19.02.2015 | Ressourcen | Stadt

Was kennzeichnet nachhaltiges Bauen?

Bauarbeiter und ein Betonmischer
Sekundarstufe

Am Beispiel des Sands entwickeln die Schüler/-innen ein Bewusstsein für die Endlichkeit der Rohstoffe im Baubereich. Anhand von verschiedenen Beispielen von Bauweisen und den jeweils nötigen Rohstoffen stellen sie selbst Kriterien für nachhaltiges Bauen zusammen. Sie bewerten ein konkretes Gebäude und entwickeln eine eigene, nachhaltige Lösung.

Ziele

Die Schüler/-innen ...

  • definieren den Begriff Ressourcen,
  • entwickeln am Beispiel des Baustoffs Sand ein Bewusstsein für die Endlichkeit der Rohstoffe beim Städtebau,
  • wenden ihre mathematischen Fähigkeiten im Bereich Operationen auf ein sachliches Problem an,
  • lernen Möglichkeiten für nachhaltiges Bauen kennen,
  • bewerten unterschiedliche Modelle,
  • entwickeln selbst Lösungsansätze für nachhaltiges Bauen.

Umsetzung

Zum Einstieg wird die Dimension des Sandbedarfs anhand von statistischen Daten aus Deutschland veranschaulicht. Dazu können im Plenum einfache Rechenaufgaben durchgeführt werden.

Zum Beispiel wurden nach Angaben des Bundesverbands Baustoffe – Steine und Erden e.V.  2011 folgende Mengen von Baustoffen in Deutschland produziert:

  • 253 Mio Tonnen Kies und Sand
  • neu gewonnene Rohstoffe insgesamt (Primärrohstoffe) 587,6 Mio Tonnen, recycelte Baustoffe (Sekundärrohstoffe) 99,7 Mio Tonnen

Mögliche Aufgabenstellungen:

  • Wie viele LKW-Ladungen ergibt die Jahresproduktion von Kies und Sand? Annahme: Ein Kieswerk nennt circa 24 Tonnen pro Lieferung, wenn ein großer Sattelzug-LKW mit maximal 40 Tonnen Gesamtgewicht genutzt wird.  (Lösung: circa 10,5 Millionen LKW)Wie viel Kies und Sand sind das pro Einwohner/-in? Laut Statistischem Bundesamt lag die Bevölkerungszahl Ende 2013 bei 80,8 Millionen. (Lösung: circa 3,13 Tonnen pro Person)
  • Wie viel sind das pro Person und Tag? (Lösung: circa 8,6 Kg)
  • Wie groß ist der Anteil der Sekundärrohstoffe an den insgesamt produzierten Baustoffen? (Lösung: circa 14,5 Prozent)

Ergänzend oder als alternativer Einstieg kann eine Bilderserie zu verschiedenen Bauweisen diskutiert werden. Im Mittelpunkt der Begleitinformationen zu den Motiven stehen die Rahmenbedingungen, die sich auf die jeweiligen Bauweisen auswirken. Die Lehrkraft ergänzt im Unterrichtsgespräch Informationen zur Problematik des Sandabbaus und der Endlichkeit von Rohstoffvorkommen. 

Anhand einer Illustration des Umweltbundesamtes (siehe unten) wird geklärt, dass Rohstoffe zentrale Ressourcen darstellen. Die Illustration dient als Impuls und veranschaulicht zudem, dass der Ressourcenverbrauch mit den Bedürfnissen der Menschen zusammenhängt.

  (Quelle: www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/3952.pdf, S. 5)

In einer ersten Arbeitsphase werden am Beispiel von zwei Gebäuden Merkmale und Unterschiede konventioneller und nachhaltiger Bauweisen herausgearbeitet und notiert. Die Ergebnisse werden im Plenum abgeglichen. 

In einer zweiten Arbeitsphase vertiefen die Schüler/-innen mithilfe von grundlegenden Informationen über nachhaltiges Bauen ihre Kenntnisse. Sie nutzen die Kenntnisse, um beispielhaft ein Gebäude zu bewerten. Dies kann anhand von Fotos geschehen oder sich auf ein Gebäude in der Umgebung beziehen, zum Beispiel die eigene Schule. 

Die Schüler/-innen entwerfen für das Beispiel eine eigene, nachhaltige Lösung und präsentieren diese in Form einer eigenen Skizze. 

Gegebenenfalls kann als weiterer Aspekt diskutiert werden, wie sich welche Rahmenbedingungen auf die Entwicklung von Bauweisen auswirken: 

  • Was spricht dafür, dass zukünftig vermehrt nachhaltige Baustoffe und Bauweisen eingesetzt werden?
  • Welche Hindernisse könnte es dabei geben? (zum Beispiel fehlendes Wissen, Kosten)
  • Wie könnte man die Hindernisse überwinden? 

Erweiterung

  • Die Schüler/-innen bauen Modelle eines Gebäudes oder einer Stadt. In Anlehnung an das Konzept der Verwendung von Recycling-Baustoffen können dafür auch alte Verpackungen wie Dosen und Kartons oder Restmaterialien aus dem Kunst- oder Technikunterricht et cetera verwendet werden.
  • Die Schüler/-innen unternehmen eine Exkursion in die eigene Umgebung und bewerten dort vorhandene Gebäude.
  • Es bietet sich an, die Beschäftigung mit einzelnen Gebäuden einzubetten in eine umfassendere Unterrichtseinheit zum Thema Stadt. Anregungen und Materialien bieten zum Beispiel folgende Themen bei Umwelt im Unterricht: Wer baut die Stadt von morgen?, Geoinformationen: gute Karten für den Umweltschutz, Gibt es ein Leben ohne Auto? und Stadt, Land, Klima: Deutschland passt sich an.

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