eingesetzt werden können.

Mithilfe der Materialien führen die Schüler/-innen ein einfaches Rollenspiel durch. Sie erhalten die Aufgabe, eine fiktive Veranstaltung zu planen. Bei der Planung sollen die Vorgaben des Sounds-for-Nature-Zertifikats für umweltfreundliche Veranstaltungen beachtet werden. Die Materialien enthalten Informationen zu den Anforderungen von Sounds for Nature, einige Daten zum Festival sowie Beispiele realer Festivals in den Bereichen Verkehr und Energie, Abfall und Abwasser, Verpflegung und Aufenthalt in der Natur.

Die Bereiche werden auf Gruppen aufgeteilt. Die Gruppen ermitteln aus den Materialien Möglichkeiten zur nachhaltigen Organisation des Festivals und überlegen gleichzeitig, wie man die Besucher dazu bringen kann, diese zu unterstützen.

Die Gruppen dokumentieren ihre Ergebnisse in strukturierter Form, nach dem Vorbild von Arbeitsbereichen und -paketen eines Projektstrukturplans:

Die verschiedenen Gruppen fügen dann ihre Ergebnisse zu einem Gesamtplan zusammen. Dieser Projektstrukturplan ermöglicht den Überblick über alle Arbeitsbereiche. So ist stets erkennbar, wer sich um welche Aufgaben kümmert und wer sich zum Beispiel mit anderen Beteiligten absprechen sollte. Wenn der Plan an einer Pinnwand oder digital umgesetzt wird, kann er immer wieder aktualisiert werden. Es können weitere Arbeitspakete ergänzt oder Termine beziehungsweise der Stand der Dinge eingetragen werden.

Die Gruppen stellen vor, welche Maßnahmen sie umsetzen würden und warum. Sie überlegen zudem, warum sich Veranstaltungsbesucher nicht immer "umweltfreundlich" verhalten und wie man dies verbessern könnte.

Abschließend bewerten sie in der Diskussion die einzelnen Maßnahmen. Was wäre das Beste aus Sicht des Umwelt- und Klimaschutzes? Was fänden die Gäste gut? Was wäre das Beste aus Sicht der Veranstalter – wie könnte sich der Umweltschutz auf Kosten und Aufwand auswirken?

Erweiterung

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Dieser Text steht unter der Creative Commons-Lizenz CC BY-NC-SA 3.0. Sie dürfen ihn zu allen nicht-kommerziellen Zwecken - also auch für den Unterricht - verwenden und bearbeiten, z.B. kürzen oder umformulieren. www.umwelt-im-unterricht.de muss immer als Quelle genannt werden. Details zu den Bedingungen finden Sie auf der Creative Commons-Website.

Informationen und Materialien

Hintergrund (1)

29.05.2013 | Ressourcen | Konsum
Camping-Areal eines Festivals

Von Rock am Ring bis Schlagermove: Die Sommermonate sind Hochsaison für Musikfestivals und andere Open-Air-Veranstaltungen. Manche finden buchstäblich auf der grünen Wiese statt, andere auf alten Fabrikgeländen oder im ehemaligen Tagebau, einige auch mitten in der Stadt. Bei allen geht es um das besondere Gefühl, draußen zu sein und mit vielen Menschen gemeinsam zu feiern. Welche Folgen hat das für die Umwelt? Und wie lassen sich Festivals nachhaltig organisieren?

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Arbeitsmaterialien (1)

29.05.2013 | Ressourcen | Konsum
Umwelt-Rocky-Pokal
Sekundarstufe

Was kennzeichnet ein nachhaltig organisiertes Festival? Die Materialien geben einen Überblick über die Vorgaben des Sounds for Nature-Zertifikats. Beispiele von bekannten Festivals zeigen, wie vielfältig die Möglichkeiten sind, bei der Organisation auf Nachhaltigkeit zu achten - und dabei mit viel Witz auch die Gäste zu begeistern.

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Zielgruppe