Smart – aber fair?

Bildschirm eines Smartphones mit dem Wort "fair"

Smartphones und Tablets haben längst den Alltag erobert. Auf Messen wie der CEBIT, die vom 10. bis 14. März 2014 in Hannover stattfindet, oder zuletzt dem Mobile World Congress im Februar 2014 in Barcelona wird viel Wirbel um die neuesten Modelle und Trends gemacht. Doch wie steht es um den ökologischen Fußabruck und die soziale Verträglichkeit? Öko- oder Fairtrade-Labels spielen im IT-Bereich noch keine entscheidende Rolle. Dabei machen die Probleme bei der Herstellung immer wieder Schlagzeilen, zum Beispiel schlechte Arbeitsbedingungen in IT-Fabriken in Asien oder katastrophale Umstände bei der Rohstoffförderung in Afrika. Viele Kunden fordern bereits "faire" IT-Produkte. So ist Ende 2013 das "Fairphone" auf dem Markt gekommen - unabhängig von den großen Herstellern, finanziert durch zehntausende Vorbestellungen. Doch wie "fair" kann Elektronik wirklich sein?

Informationen und Materialien

Didaktischer Kommentar

Die Materialien greifen das große Medienecho zu Elektronikmessen oder Produktpräsentationen beliebter Marken auf und stellen sie den Bemühungen um "faire" IT-Produkte gegenüber. Ein Beispiel ist das sogenannte "Fairphone", das Ende 2013 auf den Markt gekommen ist (siehe Hintergrund).

Der Unterrichtsvorschlag für die Sekundarstufe kann zum Beispiel im Geografie-, Sozialwissenschaften- oder Gemeinschaftskundeunterricht der Klassen 8 bis 10 eingesetzt werden. In Klasse 8 kann er an die Lernfelder "Probleme des Verbraucherverhaltens, Jugendliche als Verbraucher" anknüpfen, in Klasse 9 an den Aspekt "Mitverantwortung der Industriestaaten für die Situation in den Entwicklungsländern". In Klasse 10 lässt sich das Material an den Bereich "Welthandel und europäischer Binnenmarkt" anbinden.

Neben den Fächern Geografie, Wirtschaft, Politik und Sozialkunde, in denen Themen wie Globalisierung, internationale Arbeitsteilung, ungerechter Handel oder Kinderrechte unmittelbar ihren Platz haben, können darüber hinaus die folgenden fachbezogenen Anknüpfungspunkte genutzt werden:

  • Mathematikunterricht: Vergleich von Tarifen, Kostenanalysen usw., auch spezifische Aufgaben (Um wie viel würde der Verkaufspreis eines Handys in Deutschland steigen, wenn sich der Stundenlohn chinesischer Arbeiter in den Handyfabriken verdoppeln würde?)
  • Physik- und Chemieunterricht: Technik des Handys, Schwermetalle, Sondermüll
  • Informatikunterricht, Verbraucherbildung: Möglichkeiten der Entwicklung (fair), Kostenfallen
  • Deutschunterricht: Namen für faire Handys (auch: Wirkung des Namens "Fairphone"), "Handysprache", Handybegriffe, SMS, Rechtschreibung, Kommunikationsstile
  • Englischunterricht: Recherchen auf der Fairphone-Homepage
  • Kunstunterricht und Darstellendes Spiel: Erstellung von Logos, Entwicklung eines Plakats für ein "faires" Handy, Videos, Rollenspiele zur Konfliktlösung

Umfangreiche Anregungen und Materialien zur Vertiefung einzelner Aspekte geben verschiedene Anbieter von Unterrichtsmaterialien, zum Beispiel das Bundesumweltministerium in der Broschüre "Umweltfreundlich konsumieren" (Schwerpunkt Konsumverhalten), das Projekt "MakeITfair"  von Germanwatch (Schwerpunkt Folgen der Globalisierung) sowie die Deutsche Umwelthilfe (Schwerpunkt Recycling). Die Stiftung Praktischer Umweltschutz Schweiz bietet zudem Materialien mit Hinweisen für den naturwissenschaftlichen Unterricht, darunter eine Liste mit chemischen Elementen. Beim Umweltbundesamt sind Unterrichtsmaterialien zum Thema "Green IT" erhältlich. Hier geht es am Beispiel von PCs und Laptops vor allem um Fragen der Ressourceneffizienz und der Energie.

In der Grundschule kann das Thema in die Auseinandersetzung mit Konsumstilen und/oder Abfall eingebettet werden. Informationen und Unterrichtsideen zum sogenannten Ökodesign finden sich im Thema der Woche "Müll: weniger ist mehr". Weitere Materialien bietet die Broschüre "Abfall" des Bundesumweltministeriums.

Verwandte Themen bei Umwelt im Unterricht

Das Thema lässt sich mit weiteren Materialien bei Umwelt im Unterricht verknüpfen. Vor allem bietet sich die Verbindung mit folgender Veröffentlichung an:

Elektroaltgeräte: Abfall oder Goldmine?
Wie können alte Elektronikprodukte umweltgerecht entsorgt werden – und warum gelten sie als Quelle für wertvolle Rohstoffe?

