Werben für Nachhaltigkeit

T-Shirt mit Werbung für faire Produkte
Sekundarstufe

Wie lassen sich Menschen von nachhaltigem Konsum überzeugen? Am Beispiel von Schokoriegeln gehen die Schülerinnen und Schüler zunächst den negativen Auswirkungen von Konsum nach. In Gruppen entwickeln sie anschließend eigene Ansätze, wie sie faire und ökologische Schokolade bewerben würden. Dabei werden auch Methoden aus dem Marketing vorgestellt.

Lernziele

Die Schüler/-innen

  • reflektieren ihren persönlichen Bezug zum Themenfeld "Nachhaltige Entwicklung",
  • setzen sich mit den Dimensionen von Nachhaltigkeit (vor allem ökologische und soziale) am Beispiel Konsum auseinander,
  • erörtern negative Auswirkungen von Konsum,
  • reflektieren Konsumbedürfnisse und -alternativen,
  • entwickeln Sensibilität für nachhaltigen Konsum.

Umsetzung

Die Schüler/-innen gehen am Beispiel eines Schokoriegels der Frage nach, was nachhaltiger Konsum bedeutet und wie das Bewusstsein dafür gefördert werden kann. Je nach Zeitbudget – und Interesse der Schüler-/innen – kann der Unterrichtsvorschlag um weitere Alltagsprodukte und eigene Recherchen ergänzt werden. Dabei können ausgewählte Unterrichtsvorschläge aus dem Heft "Umweltfreundlich konsumieren" des Bundesumweltministeriums verwendet werden.

Die Lehrkraft bringt verschiedene Schokoriegel mit und zeigt sie der Klasse. Sie stellt dazu folgende Fragen beziehungsweise notiert diese an der Tafel/am Smartboard:

Was haben die Schokoriegel damit zu tun, ...

  • ... dass der Orang-Utan auf Sumatra vom Aussterben bedroht ist?
  • ... dass manche Kinder in Ghana nicht zur Schule gehen können?
  • ... dass Kleinbauern in Brasilien keine sicheren Arbeitsbedingungen haben?

Die Antworten der Schülerinnen und Schüler werden für alle sichtbar notiert. Die Lehrkraft kann zur Unterstützung gegebenenfalls weitere, konkretere Fragen stellen: Welche Rohstoffe sind in dem Produkt? Wie sehen die Pflanzen aus? Wo werden sie angebaut, und unter welchen Bedingungen? Gegebenenfalls ergänzt die Lehrkraft Informationen über problematische Aspekte des Schokoriegel-Beispiels (siehe Hintergrund zum Thema). Als Alternative oder ergänzend schaut die Klasse Videoclips, die für nachhaltigen Konsum werben. Dabei sollten mindestens zwei Clips mit unterschiedlicher Herangehensweise gezeigt werden. Geeignete, unter anderem bei YouTube verfügbare Clips in den Materialien aufgeführt.

Die Klasse bespricht die Videos. Welche Informationen über problematische Auswirkungen des Konsums erhalten die Zuschauerinnen und Zuschauer? Für welche Zielgruppen sind die Clips gedacht? Auf welche Weise sprechen diese die Konsumenten an (zum Beispiel Gewissen, Schock, Wissen/Aufklärung, Solidarität, Humor)? Welcher Clip würde die Schüler/-innen am ehesten animieren, mehr auf "faire" Produkte zu achten? Welche sind eher abstoßend – und warum? Sind den Schülerinnen und Schülern besondere Methoden aufgefallen, um die Zuschauerinnen und Zuschauer zu überzeugen? Je nach Alter gibt die Lehrkraft vor dem Schauen der Clips Hinweise, worauf die Schülerinnen und Schüler achten sollen.

Die Schülerinnen und Schüler bilden anschließend Kleingruppen und erhalten den Auftrag, selbst Ansätze zu entwickeln, wie faire und ökologische Schokolade beworben werden kann. Je nach Zeitbudget und Interesse ist es möglich, an dieser Stelle weitere Produkte einzuführen, zum Beispiel Textilien, Joghurt oder Handys (siehe Materialien "Umweltfreundlich konsumieren" des Bundesumweltministeriums).

Die Gruppen erhalten Arbeitsmaterialien zur "Persona-Methode" aus dem Marketing. Dabei werden fiktive Charaktere entworfen, die stellvertretend für größere Gruppen stehen. Mithilfe von "Personas" analysieren die Gruppen Eigenschaften von Konsumentinnen und Konsumenten und entwickeln Ideen, wie sie für nachhaltigen Konsum werben könnten.

Die Gruppen präsentieren und diskutieren ihre Ergebnisse. Dabei werden die Notizen vom Einstieg erneut herangezogen. Kennen die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland die Probleme, die durch Konsum ausgelöst werden können? Was hindert sie möglicherweise am nachhaltigen Konsum?

