Veröffentlicht auf Umwelt im Unterricht: Materialien und Service für Lehrkräfte – BMU-Bildungsservice (http://www.umwelt-im-unterricht.de)

06.12.2012 | Klima

Klimapolitik: Wie wird das Klima der Zukunft?

Verdorrter Mais auf einem Feld
Sekundarstufe

Die Schüler/-innen analysieren aktuelle Diskussionen über internationale Klimapolitik. Sie untersuchen dazu Medienberichte und identifizieren Akteure und Handlungsoptionen. Dabei lernen sie die Auswirkungen des Klimawandels auf die Umwelt, den Menschen und die Wirtschaft auf bestimmte Räume kennen. In Gruppen recherchieren sie dazu in Atlanten oder in Online-Kartensystemen.

[Der Unterrichtsvorschlag wurde im Januar 2016 überarbeitet.]

Ziele

Die Schüler/-innen...

  • lernen zentrale Folgen des Klimawandels anhand von konkreten Beispielen kennen,
  • vergleichen regional unterschiedliche Interessen und wirtschaftliche Möglichkeiten,
  • lernen Maßnahmen des Klimaschutzes kennen,
  • untersuchen Interessen verschiedener Akteure in der klimapolitischen Diskussion,
  • diskutieren Handlungsansätze zum Umgang mit den Folgen des Klimawandels.

Umsetzung

Zum Einstieg stellt die Lehrkraft ausgewählte Medienberichte zu einem aktuellen Thema beziehungsweise Anlass der internationalen Klimapolitik vor. Anlässe können zum Beispiel die jährlichen Weltklimakonferenzen der Vereinten Nationen sein. Auch Veröffentlichungen wie die Berichte des Weltklimarates IPCC und andere Studien sorgen immer wieder für ein großes Medienecho.

Die Berichterstattung dient als Ausgangspunkt, um verschiedenen Leitfragen nachzugehen. Hier können je nach Vorkenntnissen verschiedene Schwerpunkte gesetzt und gegebenenfalls einzelne Fragen ausgewählt oder kombiniert werden. Mögliche Leitfragen sind:

  • Was sind die Folgen des Klimawandels in bestimmten Regionen der Erde?
  • Warum fällt es den Staaten schwer, sich beim Klimaschutz zu einigen?
  • Wie könnten die Staaten handeln?

Als Material zum Einstieg dienen kurze Textausschnitte beziehungsweise Überschriften zur aktuellen Diskussion. Hierfür eignen sich zum Beispiel Medienberichte, Stellungnahmen von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Regierungseinrichtungen. Beispiele finden sich in den Materialien:

Weitere beziehungsweise aktuelle Beiträge können leicht mithilfe von News-Suchen wie Google News oder Bing News zusammengestellt werden. 

Die Klasse diskutiert die Aussagen im Plenum und sammelt erste Ideen zur Leitfrage beziehungsweise zu den Leitfragen. Die Ergebnisse können in Form einer Mindmap für alle sichtbar notiert werden. Zentrale Begriffe aus den Leitfragen können als Ausgangspunkte für die Mindmap notiert werden:

In Gruppen- oder Partnerarbeit recherchieren die Schüler/-innen vertiefend zu verschiedenen Regionen der Erde. Der Auftrag lautet, die zum Einstieg vorgestellte Diskussion aus der Perspektive dieser Region darzustellen und zu bewerten. Dabei sollten bestimmte Regionen abgedeckt werden, um die Herausforderungen der internationalen Klimapolitik veranschaulichen zu können:

  • besonders von Wetterextremen betroffene Entwicklungsländer, zum Beispiel Bangladesch
  • von Wetterextremen und Überflutungen bedrohte Inselstaaten im Pazifik
  • Schwellenländer mit hohem CO2-Ausstoß, zum Beispiel Indien, China oder Brasilien
  • Deutschland beziehungsweise die EU als Beispiele für westliche Industrieländer, die nahe an der Lebenswelt der Schüler/-innen sind

(Beispiele für – zum Teil weiterführende – Ländervergleiche finden sich in den Materialien Klimaschutz und Klimapolitik, S. 28/29 und S. 33. Hinweis: Die Daten der Beispiele sind nicht mehr aktuell.)

Die Gruppen identifizieren im ersten Schritt in den zuvor vorgestellten Textausschnitten jene Informationen, die "ihre" Region oder "ihr" Land betreffen. Falls möglich, führen sie im Anschluss weitere Online-Recherchen zu dieser Region mittels der genannten News-Suchmaschinen durch. Die Ergebnisse können in Form einer Erweiterung der zuvor erstellten Mindmap dokumentiert werden: Die Schüler/-innen beginnen mit den zuvor gesammelten Ergebnissen und ergänzen sie.

