Schadstoffe in der Umwelt
Environment Protection Authority Victoria, Wasserprobe in einem See, Wikimedia Commons, CC BY 4.0
Überblick
Filzstift, Regenjacke oder Lebensmittelverpackungen: Von Menschen hergestellte Materialien und Produkte bestehen fast immer aus einem Gemisch verschiedener Stoffe. Die Stoffe sollen einen Nutzen erfüllen, aber sie können auch unerwünschte Folgen haben. Manche sind schädlich für Menschen, Tiere und Pflanzen. Sie können Lebewesen zum Beispiel krank machen. Solche Stoffe nennt man Schadstoffe.
Mithilfe von zwei Arbeitsblättern erfahren die Lernenden, welchen Einfluss Schadstoffe auf Tiere in verschiedenen Ökosystemen haben können. Am Beispiel der Strandschnecke und des Seeadlers lernen sie verschiedene Schadstoffe sowie deren Einsatz und die Folgen für Tiere kennen. Sie untersuchen mit Bildkarten, wie Schadstoffe aus Alltagsprodukten in die Umwelt gelangen und überlegen wie Menschen und Natur vor dem Eintrag von Schadstoffen geschützt werden können.
Tipp: Du findest ergänzende Informationen zu diesem Lernpfad in dem Hintergrundtext: Wie PFAS in die Umwelt gelangen. Er beleuchtet PFAS als konkreten Schadstoff, der mittlerweile überall in unserer Umwelt nachweisbar ist. Der Text ist ein Zusatzangebot, das eine Vertiefung des Themas bei Interesse ermöglicht. Die Durchführung des Lernpfads ist unabhängig.
Leitfragen
- Wie gelangen schädliche Stoffe in die Umwelt?
- Welche Folgen haben Schadstoffe in der Umwelt?
Vorbereitung
- Bildgalerie: Wo sind umweltgefähliche Stoffe enthalten?
- Arbeitsblatt: Der Seeadler
- Arbeitsblatt: Die Strandschnecke
- Bildgalerie: Schadstoffe aus der Regenjacke
- Bildgalerie: Schadstoffe aus der Sprühdose
- Bildgalerie: Wege in die Umwelt und Schutz vor Schadstoffen
Ablauf
1. Einstieg
Gefährliche Stoffe
Zum Einstieg kannst du das Gefahrensymbol für umweltgefährliche Stoffe zeigen. Frage die Lernenden:
- Was zeigt das Bild?
- Wozu dient das Symbol?
- Wo kann man dieses Symbol finden?
Rufe anschließend die Galerie auf. Hier findet ihr vier Beispiele für umweltgefährliche Stoffe (Zigaretten, Benzin, Putzmittel, Pflanzenschutzmittel).
Bildgalerie
Frage die Lernenden:
- Was ist auf den Bildern zu sehen? Welche schädlichen Stoffe sind hier gemeint?
- Wusstet ihr, dass diese Stoffe Lebewesen schaden können?
Fasse zusammen, dass viele Materialien und Alltagsprodukte Stoffe enthalten, die nützliche Eigenschaften haben, aber gleichzeitig in der Umwelt schädlich wirken. Zum Beispiel Bunt- und Filzstifte, Möbel, Regenjacken oder Schuhe. Diese Schadstoffe können auf ganz unterschiedlichen Wegen in die Umwelt gelangen. Wenn Schadstoffe in Boden, Wasser oder Luft gelangen, kann das für Lebewesen gefährlich sein. Durch die Schadstoffe ändern sich ihre Lebensbedingungen oder ihr Zustand. Das heißt, sie können krank werden. Einige Veränderungen durch Schadstoffe wirken sofort, andere können auch erst über längere Zeiträume gefährlich werden.
Je nach Lerngruppe kannst du entscheiden, ob du den Begriff „Chemikalien“ einführst: Die Stoffe, die in der Industrie für die Herstellung von Produkten verwendet werden, heißen in der Fachsprache „Chemikalien“.
Tipp: In diesem Zusammenhang kann es sinnvoll sein, den Lernenden auch den Umgang mit Schadstoffen zu erklären. Das Umweltbundesamt hat ein Arbeitsheft für den Schulunterricht veröffentlicht. Das Heft erklärt im Kapitel Chemikalien im Haushalt wichtige Regeln für den Umgang mit Chemikalien und weitere Gefahrensymbole. Zusätzlich gibt es ein Würfelspiel zu Schadstoffen im Haushalt.
2. Recherche
Welche Folgen haben Schadstoffe in der Umwelt?
Zur tieferen Recherche des Themas werden die beiden Schadstoffe DDT und TBT genauer betrachtet. DDT wurde in der Landwirtschaft eingesetzt und TBT diente als Lack für Schiffe. Am Beispiel des Seeadlers und der Strandschnecke erfahren die Lernenden welche Folgen die zwei Schadstoffe in der Umwelt haben.