Abschließend überlegen die Schüler/-innen, ob und wie sie selbst ihr Konsumverhalten verändern wollen – und wie sie selbst zu dieser Einstellung gelangt sind. 

Erweiterung

  • Die Schüler/-innen erstellen Werbematerialien für ein nachhaltiges Produkt für eine Zielgruppe ihrer Wahl, zum Beispiel T-Shirts aus Biobaumwolle, Biolebensmittel, Elektroautos, Fairtrade-Produkte, Ökostrom etc. Denkbare Werbematerialien sind zum Beispiel Plakate, Flyer oder Videos. Für ergänzende Recherchen und Anregungen eignen sich die Materialien des Bundesumweltministeriums zum Thema "Umweltfreundlich konsumieren" (Joghurt auf Seite 6, Kaffee auf Seite 9, Textilien ab Seite 13 sowie Handy ab Seite 40). Für ergänzende Recherchen zum Beispiel Schokoriegel eignen sich die Informationen von der Verbraucherinitiative.
  • Lokale Nachhaltigkeitsprojekte oder Konsummöglichkeiten untersuchen und dokumentieren: Zum Beispiel durch einen konsumkritischen Stadtrundgang (Informationen bietet Weltbewusst.org).
  • Eigenes Projekt/Schülerfirma zu nachhaltigem Konsum an der Schule (zum Beispiel Einführung von Fairtrade-Snacks am Schulkiosk) oder Gestaltung eines Leitfadens "50 Dinge, die Jugendliche tun können, um ...".
  • Teilnahme an der Aktionswoche Nachhaltigkeit mit den erstellten Werbematerialien und/oder dem eigenen Projekt. 

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Dieser Text steht unter der Creative Commons-Lizenz CC BY-NC-SA 3.0. Sie dürfen ihn zu allen nicht-kommerziellen Zwecken - also auch für den Unterricht - verwenden und bearbeiten, z.B. kürzen oder umformulieren. www.umwelt-im-unterricht.de muss immer als Quelle genannt werden. Details zu den Bedingungen finden Sie auf der Creative Commons-Website.

Informationen und Materialien

Hintergrund (1)

16.05.2013 | Wirtschaft und Arbeitswelt | Ressourcen | Konsum
Voller Einkaufswagen im Supermarkt

In den westlichen Industrieländern verbrauchen die Menschen weit mehr, als sie für ihre existenziellen Bedürfnisse brauchen. Das Problem dabei: Oft geht der Konsum auf Kosten der Umwelt und der natürlichen Ressourcen. Zudem werden bei der Produktion von Konsumgütern in manchen Entwicklungs- und Schwellenländern Arbeits- und Menschenrechte verletzt. Immer mehr Menschen in den Industrieländern wissen dies und achten auf nachhaltigen Konsum. Doch worum genau geht es dabei – und wieso handeln viele Verbraucherinnen und Verbraucher nicht immer nachhaltig?

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Arbeitsmaterialien (3)

16.05.2013 | Wirtschaft und Arbeitswelt | Ressourcen | Konsum
Ein Mensch in einem Bananenköstum mit dem Fairtrade-Siegel.
Sekundarstufe

Im Netz finden sich verschiedene Videos, die Nachhaltigkeit und Konsum zum Thema haben. Teils sind diese von Nichtregierungsorganisationen produziert oder auch für Nachhaltigkeitssiegel, die Standards von Produkten garantieren. Die Clips wollen mit unterschiedlichen Vorgehensweisen die Zuschauerinnen und Zuschauer von nachhaltigem Konsum überzeugen.

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16.05.2013 | Wirtschaft und Arbeitswelt | Ressourcen | Klima | Konsum
Illustration Junge
Sekundarstufe, Grundschule

Das Material beschreibt die "Persona-Methode" aus dem Marketing. Diese hilft, sich in andere Menschen hineinzuversetzen: Zum Beispiel um diese für nachhaltigen Konsum zu gewinnen. Die Schüler/-innen entwerfen eine eigene Werbestrategie.

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04.01.2013 | Wirtschaft und Arbeitswelt | Konsum
Titelblatt des BMU-Schülerheftes "Umweltfreundlich konsumieren"
Sekundarstufe

Anhand des 56-seitigen Hefts gehen Schülerinnen und Schüler Fragen zu den verschiedenen Bereichen des Konsums nach: Wie klimafreundlich ist mein Frühstück? Woher kommt die Kleidung, die ich morgens anziehe? Ist meine Schule nachhaltig? Die Schüler und Schülerinnen lernen die direkten und indirekten Auswirkungen ihres Konsums auf Mensch und Umwelt kennen. Jeder Unterrichtsvorschlag enthält Ideen für Projekte und vertiefende Aufgaben.

[Stand: Januar 2013. Dieses Angebot wird nicht mehr aktualisiert.]

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Zielgruppe