Hintergrund
19.11.2015 | Klima

Das Thema Klimawandel in der Schule

Hände umschließen beschützend das Symbolbild eines Baumes
Grundschule, Sekundarstufe

Wir müssen das Klima schützen – aber wie geht das? Und was geht mich das an? Für Nichtfachleute ist es eine Herausforderung, den Themenkomplex Klimaschutz zu durchschauen. Um in der Schule Handlungs- und Bewertungskompetenzen zu vermitteln, können alltagsnahe Leitfragen und Unterrichtseinstiege helfen.

Die Weltklimakonferenz in Paris vom 30. November bis 11. Dezember 2015 gilt als ein wichtiger Schritt für den internationalen Klimaschutz. Entsprechend groß sind das Medienecho und die öffentliche Aufmerksamkeit. Einerseits könnte damit das Ereignis ein guter Gesprächsanlass für die Schule sein. Andererseits ist es für Nichtfachleute schwer, die Verhandlungen und ihre Ergebnisse zu verstehen.

Wie kann die Schule Lernenden vermitteln, ein Ereignis wie die Weltklimakonferenz zu verstehen? Sich ein eigenes Urteil zu bilden? Und schließlich selbst aktiv zu werden und kompetent zu handeln?

Kompetent beim Thema Klimawandel? Eine Herausforderung für die Schule

Die Weltklimakonferenz ist nur ein Beispiel dafür, dass das Thema Klimawandel eine mehrfache Herausforderung für die Schule darstellt: Es ist insgesamt komplex, umfangreich und umfasst sowohl natur- als auch sozialwissenschaftliche Aspekte. 

Bezüge zu verschiedenen Aspekten des Themas finden sich laut Vorgaben der Bundesländer in mehreren Unterrichtsfächern und über alle Altersstufen, von der Grundschule bis in die Sekundarstufe II. Für die meisten Schüler/-innen bedeutet dies, dass sie sich in der Regel ausschnittweise mit dem Thema auseinandersetzen, oft aus den jeweils unterschiedlichen Perspektiven verschiedener Fächer.

Für Lehrkräfte bedeutet dies, dass sie Unterrichtseinheiten zu Aspekten des Klimawandels stets mit den wichtigsten Grundlagen des Themas in Beziehung setzen müssen. Denn nur so können die Schüler/-innen die nötigen Kompetenzen erwerben, sich eigenständig im Themenfeld zu orientieren und das eigene Handeln zu reflektieren.

Überblick von Grundschule bis Sekundarstufe

Die Redaktion von Umwelt im Unterricht hat Handreichungen für die Sekundarstufe und die Grundschule erstellt, die es erleichtern sollen, das Thema Klimawandel in die Schulpraxis zu integrieren. Sie zeigen, wie verschiedene Aspekte des Themas in verschiedenen Altersstufen und Fächern aufgegriffen und miteinander verknüpft werden können.

Dabei werden Leitfragen genannt, die einen Einstieg in den Unterricht ermöglichen, der sich an der Lebenswelt der Schüler/-innen orientiert. Die Fragen sind gleichzeitig so offen formuliert, dass sie leicht an die jeweiligen Rahmenbedingungen angepasst und mit anderen Unterrichtseinheiten verknüpft werden können.

Zudem sind jeweils Unterrichtsvorschläge und Materialien aufgeführt, die im Internet bei Umwelt im Unterricht sowie beim Bildungsservice des Bundesumweltministeriums verfügbar sind. Zum Teil werden ergänzend Hinweise zu weiterführenden Materialien genannt, zum Beispiel zu Datenportalen oder interaktiven Kartendiensten.

Nachfolgend werden die verschiedenen Zugänge zum Themenfeld kurz beschrieben und in Bereiche gegliedert. Eine tabellarische Übersicht der Veröffentlichungen findet sich außer in den Handreichungen für Sekundarstufe und Grundschule auch in einer Kurzform im didaktischen Kommentar zur vorliegenden Veröffentlichung.

Die Grundlagen: Wie können wir das Klima schützen?

Wie funktioniert der sogenannte "Treibhauseffekt"? Die naturwissenschaftlichen Grundlagen sind der Schlüssel zum Verständnis des Themenkomplexes Klimawandel. Die Erwärmung lässt sich mindern, indem die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre begrenzt wird. An erster Stelle steht die Verringerung des Ausstoßes von Kohlendioxid (CO2), das bei der Nutzung fossiler Brennstoffe wie Kohle und Erdöl freigesetzt wird. 