Arbeitsblatt
Arbeitsblatt
Tipp: Mehr zum Thema und den zwei Beispielen findest du auf der Seite des Umweltbundesamtes.
Zusatz:
Schadstoffe in der Antarktis
Auf der Seite ZDF goes Schule begleiten Journalist:innen eine Expedition von Forschenden in die Antarktis. Der Beitrag “Fritz hat ein Pinguin-Ei geklaut” vom 27.11.2025 thematisiert, dass sich Schadstoffe sogar in der Antarktis ausbreiten. Der kurze Text unter dem Video beschreibt das Vorgehen der Forschenden. Du findest den Beitrag im Blog.
Schaut gemeinsam das Video und lest den Text! Folgende Fragen kannst du den Lernenden stellen:
- Welche Schadstoffe vermuten die Forschenden in den Eiern?
- Wofür werden diese Schadstoffe verwendet?
- Hättet ihr gedacht, dass sich Schadstoffe selbst an Orten ausbreiten, die nicht von Menschen bewohnt werden?
3. Handeln
Wie gelangen Schadstoffe aus Alltagsgegenständen in die Umwelt?
Die Wege von Schadstoffen nachvollziehen
Im nächsten Schritt arbeiten die Lernenden in Gruppen. Sie untersuchen, wie Schadstoffe aus einer Regenjacke und aus einer Farb-Sprühdose in die Umwelt und schließlich in Menschen und Tiere gelangen. Auf den Arbeitsblättern finden sie Bilder, die sie ausschneiden und in die richtige Reihenfolge legen. So wird der Weg der Schadstoffe sichtbar. Teile dafür das Arbeitsblatt mit den Lernenden.
Bildgalerie
Bildgalerie
Stellt die Collagen im Raum aus. In einem Rundgang können die Lernenden ihre Ergebnisse vergleichen. Anschließend können die Gruppen ihre Reihenfolge vorstellen und die Zusammenhänge erklären.
Wege von Schadstoffen in die Umwelt
Rufe die Grafiken in der Galerie auf und ergänze, dass Schadstoffe nicht nur durch unsere Alltagsnutzung, sondern bereits bei der Herstellung in Fabriken oder durch Entsorgung im Müll in die Umwelt gelangen. Erkläre außerdem, dass der Schutz vor Schadstoffen auf mehreren Ebenen funktioniert:
- Regeln und Gesetze: Schadstoffe verbieten, Herstellung und Verwendung in der Industrie einschränken, Menschen informieren.
- Verhalten im Alltag: Umweltfreundliche Produkte kaufen, richtig entsorgen, Müll trennen, Putzmittel, Farben (…) richtig verwenden und entsorgen
- Forschung: Schadstoffe in Produkten und in der Umwelt finden und untersuchen, z. B. im Trinkwasser oder in Böden, Empfehlungen an die Politik und die Bevölkerung geben
Bildgalerie
4. Reflexion
Meinungsbild und Diskussion
Bei vielen Stoffen, die in er Industrie genutzt werden, ist nicht klar, ob sie schädlich sind. Es liegen noch keine Forschungsergebnisse dazu vor. Stelle den Lernenden das Gedankenspiel vor:
- Eure Regenjacke enthält einen Stoff, der sie wasserfest macht. Ob dieser Stoff schädlich ist, ist noch unklar. Durch das Waschen in der Waschmaschine landet dieser Stoff im Abwasser und kann bei der Reinigung des Wassers in Kläranlagen nicht entfernt werden. So gelangt der Stoff in den Wasserkreislauf und ist da noch über 100 Jahre nachweisbar.
Frage die Lernenden:
- Was denkt ihr, sollte man diesen Stoff verbieten, auch wenn noch nicht ganz klar ist, ob dieser Stoff schädlich ist? Begründet eure Meinung!
Tipp: Umwelt- und Klimathemen können emotional sehr fordernd sein. Es kann helfen, die Gefühle zum Thema anzusprechen. Gib den Lernenden Raum um Sorgen und Ängste zu äußern. Du kannst auch nochmal das Beispiel des Seeadlers aufgreifen. Hier wird deutlich, wie Forschung, Politik und Naturschutz zusammenarbeiten können um die Auswirkungen von Schadstoffen auf die Umwelt zu verringern.
Abschluss – Meinungsumfrage
Gestalte zum Abschluss eine Meinungsumfrage. Lege dafür im Lernraum unterschiedliche Bereiche fest für „Stimme nicht zu“ und „stimme zu“. Lies die folgenden Aussagen vor. Die Lernenden können nach jeder Aussage eine Position im Raum suchen und ihre Haltung begründen.
- Ich habe etwas neues über Schadstoffe gelernt.
- Menschen müssen besser über Schadstoffe in Gegenständen informiert werden.
- Gegenstände, z. B. Stifte, Regenjacken oder Spielzeug müssen gekennzeichnet werden, wenn sie schädliche Stoffe enthalten.
- Menschen, Tiere und Pflanzen müssen durch Regeln und Gesetze besser vor Schadstoffen geschützt werden.
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