Ernährung
Bio-Siegel und nachhaltiger Konsum

Plastikflasche im Meer, Naja Bertolt Jensen, Unsplash
Unser täglicher Lebensmittelkonsum bietet zahlreiche Möglichkeiten, bewusste Entscheidungen für Umwelt und Klima zu treffen. Denn wie Lebensmittel produziert werden, beeinflusst unsere Umwelt in vielfältiger Weise. Bio-Lebensmittel bieten im Vergleich zu konventionellen Produkten klare Vorteile für Umwelt und Klima. Aber sind Bio-Lebensmittel immer umweltschonend und klimafreundlich?
In diesem Lernpfad setzen sich die Lernenden mit der Bedeutung von Bio-Siegeln und den zentralen Merkmalen der ökologischen Landwirtschaft auseinander. Sie lernen, welche weiteren Faktoren bei der Lebensmittelproduktion Umwelt und Klima belasten. Zum Abschluss entwerfen die Lernenden eigene Kennzeichnungen und Siegel, die umweltschonende und klimafreundliche Produkte auszeichnen.
Vertiefende Infos erhältst du auch in unserem Hintergrund-Text zum Thema Lebensmittel und Gesundheit.
Leitfragen
- Was unterscheidet Bio-Lebensmittel von Lebensmitteln aus konventioneller Landwirtschaft?
- Welche weiteren Kriterien helfen beim Kauf von Lebensmitteln auf Nachhaltigkeit zu achten?
Vorbereitung
- Video: Reiche Hippies?! Die WAHRHEIT über Bio-Bauern I Hundert Hektar Heimat
- Arbeitsblatt: Bio-Siegel im Überblick
- Arbeitsblatt: Bio-Siegel ergänzende Aspekte
- Video: Bio: regional und klimafreundlich? Das bedeuten die Siegel wirklich | klima:check
- Arbeitsblatt: Wie viel Wasser verbrauchen Lebensmittel?
Ablauf
1. Einstieg
Das Thema kennenlernen
Um in das Thema einzusteigen, überlegt gemeinsam, was Bio-Lebensmittel ausmacht. Als Leitfragen können folgende Fragen genutzt werden:
- Was bedeutet das Bio-Siegel auf Lebensmitteln?
- Was unterscheidet Bio-Lebensmittel von konventionellen Produkten?
Sammelt eure ersten Ideen und Gedanken über Bio-Lebensmittel im Plenum. Notiere die gesammelten Punkte auf der Tafel oder einem Smartboard.
Teile anschließend das Video des Youtube Kanals Hundert-Hektar-Heimat. Josi ist Bio-Landwirtin und klärt über einige Klischees auf.
Besprecht anschließend das Video und ergänzt die zuvor gesammelten Ideen. Folgende Fragen helfen dabei:
- Was hast du über Bio-Landbau gelernt?
- Was hat dich überrascht?
Video (7:02 Min.)
Reiche Hippies?! Die WAHRHEIT über Bio-Bauern I Hundert Hektar Heimat
2. Recherche
Bio-Siegel und Kriterien für nachhaltige Lebensmittel: Wie leicht oder schwer ist es, beim Einkauf nachhaltige Lebensmittel zu erkennen?
Stelle den Lernenden das Arbeitsblatt mit Texten, Aufgaben und Abbildungen zur Verfügung. Die Lernenden können sich im ersten Schritt in Kleingruppen über Bio-Siegel und Regeln in der ökologischen Landwirtschaft informieren.
Arbeitsblatt
Hinweis: Ergänzende Information zum Ökolandbau findet ihr auf der Seite des Bundesinformationszentrum Landwirtschaft.
Das Arbeitsblatt Bio-Siegel ergänzende Aspekte beleuchtet weitere Aspekte, die für die Nachhaltigkeit von Lebensmitteln wichtig sind. Es bietet sich an, dass die Lernenden in Gruppen arbeiten.
Jede Gruppe befasst sich mit einem der vier Themen auf dem Arbeitsblatt. Die Gruppen können ihr Wissen durch Recherche im Internet ergänzen.
Fordere die Lernenden auf, ihre Ergebnisse visuell in einer Mindmap mit einfachen Skizzen und Symbolen darzustellen.
