18.09.2014 | Klima

Klimafolgen: Wenn die Heimat verschwindet

Taucher sitzt unter Wasser am Schreibtisch

Die Vereinten Nationen drängen auf mehr Anstrengungen, um dem Klimawandel zu begegnen. Die Folgen des Klimawandels verschärfen oftmals bereits vorhandene Probleme – und bringen Millionen Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen. Umweltschutz- und Menschenrechtsorganisationen fordern internationale Unterstützung für die Betroffenen. Wie entsteht Klima-Migration? Was sind ihre Folgen und wie können Betroffene unterstützt werden? 

Informationen und Materialien

Didaktischer Kommentar

Der Klimawandel steht immer wieder im Mittelpunkt von Medienberichten. Anlässe sind zum Beispiel die Veröffentlichungen des Weltklimarats IPCC oder aktuell der Klimagipfel der Vereinten Nationen am 23. September 2014 in New York. Im Rahmen der Klimadiskussion nimmt die Frage nach den konkreten Folgen des Klimawandels wachsenden Raum ein.

Ein Teilaspekt der öffentlichen Diskussion ist die sogenannte Klima-Migration. Beim Klimagipfel in New York kommen Menschen zu Wort, deren Länder bereits jetzt besonders vom Klimawandel betroffen sind. Ein besonders eindrückliches Beispiel ist der Fall einiger Inselstaaten im Pazifik, deren Bevölkerungen in absehbarer Zeit zum Auswandern gezwungen sind. Wegen des steigenden Meeresspiegels werden viele Inseln in absehbarer Zeit unbewohnbar werden.

Die öffentliche Diskussion über Klima-Migration ist oftmals kontrovers. Es herrscht große Unsicherheit über das Ausmaß der Migration sowie Uneinigkeit über den Umgang mit Migrationsbewegungen. Gleichzeitig geht es um konkrete menschliche Erfahrungen. Das Thema ermöglicht es, über die Perspektive der Betroffenen einen eindrücklichen und anschaulichen Zugang zum Themenfeld Klimawandel zu schaffen.

In den vorliegenden Unterrichtsvorschlägen für Sekundarstufe und Grundschule stehen Fragen der Gerechtigkeit beziehungsweise des Rechts sowie der Verantwortung im Mittelpunkt. Die Materialien sollen es den Schüler/-innen ermöglichen, die Perspektive der Betroffenen in verschiedenen Regionen der Welt nachzuvollziehen und mit eigenen Vorstellungen von Gerechtigkeit sowie mit dem vorhandenen Wissen über die Situation von Migrantinnen und Migranten in Verbindung zu bringen.

Die kurze Unterrichtseinheit bietet vielfältige Verknüpfungsmöglichkeiten. Im Geografieunterricht – oder in vereinfachter Form im Sachunterricht der Grundschule – bietet sich die Übertragung der Problematik auf die eigene Region beziehungsweise die Situation in Europa an. In Ethik und Religion kann der Aspekt der Gerechtigkeit vertieft werden. Im Politikunterricht der Sekundarstufe können Fragen des internationalen Rechts behandelt werden.

Mehr zum Thema Klimawandel bei Umwelt im Unterricht

Umwelt im Unterricht greift regelmäßig Ereignisse und Entwicklungen auf, die mit dem Klimawandel in Zusammenhang stehen. Mit unterschiedlichen Schwerpunkten werden Möglichkeiten des Klimaschutzes, die Folgen des Klimawandels für Mensch und Natur, politische Maßnahmen zum Klimaschutz sowie die Anpassung an bereits unvermeidliche Klimaveränderungen behandelt. Ein Überblick über die vorhandenen Veröffentlichungen findet sich im Thema der Woche "Spezial: Das Klima, die Politik und ich".

Weiterführende Materialien beim Bildungsservice des Bundesumweltministeriums

Wasser im 21. Jahrhundert (Sekundarstufe)
Klimaschutz und Klimapolitik (Sekundarstufe)
Wasser ist Leben (Grundschule)
Klimawandel (Grundschule)

Hintergrund (1)

Flüchtlinge verlassen den Helikopter
Hintergrund
18.09.2014 | Klima

Der Klimawandel wird zu mehr Wanderungsbewegungen führen, darüber herrscht große Einigkeit. Doch das Ausmaß ist kaum abschätzbar. Denn es ist meist schwer, Migration auf konkrete Klimaveränderungen zurückzuführen. Umweltschutz- und Menschenrechtsorganisationen fordern internationale Unterstützung für die Betroffenen.

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Unterrichtsvorschläge (2)

Wagen des Technischen Hilfswerks im Hochwasser; daneben Ortsschild im Wasser
Unterrichtsvorschlag
18.09.2014 | Klima
Grundschule

Die Schüler/-innen lernen anhand von Berichten über Personen aus verschiedenen Regionen der Erde exemplarisch die Folgen des Klimawandels kennen. Arbeitsblätter mit kurzen Texten stellen besonders stark betroffene Länder wie die Malediven und Alaska vor, aber auch die Niederlande. Als Erweiterung kann die Situation von Migranten/-innen behandelt werden.

[Der Unterrichtsvorschlag wurde ursprünglich im Dezember 2012 erstellt und im September 2014 aktualisiert.]

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Monsun in Thailand 2011
Unterrichtsvorschlag
18.09.2014 | Klima
Sekundarstufe

Die Schüler/-innen diskutieren den Fall einer Familie aus dem Inselstaat Tuvalu, die in Neuseeland Flüchtlingsstatus erhalten hat. Sie erarbeiten mithilfe von Textauszügen Informationen zur Lebenssituation in Tuvalu. Die Schüler/-innen entwickeln erste Lösungsansätze und bewerten diese im Hinblick auf Gerechtigkeit beziehungsweise Menschenrechte. 

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Arbeitsmaterialien (3)

Ein ausgetrocknetes Maisfeld
Arbeitsmaterial
18.09.2014 | Klima
Sekundarstufe

Die Folgen des Klimawandels bringen Verletzungen der Menschenrechte mit sich, warnt der Weltklimarat IPCC in seinem 5. Sachstandsbericht, der im April 2014 veröffentlicht wurde. Das Material enthält relevante Auszüge aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen. 

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Seerobbe im Eiswasser
Arbeitsmaterial
06.12.2012 | Klima
Grundschule

In kurzen Texten werden Personen aus verschiedenen Regionen der Erde vorgestellt, die von unterschiedlichen Folgen des Klimawandels betroffen sind. Die Beispiele umfassen Menschen aus den Townships Südafrikas, Bewohner der Inselgruppe Tuvalu, Einwohner der Niederlande und Menschen aus Bangladesch sowie die Inuit in Alaska.

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Luftbild des Atolls Funafuti in Tuvalu
Arbeitsmaterial
18.09.2014 | Klima
Sekundarstufe

Mithilfe der speziell aufbereiteten Textinformationen lernen die Schüler die Lebenssituation im pazifischen Inselstaat Tuvalu kennen, sowie den Fall der ersten offiziellen "Klimaflüchtlinge" in Neuseeland, deren Heimatland Tuvalu durch den ansteigenden Meeresspiegel bedroht ist. 

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