Unternehmen: Bereit für die Green Economy?

Chemieunternehmen in Ludwigshafen im Jahr 2009
Sekundarstufe

Am Beispiel konkreter Unternehmen diskutieren die Schüler/-innen, was Kriterien für nachhaltiges Wirtschaften sein können. Sie entwickeln einen eigenen Bewertungsmaßstab. Ihre Ergebnisse vergleichen sie mit Standards für Umweltmanagement und mit Materialien zur Unternehmensverantwortung (CSR).

Ziele

Die Schüler/-innen ...

  • vergleichen Veränderungen in ausgewählten Berufsfeldern/-bildern, 
  • entwickeln Kriterien und Indikatoren zur Beschreibung und Überprüfung ökonomischer Sachverhalte,
  • analysieren die Funktionen und Rollen sowie die Handlungsmöglichkeiten ausgewählter Personen und Gruppen,
  • erheben selbstständig Daten durch Recherchen und Erkundungen,
  • analysieren den Prozess des ökonomischen Wandels hin zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise. 

Umsetzung

Zu Beginn stellt die Lehrkraft die Leitfrage vor. Je nach gewünschter Ausrichtung kann dabei der Schwerpunkt auf die Auseinandersetzung mit Berufen gelegt werden oder auf nachhaltiges Wirtschaften beziehungsweise betriebliches Umweltmanagement.

Beispiele für Leitfragen mit dem Schwerpunkt Berufsorientierung:

  • Wo finde ich "grüne" Jobs?
  • In welchem Unternehmen kann ich mich beruflich für Nachhaltigkeit engagieren?

Beispiele für Leitfragen mit dem Schwerpunkt Wirtschaft und Nachhaltigkeit:

  • Was können Unternehmen tun, um nachhaltig zu wirtschaften?
  • Wirtschaftsunternehmen: Wer ist bereit für den Wandel zur "Green Economy"?
  • Wie zukunftsfähig arbeiten Unternehmen?

Als Impuls stellt die Lehrkraft die Kurzform einer Definition für die "Green Economy" vor:

Die Unternehmen der "Green Economy" stehen mit Natur und Umwelt in Einklang. Sie begrenzen ökologische Risiken und nutzen dabei ökonomische Chancen.

(Weiterführende Informationen finden sich im Hintergrundtext. Konkrete Kriterien werden zudem in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt.)

Die Lehrkraft nennt ein Beispiel für ein Unternehmen, das den Schülern/Schülerinnen bekannt ist beziehungsweise zu dem entsprechende Informationsmaterialien vorliegen. Im Rahmen der Berufsvorbereitung bieten sich Unternehmen aus der Region an. Beispiele für Unternehmen mit dem Schwerpunkt Umwelttechnologie finden sich unter anderem im Internetportal "Greentech made in Germany" sowie unter den Unternehmen, die am Green Day teilnehmen.

Die Lehrkraft fordert die Schüler/-innen auf, Vorschläge für die Beurteilung des Unternehmens zu machen: Wie kann bewertet werden, wie weit das Unternehmen die Voraussetzungen für die "Green Economy" erfüllt? Die Ideen werden für alle sichtbar notiert, sodass sie im weiteren Verlauf zu einer Checkliste beziehungsweise Bewertungsskala ausgearbeitet werden können. Diese kann zum Beispiel die Form einer Tabelle annehmen, in der verschiedene Bewertungsbereiche und Einzelkriterien untereinander aufgeführt werden:

"Der Unternehmens-Check: Bereit für den Wandel zur Nachhaltigkeit?"

Strategie/GeschäftsmodelleWelche Chancen und Risiken gibt es für das Unternehmen im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung? (Beispiel für Risiko: Rohstoffknappheit, hoher Einsatz von fossilen Energieträgern; Chance: Das Unternehmen bietet bereits "grüne" Leistungen beziehungsweise Produkte an)
ManagementIst klar geregelt, wer im Unternehmen für Nachhaltigkeit verantwortlich ist?
Was wird dafür getan, dass Nachhaltigkeit in internen Regeln und Prozessen verankert wird? (Beispiele: Es gibt ein Konzept, Leitbild, CSR oder Ähnliches; das Unternehmen nutzt ein Umweltmanagement-System, das Unternehmen lässt sich prüfen/zertifizieren, zum Beispiel EMAS)
Was tut das Unternehmen für Innovationen im Sinne der nachhaltigen Entwicklung?
UmweltWas tut das Unternehmen, um Ressourcen (Rohstoffe, Wasser, Boden) effizient zu nutzen? (Effizienz, Recycling)
Was tut das Unternehmen, um Umwelt- und Gesundheitsschäden zu vermeiden? (zum Beispiel Verringerung von CO2-Emissionen, Lärmemissionen, Vermeiden/Ersetzen von problematischen Stoffen et cetera)
Wie sorgt das Unternehmen für eine umweltschonende Energienutzung? (Effizienz, erneuerbare Energien)
Gesellschaft und soziales EngagementWelche Rolle spielen Arbeitnehmerrechte und soziale Standards, auch bei Zulieferern im Ausland? 
Wie wird die Chancengerechtigkeit sichergestellt? (Diversity, Gesundheitsschutz, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Qualifizierungsmöglichkeiten et cetera)

Beispielhafte Zusammenstellung nach: Nachhaltigkeitskodex des deutschen Rates für Nachhaltige Entwicklung und Bundesumweltministerium: "Green Management"

In kleinen Gruppen oder Partnerarbeit vergleichen die Schüler/-innen die gesammelten Bewertungskriterien mit kurzen Textauszügen zur Green Economy, Umweltmanagement und  Corporate Social Responsibility (CSR). 

Die zuvor gesammelten Ideen für ein Bewertungsschema werden auf der Grundlage der Materialien weiter ausgearbeitet und die Ergänzungen im Plenum diskutiert.

Gegebenenfalls wenden die Schüler/-innen in einer weiteren Gruppenarbeitsphase das Bewertungsschema auf konkrete Unternehmen an.

Die Ergebnisse werden im Plenum vorgestellt und diskutiert. Dabei werden insbesondere Extreme in den Bewertungen thematisiert. Die Schüler/-innen begründen, wie es zu besonders positiven oder negativen Bewertungen kommt. Zudem diskutieren sie, was diese Bewertungen aus rein wirtschaftlicher Sicht für die Zukunft des Unternehmens bedeuten. Im Falle von negativen Bewertungen können Ideen gesammelt werden, wie die Bewertung verbessert werden könnte.

Erweiterung

  • Im Rahmen der Berufsorientierung bietet es sich an, das entwickelte Bewertungsschema mit den individuellen Vorstellungen und Werteorientierungen der Schüler/-innen zu vergleichen. Die Schüler/-innen reflektieren, was ihnen wichtig ist, welche Prioritäten sie bei ihrer persönlichen Planung setzen und wie sie diese begründen.  
  • Unternehmenskontakte bieten die Möglichkeit, die Ergebnisse mit den Bedingungen der Praxis zu vergleichen. Das Thema der Woche "Schulen checken grüne Jobs" bietet Hinweise und Materialien zur Vorbereitung von Unternehmenskontakten wie Praktika, Unternehmensbesuchen oder Interviews mit Unternehmensvertretern. Weitere Unterrichtsmaterialien bietet auch die Internetseite zum "Green Day".

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