Stadtnatur und Artenvielfalt
ZNS, pixabay
Aufgabe
Hört euch das Audiofile an oder lest den Text! Beantwortet folgende Aufgaben:
- Welche Vorteile haben grüne Städte für die Artenvielfalt? Ergänzt eure Punkte selbständig in der Mindmap.
- In der Galerie seht ihr Beispiele für unterschiedliche Formen von Stadtgrün. Wie helfen diese Maßnahmen beim Schutz der Artenvielfalt? Welche Tiere könnten von diesen konkreten Maßnahmen profitieren?
- Überlegt gemeinsam, ob ihr ähnliche Maßnahmen aus eurer eigenen Stadt kennt!
- Stellt eure Ergebnisse in einem kurzen Vortrag vor! Erklärt dabei auch, warum Städte Treiber des Artensterbens sind, warum einige Arten in die Städte ziehen und wie Stadtnatur gestaltet sein sollte, damit sich verschiedene Arten wohlfühlen.
Der Text kommt später nur auf die Printversion:
Hast du schon mal einen Fuchs auf der Straße gesehen? Oder eine Fledermaus, die zwischen Häusern auf Insektenjagd geht? Städte sind längst nicht nur Lebensraum für Menschen. Auch viele Tierarten zieht es in die Stadt.
In manchen Städten gibt es heute mehr Tier- und Pflanzenarten als im ländlichen Umland. Ein wichtiger Grund dafür liegt in der Landnutzung. Große Anbauflächen mit Getreide, Mais oder Raps prägen weite Teile der Landschaft. Als Folge werden die Lebensräume in der Kulturlandschaft immer einheitlicher.
Zusätzlich werden die meisten landwirtschaftlichen Flächen intensiv bewirtschaftet und Dünger und Pestizide kommen zum Einsatz. Ihr Einsatz schädigt kleine Lebewesen wie zum Beispiel Insekten. Das hat Folgen für viele weitere Arten in der Nahrungskette, wie zum Beispiel Vögel oder kleine Säugetiere. Viele Arten finden kaum noch Nahrung oder Rückzugsorte.
Gleichzeitig wachsen die Städte weiter: neue Straßen, Gebäude und Parkplätze entstehen. Dabei werden natürliche Lebensräume zerstört. Die Zerstörung von Lebensräumen ist einer der Haupttreiber für das Artensterben. Einige Arten weichen in Städte aus: Denn Städte bieten viele unterschiedliche Orte auf engem Raum: Parks, alte Bäume, Hinterhöfe, Gärten, Friedhöfe, Brachen oder wilde Ecken entlang von Bahnstrecken und Flüssen. Sie bieten also ganz unterschiedliche kleine Lebensräume und viele Nischen. Hier finden Tiere Unterschlupf, Verstecke, Nahrung und im Winter auch Wärme. Stadtfüchse zum Beispiel sind so gut an das Leben in der Stadt angepasst, dass sie nicht mehr in den Wald umgesiedelt werden können.
Doch nicht alle Arten kommen mit dem Leben in der Stadt zurecht. Einige verschwinden auch hier, für andere ist die Stadt keine Alternative. Spatzen zum Beispiel finden in Großstädten wie München durch Verdichtung und Modernisierung immer weniger Nistmöglichkeiten. Ihre Bestände haben sich deutlich reduziert.
Deshalb ist es wichtig, Natur in der Stadt bewusst mitzudenken: mehr Stadtgrün, Parks und kleine Grünflächen, begrünte Dächer und Fassaden sowie Beete und blühende Mittelstreifen. Sie dienen als Lebensräume und Nahrungsquellen. Besonders wichtig ist dabei der Einsatz heimischer Pflanzen.
Damit sich Tiere sicher durch die Stadt bewegen können, braucht es außerdem verbindende Korridore zwischen den Grünflächen. So können sie Nahrung finden, neue Lebensräume erreichen oder Partner suchen. Das stärkt die Artenvielfalt.
Ein spannender Ansatz dafür heißt Animal Aided Design. Dabei werden Tiere von Beginn an in die Stadtplanung einbezogen – ganz gezielt für bestimmte Arten. Denn jede Art hat eigene Bedürfnisse. Je nach Zielart wird berücksichtigt, welche Lebensräume sie braucht, wovon sie sich ernährt und welche Strukturen sie zum Überleben benötigt.
Dieses Arbeitsblatt wird im Lernpfad Visionen für grüne Städte verwendet.
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