Stellt die entstandenen Mindmaps sichtbar im Klassenraum aus! Im Anschluss präsentieren die Lernenden ihre Mindmap im Plenum.
Arbeitsblatt
Zur Ergänzung der Recherche bietet sich das Video des youtube-Kanals klima:neutral an, der die Bedeutung des Bio-Siegels einordnet:
Binnendifferenzierung:
a.) Warum kosten Bio-Lebensmittel häufig mehr?
Möglicherweise bringen die Lernenden das Thema Preise zur Sprache. Bio-Lebensmittel sind im Handel oft teurer als konventionelle Produkte. Das wäre aber anders, würde der Preis für Lebensmittel auch die Folgekosten für Umweltschäden mit einschließen. Tatsächlich wird viel Geld investiert, um die Folgen der konventionellen Landwirtschaft zu begrenzen. In Deutschland sind zum Beispiel viele Gewässer stark durch Schadstoffe aus der konventionellen Landwirtschaft belastet.
- Sammelt gemeinsam Ideen, warum gerade tierische Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft teurer sind als konventionelle tierische Produkte.
b.) Wasserverbrauch von unterschiedlichen Lebensmitteln
Die Lernenden können auf zwei Websites mehr über den Wasserverbrauch von Lebensmitteln erfahren und verschiedene Lebensmittel miteinander vergleichen. Die Projekte “Waterfootprint.org” und das Projekt “Durstige Güter” zeigen, wie viel Wasser für die Herstellung von Lebensmitteln verbraucht und verschmutzt wird. Für die Aufgabe bietet es sich an, die Klasse in dreier oder vierer Gruppen zu teilen. Stelle den Lernenden das Arbeitsblatt zur Verfügung.
Arbeitsblatt
3. Handeln
Nachhaltigkeit auf einen Blick: Kennzeichnung für Lebensmittel entwerfen
Jetzt können die Lernenden eigene Kennzeichnungen und Siegel für Lebensmittel gestalten. Eine erste Hilfestellung sind die zuvor entstandenen Mindmaps. Für diese Aufgabe können die Lernenden weiterhin in ihren Gruppen arbeiten.
Stelle den Lernenden Stifte, Papier, Klebestift und Schere zur Verfügung und stelle folgende Aufgabe:
- Überlege dir, welche Kriterien für Nachhaltigkeit für dich besonders wichtig sind!
- Entwerfe ein Siegel oder eine andere Form von Lebensmittel- Kennzeichnung, die das deutsche und das EU-Bio-Siegel ergänzen!
- Achte auf Verständlichkeit, einfache Form und klare Botschaft.
- Als Inspiration kannst du weitere Siegel, Kennzeichnungen und Abbildungen im Internet recherchieren.
4. Reflexion
Präsentiert – testet eure Siegel!
Stellt eure Siegel sichtbar in der Klasse aus: z. B. an einer Pinnwand oder einem „Supermarkt-Tisch“. Vielleicht habt ihr eine Mensa oder könnt eure Siegel auf mitgebrachten Lebensmitteln anbringen. Geht gemeinsam durch die Ausstellung und schaut euch die Entwürfe an. Gebt euch gegenseitig Rückmeldungen. Folgende Fragen können dabei helfen:
- Könnt ihr schnell erkennen, auf welche Aspekte von Nachhaltigkeit sich die Kennzeichnung bezieht?
- Würdet ihr beim Einkaufen auf dieses Siegel achten?
- Was findet ihr besonders gelungen? Was könnte man noch verbessern?
Binnendifferenzierung:
Die Kennzeichnung von Lebensmitteln ist nicht die einzige mögliche Maßnahme, um Menschen beim Einkauf dazu zu bewegen, nachhaltige Produkte zu kaufen. Als weitere Option oder Ergänzung diskutiert im Plenum folgende Fragen:
- Überlegt weitere Maßnahmen, die es beim Einkauf erleichtern, sich für nachhaltige Lebensmittel zu entscheiden!
- Welche Akteure müssen handeln, um diese Maßnahmen umzusetzen? (Politik, Landwirte, Konsumenten…)
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