Hintergrund (1)

Arbeiter in einem Tagebau
Hintergrund
05.03.2014 | Wirtschaft und Konsum | Ressourcen

1,5 Milliarden Handys wurden 2010 weltweit verkauft, darunter ein großer Anteil Smartphones. Die große Zahl erklärt sich auch dadurch, dass die Geräte oft schnell ersetzt werden: Neue Geräte locken mit besserer Leistung und sind wegen der in Deutschland üblichen Mobilfunkverträge leicht zu bekommen. Und kaputte Geräte lassen sich nur schwer reparieren. Doch die Produktion belastet die Umwelt, die Arbeitsbedingungen sind oft schlecht. Erste Hersteller versuchen, "faire" Geräte zu produzieren.

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Unterrichtsvorschläge (2)

Zwei Jugendliche schauen auf ihre Smartphones.
Unterrichtsvorschlag
05.03.2014 | Wirtschaft und Konsum | Ressourcen
Sekundarstufe

Die Schüler/-innen untersuchen, inwiefern die Nutzung von IT-Produkten wie Handys beziehungsweise Smartphones mit Umweltproblemen und sozialen Missständen zusammenhängt. Anhand einer Infografik oder eines alten Geräts und mithilfe von vorbereiteten Materialien recherchieren sie, was in einem Handy steckt. Sie erarbeiten Vorschläge für "faire" Produkte.

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Ein Haufen defekter Handys
Unterrichtsvorschlag
05.03.2014 | Wirtschaft und Konsum | Ressourcen
Grundschule

Anhand eines alten Geräts oder einer Infografik erarbeiten die Schüler/-innen, was in elektronischen Geräten wie Handys steckt. Sie lernen den Lebenszyklus eines Geräts kennen – von den Rohstoffen über den Handel bis zur Entsorgung. Sie diskutieren, welche Schritte schädlich für die Umwelt sein könnten und was man tun kann, um sie zu schützen.

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Arbeitsmaterialien (3)

Kleine Collage einzelner Produktionsstufen
Arbeitsmaterial
05.03.2014 | Wirtschaft und Konsum | Ressourcen
Grundschule

In dem Arbeitsblatt werden die verschiedenen Stationen im "Leben" eines Handys dargestellt – jeweils anhand eines kurzen Textes und eines Bildes. Für die richtige Reihenfolge sorgen die Schüler/-innen. Sie schneiden die Informationen aus und bringen sortieren sie passend. Im Anschluss bespricht die Klasse den Lebenszyklus eines Mobiltelefons.

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Illustration Handybauteile
Arbeitsmaterial
05.03.2014 | Wirtschaft und Konsum | Ressourcen
Sekundarstufe, Grundschule

Die Schwarz-Weiß-Illustration zeigt die einzelnen Bestandteile eines Mobiltelefons. Die Schüler/-innen benennen die einzelnen Bestandteile. Ebenso werden die Aspekte Entsorgung, Energie und Transport aufgegriffen.

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Zwei Mädchen schauen auf ihr Smartphone.
Arbeitsmaterial
05.03.2014 | Wirtschaft und Konsum | Ressourcen
Sekundarstufe

Die Arbeitsblätter enthalten Medienberichte und Fachtexte, die verschiedene Aspekte der Herstellung und Entsorgung von Handys näher erläutern. Die Texte können von vier verschiedenen Gruppen bearbeitet werden.

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Bilderserien (3)

Handy mit defektem Bildschirm
Bilderserie
05.03.2014 | Wirtschaft und Konsum | Ressourcen
Grundschule, Sekundarstufe

Die Bildergalerie zeichnet den Lebenszyklus eines Handys nach. Von der Erzeugung der Rohstoffe, über die Produktion im Ausland bis hin zur Wiederverwertung einzelner Bestandteile. Damit bietet die Bildergalerie einen Einstieg in die unterschiedlichen Aspekte zum Thema.

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Zwei Frauen sitzen sich gegenüber und telefonieren.
Bilderserie
05.03.2014 | Wirtschaft und Konsum | Ressourcen
Sekundarstufe

Mit Freunden quatschen, Fotos machen, surfen: Für viele Menschen ist das Handy ein ständiger Begleiter. Aber was haben die allgegenwärtigen Geräte mit Fairness zu tun? Die Motive der Bilderserie veranschaulichen ökologische und soziale Probleme der Elektronikproduktion. Die begleitenden Fragen regen zu Nachforschungen und zur Diskussion an.

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Arbeiter in einer Mine gewinnen Tantal
Bilderserie
04.06.2015 | Ressourcen | Wirtschaft und Konsum
Sekundarstufe

In einem durchschnittlichen Mobiltelefon "stecken" schätzungsweise 60 Rohstoffe aus verschiedenen Ländern. Die Fertigung findet meist in Asien statt. Die Bildergalerie zeigt einzelne Schritte der globalen Wertschöpfungskette am Beispiel eines Handys. Außerdem werden die möglichen Auswirkungen auf die Umwelt beschrieben.

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