Handy, Computer und Co. – zum Wegwerfen gebaut?

Jugendliche mit Smartphones, nebeneinander auf einer Mauer sitzend

Smartphone und Tablet sind ständige Begleiter, am Arbeitsplatz steht ein schneller PC und zu Hause warten Beamer und Spielekonsole: Immer mehr IT-Geräte umgeben uns im Alltag. Und sie werden immer schneller ausgetauscht, selbst wenn sie noch funktionieren. Wie hängt dieses Konsumverhalten mit Ressourcenbedarf und nachhaltiger Entwicklung zusammen?

Informationen und Materialien

Didaktischer Kommentar

Im Mittelpunkt der Unterrichtsvorschläge für Sekundarstufe und Grundschule steht der Umgang mit Elektronikprodukten, die uns im Alltag begleiten – Handy, Laptop, Spielekonsole und Co. Die Leitfrage lautet, wie das gängige Kauf- und Nutzungsverhalten aus Sicht der nachhaltigen Entwicklung zu bewerten ist. Zum Einstieg geht es um das Handy, sodass der Bezug zur Lebenswelt der Schüler/-innen deutlich wird.

Ziel der Unterrichtsvorschläge ist, die Kompetenzen der Schüler/-innen als kritische Verbraucher/-innen zu fördern. Sie erkennen den Zusammenhang von Konsum und Lebensstil mit ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekten. Sie sollen befähigt werden, ihre Konsumentscheidungen selbstbestimmt, qualitätsorientiert, nachhaltig und sozial verantwortlich zu treffen.

Der Unterrichtsvorschlag für die Sekundarstufe sieht nach einem spielerischen Einstieg (Quiz) verschiedene Arbeitsphasen vor, die ein sogenanntes Worldcafé mit abschließender Ergebnissicherung einschließen.

Gemäß den Vorgaben der Kultusministerien ist der Unterrichtsvorschlag in der Sekundarstufe in den Fächern Wirtschaft/Wirtschaftslehre, Politik, Sozialkunde/Gemeinschaftskunde beziehungsweise in den entsprechenden Lernbereichen angesiedelt sowie im Fach Verbraucherbildung, das in einigen Bundesländern für bestimmte Schulformen vorgesehen ist. Es sind zudem zahlreiche fächerübergreifende Ansätze denkbar, zum Beispiel zu Angebot und Nachfrage in Wirtschaft/Politik. Wenn Werbematerialien thematisiert werden, ergeben sich Bezüge zum Fach Deutsch (appellative Texte, Analyse von Filmsequenzen). Im Fach Mathematik können Kosten-Nutzen-Rechnungen durchgeführt werden. Auch die Arbeit mit Statistiken und Diagrammen ist möglich, zum Beispiel zur Verbreitung und zu Verkaufszahlen.

Zum Einstieg in den Unterrichtsvorschlag für die Grundschule ist ein Quiz vorgesehen; Es geht um überraschende Fakten zum Handy. Daran schließt sich die Frage nach der Bedeutung der Informationstechnik im Leben der Schüler/-innen an. Eine Recherche zum eigenen Alltag verdeutlicht, welch große Rolle die entsprechenden Produkte spielen. Im weiteren Verlauf schließen sich Fragen zu Nachhaltigkeitsaspekten der Nutzung von elektronischen Geräten an. Die Schüler/-innen führen eine Umfrage im eigenen Umfeld durch und werten sie aus. Abschließend werden die Ergebnisse in generalisierte Schlussfolgerungen zum Umgang mit Elektronikprodukten überführt.

Der Unterrichtsvorschlag vermittelt Grundlagen der Verbraucherbildung. Er ist vor allem im Sachunterricht angesiedelt. Es geht um das eigene Konsumverhalten sowie die Bewusstseinsbildung im Hinblick auf das Zusammenleben in einer Gemeinschaft. Es gibt Anknüpfungsmöglichkeiten zum Deutschunterricht (Erschließung von informativen und appellativen Texten, Anbahnung von Fähigkeiten der Argumentation).

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