02.05.2019 | Klima | Themenübergreifend

Wer macht die Gesetze in Europa?

Kind mit Mikro
Grundschule

Am Beispiel von europäischen Umweltregelungen lernt die Klasse zentrale Merkmale von Wahlen und Gesetzen kennen. Die Schülerinnen und Schüler diskutieren echte und fiktive Beispiele für EU-Umweltgesetze. So erfahren sie wichtige Inhalte der EU-Umweltpolitik und erarbeiten den Zusammenhang zwischen Interessen, Forderungen, Wahlen und der Umsetzung in verbindliche Regelungen.

Kompetenzen und Ziele

Die Schüler/-innen …

  • lernen grundlegende Informationen zum Europäischen Parlament und der Europawahl kennen, 
  • tragen fragengerichtet Informationen aus Wahlkampagnen zusammen und prüfen deren Bedeutung, 
  • erkunden Möglichkeiten von Kindern, an Entscheidungen im Gemeinwesen teilzuhaben, und überlegen Beteiligungsmöglichkeiten,
  • üben ihre kommunikativen Kompetenzen, indem sie eigene Stellungnahmen formulieren, begründen und diskutieren,
  • prüfen die eigenen Urteils- und Handlungskompetenzen durch die Auseinandersetzung mit den persönlichen Bedürfnissen und den Bedürfnissen anderer.

Voraussetzungen

Die Unterrichtseinheit setzt grundlegendes Vorwissen über Europa, die Existenz unterschiedlicher Länder sowie über Demokratie voraus. Auch für die Grundschule sind geeignete Materialien kostenlos im Internet verfügbar. Einige Links zu Materialien für eine kompakte Einführung in das Thema "Europäische Union" finden sich in den Erweiterungsvorschlägen am Ende dieses Textes.

Die Unterrichtseinheit kann auch unabhängig von den Europawahlen durchgeführt werden. Mögliche Anlässe sind aktuelle öffentliche Debatten mit Bezug zur EU-Umweltpolitik. Sie ergeben sich häufig. Der Unterrichtsvorschlag muss gegebenenfalls angepasst werden. Hinweise finden sich am Ende des Textes in den Erweiterungsvorschlägen.

Umsetzung 

Einstieg

Die Lehrkraft verweist zum Einstieg auf die sichtbaren Zeichen, dass eine Europawahl ansteht. Dazu gehören Plakate oder Wahlwerbung im Fernsehen. Die Klasse sammelt, was sie auf den Plakaten und im Fernsehen wahrgenommen hat: Worum geht es – was wird gewählt? Was wird gefordert und versprochen, welche Stichworte haben die Schüler/-innen gehört und gelesen?

Ergänzend oder alternativ zeigt die Lehrkraft einige Plakate oder andere Werbematerialien verschiedener Parteien (Beamer/Whiteboard oder gedruckte Broschüren). Sie fordert die Schüler/-innen auf, Ideen zu äußern, wozu die Wahlwerbung dient.

Gegebenenfalls klärt die Lehrkraft offene Fragen beziehungsweise den Zweck der Wahlwerbung. Die wichtigsten Ergebnisse werden für alle sichtbar notiert:

Die Personen auf den Plakaten möchten ins Europäische Parlament gewählt werden. Dort wird über Gesetze abgestimmt, die dann für alle in Europa gelten.

Arbeitsphase

Die Lehrkraft stellt in Form von kurzen Aussagen fiktive und echte Beispiele für EU-Gesetze beziehungsweise -Regelungen vor. Die Schüler/-innen sollen entscheiden, welche echt sind. Dies kann zum Beispiel im Sitzkreis geschehen. Die Beispiele werden ausreichend groß ausgedruckt und in die Mitte gelegt (W steht für wahr, F für falsch):

