Wissenschaftler:in | Polar- und Meeresforschung

Privat
Arbeitsort:
An einem Forschungsinstitut, zum Beispiel Alfred-Wegener-Institut (AWI).
„Wir nutzen Drohnen und Sensoren, um den Zustand der Tiere und ihres Lebensraums genau zu erfassen. So sammeln wir wichtige Daten, die uns dabei helfen, die Antarktis wirksam zu schützen.“
Forschung an entlegenen Gebieten
Expertenteams führen regelmäßig Forschungsreisen in entlegene Gebiete der Antarktis durch. Im Jahr 2025 gab es eine Expedition zu der riesigen Adélie-Pinguinkolonie der Danger Islands. Das Ziel der Reise war unter anderem zu beweisen, dass die Pinguine zur Nahrungssuche auf das umliegende Meer angewiesen sind, um Krill zu finden.
Bei der Erforschung der Antarktis kommen verschiedene Technologien zum Einsatz. Herausfordernd ist, dass die Gebiete sehr abgelegen sind und die sensible Natur nicht gestört werden darf. Ihr lernt eine Auswahl Technologien, Vorgehen und Nutzen auf den folgenden Seiten kennen.
Praxisbeispiele
Lest euch im Hintergrundtext zum Thema das Kapitel „Forschen vor Ort: Kartierung” durch. Darin wird anschaulich beschrieben, wie Forscher:innen in der Antarktis arbeiten und Daten sammeln, ohne die empfindliche Natur zu stören.
Links zur Vertiefung:
- Von der Nordsee bis zum Südpol: Vogelgrippe-Untersuchungen in der Antarktis | AWI Presse Online-Meldung
- Gespräch: Kleiner Krill, große Bedeutung – die Antarktis steht auf der Kippe: Video mit Meeresbiologe | ZDF goes Schule
- Schutzgebiete in der Antarktis identifizieren | ThINK Jena
Journalist:in | Wissenschaftskommunikation

Unterwegs auf Joinville Island. Wie sollen wir diesen Berg nennen? Quelle: Andreas Wolfers, https://schule.zdf.de/antarktis/blog
Arbeitsort:
Redakteur:in im Bildungsbereich, zum Beispiel bei ZDF goes Schule.
„Wir übersetzen komplexe wissenschaftliche Erkenntnisse in verständliche Geschichten. Unser Ziel ist es, am Beispiel der Antarktis die Dringlichkeit des Umweltschutzes anschaulich zu machen und das Thema direkt in die Klassenzimmer und die Öffentlichkeit zu bringen.“
Die Brücke zwischen Forschung und Öffentlichkeit
Die Aufgabe besteht darin, eine Brücke zwischen Forschung und Öffentlichkeit zu schlagen. Es geht darum, komplexe Inhalte so zu präsentieren, dass sie für alle verständlich sind, und spannende Inhalte zu identifizieren, die in der Öffentlichkeit Interesse wecken. Dabei kommen verschiedene Formate und Methoden zum Einsatz – ob Text, Bild oder Video.
Vorgehen und Möglichkeiten:
- Multimediales Storytelling und Erklärfilme: Komplizierte Themen werden so aufbereitet, dass sie verständlich werden. Ein Beispiel hierfür sind Erklärfilme wie bei Terra X. Das Ziel besteht darin, abstrakte Daten in klare Grafiken und spannende Erzählungen zu verwandeln.
- Hautnahe Beobachtung im Blog: Durch Berichte direkt von der Expedition (z. B. von den Danger Islands) wird die Forschung erlebbar gemacht. Indem Beobachtungen präzise beschrieben und Fragen zum Nachdenken gestellt werden, wird das Publikum emotional mitgenommen.
- Vernetzung & Einordnung: Durch Interviews mit Expert:innen von Forschungseinrichtungen oder des Umweltbundesamtes wird aufgezeigt, warum die GPS-Daten der Pinguine nicht nur trockene Zahlen sind, sondern die notwendige Grundlage für neue Gesetze und internationale Schutzzonen bilden.
Praxisbeispiel:
Der Liveblog „Mission in die Antarktis” dokumentiert die Expeditionen mit der Malizia Explorer. Das 26 Meter lange Aluminium-Segelboot bietet Platz für 14 Personen. Täglich wird dort über die Forschung und die Erlebnisse berichtet.
Ein Beispiel ist die Zählung der Pinguine. Eine riesige Drohne mit zwei Metern Spannweite liefert dafür hochauflösende Bilder. Zudem wird beschrieben, wie GPS-Sender an den Pinguinen befestigt werden. Diese Daten helfen dabei, die genauen Bewegungsmuster der Tiere aufzuzeigen.
Videos dokumentieren das Brutverhalten der Pinguine anschaulich. Zudem erfahren wir, warum Pinguine ungern als Erste ins Wasser springen und lieber als Gruppe zusammenbleiben.
Auftrag: Schaut euch den Blog genau an und recherchiert mindestens drei Fakten über die Antarktis, die ihr noch nicht kennt!
Links zur Vertiefung:
- Antarktis | ZDF goes Schule Liveblog
- Mission Pinguin waghalsige Segel-Expedition | NANO Magazin zdf
Ökolog:in | Naturschutz und Umweltpolitik

