07.03.2019 | Themenübergreifend

Wenn ihr mich fragt - Mitbestimmung von Kindern

Junge auf Seilbahn
Grundschule

Wie werden Entscheidungen getroffen, und wie können Kinder und Jugendliche sich einbringen? Die Schüler/-innen untersuchen ein konkretes Beispiel auf Möglichkeiten, selbst ihre Interessen einfließen zu lassen.

Kompetenzen und Ziele

Die Schüler/-innen …

  • erkunden Möglichkeiten von Kindern, an Entscheidungen im Gemeinwesen teilzuhaben und suchen Gründe für Beteiligungsmöglichkeiten,
  • prüfen den Wahrheitsgehalt ausgewählter Aussagen zum Thema Partizipation von Kindern und begründen ihre Beurteilung,
  • prüfen die eigenen Handlungskompetenzen durch die Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten einer eigenen Beteiligung an einem konkreten Verfahren,
  • stärken ihre Methodenkompetenz durch den fragenbezogenen Einsatz ausgewählter Materialien.

Umsetzung

Einstieg

Zum Einstieg stellt die Lehrkraft ein konkretes Beispiel zur Diskussion, bei dem die Interessen von Kindern und Jugendlichen berührt werden.

Hierfür kommen zum einen aktuelle Anlässe oder gesellschaftliche Debatten infrage, die auch von Grundschülern/-schülerinnen wahrgenommen werden – zum Beispiel, weil sie in den Nachrichten vorkommen oder im Familien- und Schulalltag Thema sind. Dazu können einzelne Aspekte der Auseinandersetzung mit dem Klimawandel gehören wie die Schulstreiks zum Klimaschutz.

Zum anderen eignen sich insbesondere Projekte und anstehende Entscheidungen aus dem unmittelbaren Umfeld der Klasse, zum Beispiel Bauvorhaben in der eigenen Schule oder der Stadt/Gemeinde. Ebenfalls geeignet sind Konsum- oder Energiefragen aus dem Schulleben wie das Angebot in der Kantine oder dem Schulkiosk, Stromversorgung, Beleuchtung und Heizung im Schulgebäude et cetera.

Die Lehrkraft stellt zunächst das Thema vor. Dazu sollten möglichst anschauliche Materialien verwendet werden. Bei Nachrichtenthemen eignen sich Ausschnitte aus Medienberichten oder Fernsehnachrichten.

Bei Bau- und Stadtentwicklungsvorhaben können Stadtpläne oder Fotos und Entwürfe verwendet werden, zum Beispiel aus der Berichterstattung in lokalen Medien.

Als Impuls wird für alle gut sichtbar das Thema notiert, gegebenenfalls ergänzt durch Zitate aus der Diskussion darüber. Zudem notiert die Lehrkraft darunter den Satzbeginn:

"Wenn ihr mich fragt …"

Im Plenum werden zunächst das Wissen und Vermutungen zu diesem Thema gesammelt. Darauf aufbauend klärt die Lehrkraft gemeinsam mit der Klasse, inwiefern die Schüler/-innen von dem Thema betroffen sein könnten. Gegebenenfalls sammeln die Schüler/-innen bereits ihre Ideen und Wünsche.

Im Anschluss stellt die Lehrkraft die Frage, ob Kinder bei diesem Beispiel mitbestimmen können. Sie fragt zudem, welche Argumente es dafür geben könnte, Kinder nicht zu beteiligen. Erste Vermutungen werden für alle sichtbar notiert. In vielen Fällen wird deutlich werden, dass keine formale Beteiligung vorgesehen ist. Es sollte dann thematisiert werden, ob beziehungsweise wie eine indirekte Einflussnahme auf die Beteiligten möglich ist.

Arbeitsphase

Im Anschluss bearbeiten die Schüler/-innen in Partnerarbeit eine Liste mit Aussagen zu den Beteiligungsmöglichkeiten und -rechten von Kindern und Jugendlichen (siehe Materialien). Die Aussagen sind zum Teil wahr, zum Teil falsch. Ein Beispiel:

  • Kinder haben grundsätzlich das Recht, ihre Meinung einzubringen, wenn sie betroffen sind. (wahr, Teil der UNESCO-Kinderrechtskonvention)

Mithilfe eines Informationstextes formulieren die Schüler/-innen Argumente, warum die Aussagen wahr oder falsch sind.

Die Ergebnisse werden vorgestellt und besprochen. Die wahren Aussagen werden neben den zuvor gesammelten Wünschen für alle sichtbar gesammelt.

Im Unterrichtsgespräch fordert die Lehrkraft die Schüler/-innen auf, die Wünsche mit den Beteiligungsmöglichkeiten zu verbinden. Die Leitfrage lautet: Was können wir tun?

Die gesammelten Ideen und Informationen werden zu Sätzen zusammengefügt, in der Form:

"Um … zu erreichen, könnten wir …"

Abschluss

In einer Abschlussdiskussion werden die formulierten Möglichkeiten bewertet. Leitfrage für die Diskussion ist: Auf welche Weise könnten Kinder in diesem Fall besonders viel erreichen?

Gegebenenfalls stimmt die Klasse auf der Grundlage der Ergebnisse darüber ab, ob beziehungsweise in welcher Form sie sich in das Verfahren einbringt.

Erweiterung

  • Die Schüler/-innen arbeiten ihre Wünsche an das Vorhaben weiter aus und veranschaulichen sie in Form von Zeichnungen oder Plakaten. Gegebenenfalls stellen sie diese der (Schul-)Öffentlichkeit vor.
  • Verschiedene Initiativen unterstützen Schüler/-innen dabei, sich eigenverantwortlich in der Schule oder in der Stadt beziehungsweise Gemeinde zu beteiligen. Im Rahmen des Projekts "Soko Klima" sind zum Beispiel Materialien entstanden, die Kinder und Jugendliche dabei unterstützen, sich in Planungen an ihren Wohnorten einzubringen. Ein anderer Bereich ist die Schule. Hier haben Schüler/-innen das Recht, in vielen Angelegenheiten mitzubestimmen. Über die Möglichkeiten informieren unter anderem die Kultusministerien oder Schülervertretungen (SV) der einzelnen Bundesländer. Auch die Jugendorganisation des Deutschen Gewerkschaftsbundes bietet Informationen für die praktische SV-Arbeit.

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