CO2-Emissionen sind eng mit der bisherigen Wirtschafts- und Lebensweise in den Industriestaaten verknüpft, sodass sich unmittelbar aus den grundlegenden Zusammenhängen vielfältige Bezüge zu Konsumthemen ergeben.

Klimapolitik: Wer macht die Regeln für den Klimaschutz? 

Wie geht die Politik mit dem Klimawandel um? Einerseits herrscht auf allen Ebenen weitestgehend Einigkeit darüber, dass die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre begrenzt werden muss, damit das Ausmaß der Klimaveränderungen beherrschbar bleibt. Andererseits gibt es – ebenfalls auf allen Ebenen – Kontroversen über die konkrete Ausgestaltung einer Klimaschutzpolitik. Da der Klimawandel ein grenzüberschreitendes Problem darstellt, ist es Aufgabe der internationalen Staatengemeinschaft, nach Lösungen zu suchen. 

Auf globaler Ebene ist der Klimaschutz zu einem zentralen Thema der Vereinten Nationen geworden. Bereits 1992 haben sich die Staaten der Welt zum Ziel gesetzt, die Konzentration von Treibhausgasen in der Erdatmosphäre zu begrenzen. Damals wurde die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen verabschiedet (United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC). Im Jahr 1997 beschlossen die Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention das Kyoto-Protokoll. Damit wurden erstmals rechtlich verbindliche Vorgaben zum internationalen Klimaschutz formuliert. 

Doch das Kyoto-Protokoll gilt nur noch bis ins Jahr 2020. Ursprünglich sollte es bereits 2012 auslaufen, wurde aber bei der Klimakonferenz in Doha 2012 verlängert. Und: Die Vereinbarungen des Kyoto-Protokolls reichen nicht aus, um die Erwärmung der Erdatmosphäre auf ein verträgliches Maß zu begrenzen. Das liegt unter anderem daran, dass einige Länder mit großen CO2-Emissionen bisher keine internationalen Verpflichtungen zum Klimaschutz eingegangen sind. Dazu gehören die USA und China. Zentrales Hindernis für eine Einigung war, dass einige Länder befürchten, dass strikte Klimaschutzmaßnahmen ihre wirtschaftliche Entwicklung beeinträchtigen könnten.

Die Weltklimakonferenz in Paris 2015 ist das mittlerweile 21. Treffen der Vertragsstaaten der UN-Klimarahmenkonvention. Sie gilt als besonders wichtiger Schritt für den internationalen Klimaschutz. Denn hier soll ein neues internationales Abkommen verabschiedet werden, welches das Kyoto-Protokoll ablöst. Es soll alle Staaten dazu verpflichten, einen angemessenen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Das Abkommen soll über die Industrieländer hinaus auch Schwellen- und Entwicklungsländer zum Klimaschutz verpflichten.

Auf internationaler Ebene ist auch die Europäische Union ein zentraler Akteur. In der nationalen Politik sind Bezüge zum Klimawandel in vielen Politikfeldern allgegenwärtig, vor allem in der Energiepolitik. 

Klimafolgen: Wie wirkt sich der Klimawandel aus?

Das Klimasystem der Erde ist ein hochkomplexes Gebilde, in dem sich auch kleine Veränderungen auf das Gesamtsystem auswirken können. Dabei ist es kaum möglich, einzelne Veränderungen mit konkreten Folgen in Verbindung zu bringen. Seit dem vergangenen Jahrhundert hat sich die weltweite Durchschnittstemperatur an der Erdoberfläche erhöht. Weltweit schmelzen Gletscher und Eiskappen, der Meeresspiegel ist angestiegen. Welche Auswirkungen hat der Klimawandel für die natürlichen Lebensräume der Tiere und Pflanzen? Welche für den Menschen? 

Anpassung: Wie können wir mit dem unvermeidbaren Klimawandel leben?

Das Klima hat sich bereits verändert, und dieser Wandel kann nicht rückgängig gemacht werden. Selbst wenn es gelingt, den Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, werden die bereits ausgestoßenen Treibhausgase für eine weitere Erwärmung des Klimas sorgen. Doch was heißt das konkret? Zu den Veränderungen gehört zum Beispiel eine Zunahme von extremen Wetterereignissen wie Stürmen und Hochwasser – auch in Deutschland. Wie kann sich die Welt auf die schon jetzt spürbaren Folgen des Klimawandels einstellen? Durch welche Maßnahmen kann die Anfälligkeit für ihre Auswirkungen verringert werden? 

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