Privat
Arbeitsort:
Ökolog:in am Umweltbundesamt (UBA) – Fachgebiet „Schutz der Meere und Polargebiete“
„Wir setzen uns für die Einrichtung von Schutzgebiete in der Antarktis ein. Unser Ziel ist es, das Ökosystem für die Zukunft zu bewahren. Die völkerrechtliche Grundlage dafür bilden der Antarktisvertrag und das Umweltschutzprotokoll.“
Im Auftrag für den Schutz der Antarktis
Das Umweltbundesamt (UBA) prüft und genehmigt alle Aktivitäten vor Ort in der Antarktis für Deutschland und vertritt Deutschland in der internationalen Zusammenarbeit. Ohne eine Genehmigung des UBA darf zum Beispiel niemand ein Schutzgebiet betreten oder überfliegen.
Das UBA ist gesetzlich dazu verpflichtet, Pläne für Schutzgebiete zu entwickeln. Diese beschreiben die Schutzgüter (z. B. Adéliepinguin-Kolonien) und setzen Ziele wie den Schutz vor Störungen, den Erhalt der Unberührtheit und den Schutz vor der Einschleppung fremder Arten. Das UBA arbeitet eng mit Forschungsinstituten zusammen.
Die Arbeit stützt sich auf zwei Säulen:
- Antarktisvertrag (1959): Dieses völkerrechtliche Abkommen legt fest, dass die Antarktis nur friedlich genutzt werden darf. Militär und Bergbau sind verboten. Alle Gebietsansprüche von Staaten sind „auf Eis gelegt“ und neue Ansprüche dürfen nicht erhoben werden.
- Umweltschutzprotokoll (USP): Seit 1998 ergänzt es den Vertrag und erklärt die Antarktis zu einem „dem Frieden und der Wissenschaft gewidmeten Naturreservat“. Es bildet die rechtliche Grundlage für besonders schützenswerte Gebiete.
Zentrale Themen sind:
- Antarktis-Tourismus: Die Angebote reichen von Kreuzfahrten über Extremsportarten bis hin zu Fußballspielen. Das Ziel des UBA ist eine klare Regulierung, um die Belastung für die Natur zu begrenzen.
- Schadstoffe: Das UBA entwickelt Konzepte gegen den Eintrag von „Ewigkeitschemikalien“ (PFAS). Diese gelangen über Luft und Wasser in die Antarktis, bauen sich kaum ab und reichern sich in der Nahrungskette der Tiere an.
- Artenschutz: Schutz bedrohter Arten wie dem Kaiserpinguin. Dies ist aktuell aufgrund internationaler Widerstände eine diplomatische Herausforderung.
- Schutzgebiete: Die rechtliche Sicherung ökologisch wertvoller Regionen durch internationale Anerkennung.
Praxisbeispiel: Verantwortung für die Danger Islands
Mit der Ausweisung der Danger Islands als besonders geschütztes Gebiet Nr. 180 übernimmt Deutschland erstmals (zusammen mit den USA) direkte Verantwortung für ein Schutzgebiet in der Antarktis. Herausforderung: Bisher sind nur die Landflächen geschützt. Das UBA arbeitet intensiv daran, das Schutzgebiet auf die umliegenden Meeresgebiete auszuweiten. Ziel ist es, die Jagdgründe der Pinguine vor menschlichen Einflüssen – wie der industriellen Krill-Fischerei – umfassend zu bewahren. Zudem setzte sich das UBA dafür ein, weitere Schutzgebiete zu festzulegen. Ganz aktuell wird ein Managementplan für das Otto-von-Gruber-Gebirge vorangetrieben. Schaut doch mal auf einer Karte, wo das liegt!
Links zur Vertiefung:
- Antarktische Schutzgebiete | Umweltbundesamt
- Neues Schutzgebiet „Danger Islands“ in der Antarktis | Umweltbundesamt
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