WLAN schlägt Wellen - Elektromagnetische Felder und die Gesundheit

Symbolbild WLAN
Sekundarstufe

Anhand von Fallbeispielen lernen Schüler/-innen verschiedene Positionen in der Diskussion über die möglichen Gefahren durch WLAN und andere Anwendungen der drahtlosen Datenübertragung kennen. Sie erarbeiten zentrale Merkmale hochfrequenter elektromagnetischer Felder und bewerten auf dieser Grundlage mögliche gesundheitliche Risiken. Bezogen auf das Fallbeispiel formulieren sie Präventionsmaßnahmen und Vorschläge zur Vermittlung in der Diskussion.

Ziele 

Die Schüler/-innen

  • lernen verschiedene technische Anwendungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder kennen,
  • können anhand von zentralen physikalischen Eigenschaften verschiedene Anwendungen wie WLAN und Mobilfunk im elektromagnetischen Spektrum verorten,
  • lernen Kriterien für die Einschätzung von gesundheitlichen Gefahren durch hochfrequente elektromagnetische Felder kennen,
  • können Maßnahmen zur Verringerung der Strahlenbelastung im Alltag erläutern,
  • beschaffen naturwissenschaftliche und technische Informationen aus verschiedenen Quellen, fassen sie zusammenfassen und bewerten sie,
  • erkennen Konfliktsituationen und berücksichtigen bei Entscheidungen ethische Maßstäbe sowie Auswirkungen auf die Gesundheit. 

Umsetzung 

Zum Auftakt präsentiert die Lehrkraft ein Fallbeispiel, im dem über mögliche Gefahren der Strahlung durch drahtlose Datenübertragung diskutiert wird. Gegebenenfalls können auch Projekte oder Diskussionen an der eigenen Schule thematisiert werden. Je nach Fallbeispiel kann neben der WLAN-Technologie auch Mobilfunk im Mittelpunkt stehen. Die Materialien können entsprechend angepasst werden.

Geeignete aktuelle Fallbeispiele finden sich mittels einer Online-Medienrecherche zum Beispiel mittels Google News oder Bing News

Unter anderem eignet sich eine Diskussion aus dem Herbst 2014 über das Vorhaben der Hamburger Schulverwaltung, mehrere Schulen mit WLAN auszustatten:

Die Schüler/-innen analysieren in Gruppen oder Partnerarbeit die Medienbeiträge. Die übergeordnete Leitfrage lautet: Worum geht es in der Diskussion? Unterstützend für die Gruppenarbeit kann die Lehrkraft weitere Fragen zu verschiedenen Aspekten stellen:

  • Welche Technologien werden genannt? (zum Beispiel WLAN, Mobilfunk/Handys/Smartphones, Bluetooth et cetera)
  • Welche Nutzungszwecke beziehungsweise Anwendungen werden genannt? (zum Beispiel das Arbeiten mit Tablets in einer Schulklasse)
  • Welche Akteure werden genannt?
  • Welche Argumente nennen die Akteure für und/oder gegen die Nutzung?
  • Wie werden die Argumente begründet?
  • Wie werden Gefahren für die Gesundheit erklärt? 

Die Ergebnisse werden im Plenum zusammengetragen und für alle sichtbar dokumentiert, zum Beispiel in Form von Stichworten an einer Pinnwand oder auf dem interaktiven Whiteboard. Die Beiträge können zunächst in Form von Listen oder einer Mindmap gesammelt werden. Anschließend können sie zu einem einfachen Konzeptschaubild erweitert werden, in dem die wichtigsten Akteure und Konflikte veranschaulicht sind.

In einer weiteren Phase erarbeiten die Schüler/-innen die wichtigsten naturwissenschaftlichen Grundlagen, die für die Bewertung der Diskussion relevant sind. Mithilfe von Informations- und Unterrichtsmaterialien des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) gehen sie folgenden Aspekten nach:

Hinweis: Die Unterrichtsmaterialien des BfS beziehen sich auf das Beispiel Mobilfunk. Die genannten Seiten sind jedoch auch für weitere Anwendungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder wie WLAN und Bluetooth relevant. Gegebenenfalls kann der Aspekt "Grundlagen hochfrequenter Felder" im gemeinsamen Unterrichtsgespräch und mithilfe der Illustration auf Seite 5 behandelt werden, um die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu klären.

