Konsum & Wirtschaft
Reparieren statt Wegwerfen!
Mikhail Nilov, Hande Hauptplatine Behebung Werkzeug, pexels
Überblick
Elektronische Geräte sind Teil unseres Alltags, sei es das Handy in der Hosentasche oder die elektrische Zahnbürste vor dem Zubettgehen. Doch die wertvollen Bestandteile, aus denen die Geräte bestehen, sind uns oft nicht bekannt. Die Lernenden setzen sich mit den Herausforderungen für die Umwelt von der Produktion bis zur Entsorgung auseinander. Sie entwickeln Ideen, was Firmen und Konsument:innen tun könnten, damit wir die Geräte länger nutzen und somit Umwelt und Klima entlasten.
Tipp: Du findest ergänzende Informationen zu diesem Lernpfad in dem Hintergrundtext: Zum Wegwerfen gebaut?. Der Text ist ein Zusatzangebot, das eine Vertiefung des Themas bei Interesse ermöglicht. Die Durchführung des Lernpfads ist unabhängig.
Leitfragen
- Warum werden viele Elektronik- und Elektroprodukte schnell gegen neue ausgetauscht?
- Was können Hersteller und Konsument*innen tun, damit die Geräte länger genutzt werden?
- Wie können Gesetze und Regeln dazu beitragen, eine nachhaltige Nutzung von Elektrogeräten zu fördern?
Vorbereitung
- Arbeitsblatt: Elektrogeräte: von der Herstellung bis zur Entsorgung
- Video: Bestandteile eines Smartphones - TerraX
- Video: Kaputt nach kurzer Zeit? - So funktioniert das Recht auf Reparatur!
- Arbeitsblatt: Das Recht auf Reparatur vor Ort
- Badge: Zum Wegwerfen gebaut?
Ablauf
1. Einstieg
Meinungsbild: Konsum elektronischer Geräte
Zum Einstieg in das Thema beginnst du mit einem Warm-up in Form eines interaktiven Meinungsbildes. Stelle deinen Lernenden politische Richtlinien vor, die eine Diskussion anregen, aber nicht real sind.
Beispiele:
- Neue elektronische Geräte werden extrem besteuert. Nur reparierte oder gebrauchte Geräte sind günstig.
- Jede Familie/jeder Haushalt erhält ein jährliches CO₂-Budget für elektronische Geräte. Ist es aufgebraucht, dürfen keine neuen Geräte mehr gekauft werden.
- Elektronische Geräte dürfen erst nach fünf Jahren ersetzt werden – egal wie altmodisch sie wirken.
- Für jedes neue elektronische Gerät wird ein hoher Pfandbetrag erhoben, der nur bei Rückgabe nach mehreren Jahren Nutzung zurückgezahlt wird.
Um das Meinungsbild im Lernsetting darzustellen, teilst du den Lernraum in die Bereiche „stimme nicht zu“ und „stimme zu“ ein. Lege gemeinsam mit deiner Lerngruppe fest, was wo ist.
Tipp: Du kannst die Abschnitte mit Kreppband markieren. Achte darauf, dass im Raum ausreichend Platz ist, sodass sich die gesamte Gruppe gut darin bewegen kann.
Fordere die Lernenden nun auf, sich zu positionieren. Nach jeder fiktiven Richtlinie besprecht ihr zwei Minuten lang eure Meinung dazu.
2. Recherche
Nachhaltiger Umgang mit elektronischen Geräten
Nun erarbeiten die Lernenden, was bei Kauf, Nutzung und Entsorgung von elektronischen Geräten zu beachten ist. Welche Umwelt Auswirkungen bringt der Konsum mit sich? Welche Herausforderungen bestehen und wie entstehen sie? Zur Recherche stehen ein Text und Video zur Verfügung.
Das ist das Video, das zum Arbeitblatt „Elektrobestandteile“ gehört.
Video (1:14 Min.)
3. Handeln
Das Recht auf Reparatur
Schaut euch gemeinsam dieses Video zum Thema „Recht auf Reparatur“ an. Es erläutert die Hintergründe der im Juli 2024 verabschiedeten EU-Richtlinie. Deutschland muss das Recht bis Ende Juni 2026 als nationales Recht umsetzen. Im Anschluss an das Video besprecht ihr gemeinsam:
- Welche Probleme gibt es aktuell bei der Reparatur von elektronischen Geräten?
- Wie stellen die Hersteller ihre Geräte her? Was, glaubt ihr, ist ihre Motivation?
- Welche Vorteile bringt das Recht auf Reparatur?
Video (5:45 Min.)
Kaputt nach kurzer Zeit? - So funktioniert das Recht auf Reparatur!
Nun sollen sich die Lernenden vorstellen, sie seien Politiker:innen in ihrer Kommune, ihrem Landkreis oder ihrer Stadt. Was können sie konkret tun, um das Reparieren von Geräten zu unterstützen?
In Gruppen von vier bis fünf Lernenden brainstormen sie gemeinsam. Im Arbeitsblatt werden verschiedene Brainstorming-Fragen vorgestellt, die Ideen anstoßen sollen. Am Ende entscheiden sie sich für drei Favoriten und entwerfen ein Plakat, das diese genauer beschreibt.
Arbeitsblatt
Abschluss
Blitzlicht
Zum Abschluss stellen die Gruppen ihre Ideen vor. Dabei werden die Zuhörer:innen zu Bürger:innen der Stadt und überlegen: „Würden wir das nutzen?”, „Was würden wir uns noch wünschen?” und „Was gefällt uns besonders?” Ziel ist es, die Ideen gemeinsam weiterzuentwickeln. Alle Anregungen und das Feedback werden notiert.
Wenn es die Zeit erlaubt, können die Gruppen ihre Ideen basierend auf den Rückmeldungen nach der Vorstellung noch einmal anpassen und verbessern.
Zum Spaß könnt ihr noch euer Wissen zur Entsorgung von technischen Geräten testen:
Ergänzungen
Kompetenzen
Kompetenz-Erwerb sichtbar machen mit Badges
Bei dieser Übung haben deine Schüler:innen wertvolle Kompetenzen erworben, die du ihnen mit einem digitalen Zertifikat, einem Badge, nachweisen kannst.
Das geht ganz einfach:
- Auf openbadges.education einen Account erstellen und deine Schule als Institution anlegen.
- Kopiere den Badge, den wir für diese Übung angelegt haben, für deine Institution.
- Vergib den kopierten Badge direkt an E-Mail-Adressen oder erstelle eine QR-Code-Vergabe, über die deine Schüler:innen den Badge bei dir anfragen können. In beiden Fällen erhalten sie den Badge per E-Mail.
Alles über Open Educational Badges und wie Lernende Badges in ihrem Rucksack sammeln können, erfährst du in unserem Blog-Beitrag „Kompetenz-Erwerb sichtbar machen mit Open Educational Badges“
Badge
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