Anschließend betrachten die Gruppen mithilfe eines Atlas beziehungsweise eines Online-Kartendienstes wie Google Maps/Google Earth oder Bing Maps jeweils "ihr" Land. Die Schüler/-innen überprüfen anhand des Atlas, wie sich die Folgen des Klimawandels für die Wirtschaft, die Umwelt und die Menschen vor Ort auswirken könnten. Je nach Zeit und technischen Möglichkeiten können ausgewählte Ergebnisse auf Karten dokumentiert werden. (Eine Veranschaulichung der Herangehensweise am Beispiel der deutschen Nordseeküste findet sich in den Materialien Klimaschutz und Klimapolitik, S. 23. Hinweis: Die Daten des Beispiels sind nicht mehr aktuell.)

Auf Grundlage dieser Veranschaulichung der Klimafolgen bewerten die Gruppen die vorliegenden Informationen zu den Akteuren der Klimapolitik und zu Handlungsoptionen beim Klimaschutz und/oder der Anpassung an den Klimawandel. Sie notieren, was für die betroffene Region besonders wichtig ist: Welche Akteure sollten was tun?

Alternativ kann die Arbeitsphase auch im Plenum durchgeführt werden. 

Die Gruppen tragen ihre Ergebnisse vor. In einer abschließenden Diskussion werden insbesondere folgende Aspekte thematisiert:

  • Wo gibt es Unterschiede zwischen den Regionen?
  • Was könnte daran problematisch sein (zum Beispiel Interessenkonflikte)?
  • Welche Länder oder Bevölkerungsgruppen könnten Unterstützung brauchen? 
  • Welche Themen und Ziele ergeben sich daraus für die internationale Klimapolitik (Was könnte zum Beispiel bei einer Weltklimakonferenz verhandelt werden? Welche Beschlüsse wären aus Sicht der untersuchten Regionen wünschenswert?)

Erweiterung

  • Der skizzierte Unterrichtsvorschlag kann leicht zu einem Projekt erweitert werden. Dabei können zum Beispiel Schaubilder oder eine Ausstellung zu Klimaszenarien und folgen in verschiedenen Regionen der Welt erstellt werden. In den Unterrichtsmaterialien Klimaschutz und Klimapolitik finden sich umfangreiche Anregungen. Weitere Ansätze finden sich auch in den Materialien Umweltfreundlich Energie erzeugen. Hinweis: Die Materialien werden nicht mehr aktualisiert. Viele Unterrichtsideen können jedoch weiterhin genutzt werden.
  • Das kostenlose Spiel "Escape Climate Change" bietet Schüler/-innen die Möglichkeit, ihr Klimawissen anzuwenden und sich kooperativ mit dem Thema "Klimaschutz" auseinander zu setzen. Das Spiel basiert auf der Idee der Escape Games: in einer vorgegebenen Zeit muss ein komplexes Rätsel gelöst werden. Weitere Infos und Bestellung der Spielebox samt Anleitung unter http://www.escape-climate-change.de.
  • Der Unterrichtsvorschlag eignet sich zur Vorbereitung von Rollenspielen oder Planspielen zum Klimaschutz. Informationen zur Planspielmethode und zur Auswahl eines geeigneten Spiels finden sich in den Materialien. Ein Beispiel ist das Planspiel "Keep Cool mobil". Dabei übernehmen die Schüler/-innen die Rolle verschiedener Akteure der internationalen Klimapolitik. "Keep Cool" kann online im Browser gespielt werden. Es ist für Tablets oder Smartphones gedacht, funktioniert aber auch auf dem PC. Es kann auch als Brettspiel im Klassenraum gespielt werden. Informationen zum Einsatz im Unterricht sind auch bei Lehrer-Online verfügbar.
  • Die Arbeit mit Szenarien zum Klimawandel und interaktiven Projektionen ermöglicht das Bildungsportal des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Es bietet zudem Unterrichtseinheiten und Arbeitsblätter. Begleitende Materialien gibt es auch bei Lehrer-Online. Ein Tutorial zu den Möglichkeiten ist bei YouTube verfügbar. 
  • Eine Übersicht der bei Umwelt im Unterricht verfügbaren Inhalte zum Themenbereich Klimawandel bietet die Themenseite Klima.

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Informationen und Materialien

Arbeitsmaterialien (1)

06.12.2012 | Klima
Welle brandet an die Küste, im Vordergrund mehrere Personen
Sekundarstufe

Welche Folgen hat der Klimawandel? Wie beeinflusst er die Umwelt und welche Auswirkungen hat dies für Wirtschaft und die Menschen? Die Auswahl von  Medienberichten beschreibt die Folgen des Klimawandels und Anpassungsmöglichkeiten in verschiedenen Ländern der Erde, darunter die Malediven, Alaska, die Niederlande und Deutschland.

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