Die Schüler/-innen notieren jeweils, welche Informationen für das vorliegende Fallbeispiel relevant sind. Nach der Arbeitsphase tragen sie die Ergebnisse im Plenum zusammen. Sie erläutern anhand des Konzeptschaubildes, zu welchem Aspekt der Diskussion sie Informationen gewonnen haben und was diese für die Bewertung der vorgebrachten Argumente bedeuten. Das Konzeptschaubild wird um Stichworte zu den Ergebnissen erweitert. 

Zum Abschluss geben die Schüler/-innen eine Empfehlung ab: Wie könnte der Fall gelöst werden? Dabei können zunächst naturwissenschaftliche und anschließend kommunikative Aspekte diskutiert werden: 

Technik und Prävention

  • Wie sollte die Technik beschaffen sein, um bei der gewünschten Anwendung Gesundheitsgefahren zu vermeiden? (Eigenschaften der Geräte, Installation)
  • Was sollten die Anwenderinnen und Anwender beachten? (zum Beispiel Abstände einhalten) 

Kommunikation

  • Welche Interessen stehen hinter den jeweiligen Argumenten? (zum Beispiel Eltern: Sorgen um Gesundheit der eigenen Kinder)
  • Welche Informationen könnten helfen, um Konflikte zwischen Akteuren zu überwinden?
  • Wie sollten die Beteiligten jeweils angesprochen werden? 

Je nach Fallbeispiel können sich die Schüler/-innen in die Rolle externer Fachleute hineinversetzen. Sie formulieren ihre Empfehlung in Form eines Schritt-für-Schritt-Vorgehens. Falls es um ein Projekt in der eigenen Schule geht, können die Schüler/-innen ihre Bewertung und Präventionsmaßnahmen in Form eines Posters dokumentieren. 

Erweiterung

  • Die Schüler/-innen untersuchen die Situation in der eigenen Schule: Welche Quellen für hochfrequente elektromagnetische Felder gibt es? Gegebenenfalls werden technische Daten einzelner Geräte wie WLAN-Router ermittelt. Die Schüler/-innen untersuchen, ob es schon Vorkehrungen gibt, um eine mögliche Strahlenbelastung zu minimieren. Gegebenenfalls machen sie Verbesserungsvorschläge. Tipps, die auf das Verhalten der Anwender/-innen zielen, können in Form eines Posters oder Flyers aufbereitet werden.
  • Ein anschauliches Poster zur Verringerung der Strahlung beim Telefonieren mit dem Handy stellt das Bundesamt für Strahlenschutz für Unterrichtszwecke bereit.
  • Für den Schwerpunkt Mobilfunk/Handy hat das Bundesamt für Strahlenschutz umfangreiche Unterrichtsmaterialien herausgegeben, die unter anderem Arbeitsblätter mit verschiedenem Schwierigkeitsgrad sowie Hintergrundinformationen für Lehrkräfte bieten. Teile der Materialien sind über Mobilfunk hinaus auch für andere Anwendungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder wie WLAN relevant. 

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Informationen und Materialien

Hintergrund (1)

05.02.2015 | Gesundheit und Ernährung
Mädchen mit Tablet-Computer

Die Strahlung von Funk-Anwendungen wie WLAN und Mobilfunk löst immer wieder Besorgnis aus: Wie gefährlich sind die elektromagnetischen Felder, denen die Menschen durch diese Technologien im Alltag ausgesetzt sind? Nach dem heutigen Stand von Wissenschaft und Technik gibt es keine Gefahren. Dennoch raten Gesundheits- und Strahlenschutzbehörden zur Vorsorge – und sehen noch Forschungsbedarf, vor allem bei möglichen Langzeitfolgen intensiver Handynutzung. Auch Wirkungen auf Kinder können noch nicht abschließend bewertet werden.

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Arbeitsmaterialien (1)

05.02.2015 | Gesundheit und Ernährung
Ausschnitt aus Grafik mit Strahlungsarten und -ihren Quellen
Sekundarstufe, Grundschule

Die Illustration veranschaulicht die verschiedenen Frequenzbereiche des elektromagnetischen Spektrums. Sie enthält Beispiele für Strahlungsquellen, vom niederfrequenten über den hochfrequenten Bereich bis hin zu optischer Strahlung und ionisierender Strahlung wie Röntgen- und Gammastrahlung.

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Zielgruppe