  • Lampen, die zu viel Strom verbrauchen, dürfen nicht verkauft werden. (W)
  • Bananen, die nicht krumm genug sind, dürfen nicht verkauft werden. (F)
  • Bio-Obst kann man am Siegel erkennen. (W)
  • Nachts darf in Wohngebieten nicht zu viel Lärm herrschen, weil das krank machen kann. (W)
  • Spielzeug muss stabil und ungefährlich sein. (W)
  • Die Abgase von Autos sollen immer weniger schädlich werden. (W)
  • In Stadtparks müssen immer einige Bäume für Vogelnester reserviert sein. (F)
  • Wenn Wale vorbeischwimmen, müssen Schiffe anhalten. (F)
  • Damit die Luft dort besser wird, müssen Autofahrer in manchen Städten den Auspuff ihres Autos verstopfen. (F)
  • Die Polizei kontrolliert bald Mülltonnen, damit die Leute den Müll besser sortieren. (F)

Die Lehrkraft fordert die Schüler/-innen auf, Ideen zum Hintergrund der richtigen Beispiele zu sammeln: Wer hat diese Regelung beschlossen? Warum? Die Lehrkraft informiert gegebenenfalls über den tatsächlichen Hintergrund und klärt offene Fragen. Informationen dazu enthält der Hintergrundtext.

Im Anschluss stellen die Schüler/-innen in Gruppen- oder Partnerarbeit eigene Forderungen zur Umweltpolitik auf ("Was ist euch wichtig?"). Die Gruppen erhalten den Auftrag, jeweils fünf eigene Forderungen zu formulieren.

Die Gruppen beziehungsweise Partner stellen ihre Forderungen der Klasse vor. Die Klasse stimmt per Handzeichen darüber ab, ob sie die Forderungen gut findet oder nicht. Die Ergebnisse werden für alle sichtbar notiert.

Abschluss

Im Unterrichtsgespräch im Plenum werden die Ergebnisse diskutiert. Die Lehrkraft fordert die Schüler/-innen auf, in einer "Blitzlicht"-Runde den Vorschlag zu benennen, der ihnen am wichtigsten war, und dies zu begründen.

Gegebenenfalls kann zum Abschluss die Frage der Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen thematisiert werden:

  • Findet ihr, dass es auch aus der Sicht von nicht wahlberechtigten Jugendlichen wichtig ist, in Europa mitzubestimmen?
  • Würdet ihr wählen gehen?
  • Wie könntet ihr mitbestimmen, auch wenn ihr noch nicht wählen dürft?

Ergänzend können Ideen gesammelt und kann notiert werden, welche Möglichkeiten der Mitbestimmung Kinder haben, auch wenn sie noch nicht wahlberechtigt sind. Dazu gehören zum Beispiel Interessenvertretungen in Schule, Verein oder in der Kommune, der Austausch in der Familie oder das Engagement für Anliegen wie Umwelt- oder Tierschutz in Organisationen und Verbänden wie NABU, BUND, WWF oder Greenpeace.

Erweiterung

Alternativ kann der Auftrag für die Gruppen in der Arbeitsphase lauten, sich eine eigene (Umwelt-)Partei auszudenken und Forderungen zu formulieren, die auf Plakaten stehen könnten. Je nach verfügbarer Zeit gestalten die Gruppen die eigenen Plakate und stellen sie aus. Anschließend kann eine geheime Wahl mit Stimmzetteln durchgeführt werden. Die Ergebnisse der Wahl werden im Plenum diskutiert (Welche Rolle spielte der Text für die Ergebnisse? Welche die Gestaltung? Wäre es wirklich möglich und wünschenswert, die Forderungen/Versprechen umzusetzen?).

Europäische Union: Unterrichtsmaterialien für die Grundschule

Auch für die Grundschule sind geeignete Materialien kostenlos im Internet verfügbar, zum Beispiel:

Creative Commons LizenzvertragDieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

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Informationen und Materialien

Hintergrund (1)

02.05.2019 | Klima | Themenübergreifend

Die EU ist nicht nur weltweit für Wirtschaft und Politik von Bedeutung, sondern auch für den Alltag der Bürgerinnen und Bürger in den Mitgliedstaaten. Wie bei anderen Themen haben in den Bereichen Umwelt-, Klima- und Naturschutz viele Regelungen und Gesetze ihren Ursprung auf europäischer Ebene. Das Europäische Parlament spielt hier eine entscheidende Rolle. Bei der Europawahl können die EU-Bürgerinnen somit auf die Umweltpolitik in Europa Einfluss nehmen.

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