Veröffentlicht auf Umwelt im Unterricht: Materialien und Service für Lehrkräfte – BMU-Bildungsservice (http://www.umwelt-im-unterricht.de)

Mitten in Europa – Verkehrsströme im Alpenraum

Portal des Gotthard-Straßentunnels
Sekundarstufe

Am Beispiel eines großen Verkehrsprojekts wie dem Gotthard-Basistunnel beschäftigen sich die Schüler/-innen mit den Besonderheiten und Problemen des Alpenraumes. Mithilfe von Kartenmaterial veranschaulichen sie Verkehrsströme und deren Folgen für Menschen und Natur. Sie lernen die Alpenkonvention kennen und formulieren nach deren Vorbild Leitlinien für eine internationale Zusammenarbeit beim Schutz der Alpen.

Die Schüler/-innen ...

  • beschäftigen sich mit Besonderheiten und Problemen eines geografischen Raumes am Beispiel der Verkehrsströme im Alpenraum,
  • erfassen Veränderungen und Folgen, die durch Verkehr und Transport entstehen,
  • bewerten Veränderungen,
  • erarbeiten beispielhafte Lösungsmöglichkeiten in einem Rollenspiel,
  • lernen am Beispiel der Alpenkonvention die Möglichkeiten der internationalen Zusammenarbeit im Bereich des Umweltschutzes kennen und einschätzen.

Umsetzung 

Zum Einstieg präsentiert die Lehrkraft anhand von Medienberichten ein großes Verkehrsprojekt in den Alpen, bei dem die Besonderheiten des Alpenraums eine zentrale Rolle spielen. Dafür eignet sich das Beispiel des Gotthard-Basistunnels:  

Im anschließenden Unterrichtsgespräch werden im Plenum folgende Fragen geklärt: 

  • Worum geht es bei dem Bauprojekt – was genau wird gebaut?
  • Was sind die Gründe für den Bau?
  • Welche Folgen haben die Veränderungen?
  • Wieso geschehen sie in dieser Region?

Die Beiträge werden in Stichworten für alle sichtbar notiert.

In einer Arbeitsphase werden die Fragen in Partnerarbeit vertiefend bearbeitet. Als Arbeitsmaterial dient eine Karte des Alpenraums, die Platz für eigene Eintragungen lässt. Dafür eignet sich zum Beispiel eine topografische Karte mit Ländergrenzen, die bei Wikimedia Commons verfügbar ist. 

Gegebenenfalls können zu Beginn der Arbeitsphase ergänzende Informationen recherchiert werden, zum Beispiel mittels Internet-Recherche in Medienbeiträgen. Auch ein Atlas oder Online-Kartendienste können eingesetzt werden.

Als Anregung oder Recherchematerial kann eine Zusammenstellung verschiedener Karten des Alpenraums genutzt werden, die im Rahmen der Alpenkonvention entstanden sind (in englischer Sprache; eine Übersetzung des Begleittextes findet sich hier). 

Die Gruppen erhalten die Aufgabe, ihre Erkenntnisse zu dem Verkehrsprojekt mittels der Karte zu veranschaulichen.

Dazu erhalten sie Leitfragen, zum Beispiel:

  • Wo verlaufen Hauptverkehrsströme und wichtige Transit-Routen über mehrere Ländergrenzen hinweg? Markiert die Verkehrsströme in Rot.
  • Wie wirkt sich der Verkehr auf Menschen und Natur aus? Notiert Stichworte zu den Folgen am Rand der Karte.
  • Welche Regionen und Länder sind betroffen, und was sind deren Besonderheiten? 
  • Bewertet die Folgen: Was ist positiv, was ist negativ? Verwendet Plus- und Minuszeichen, um die Folgen zu kennzeichnen. (Alternativ kann die Bewertung gemeinsam im Plenum erfolgen.)

Gegebenenfalls kann die Karte auf ein größeres Poster geklebt werden, um ausreichend Platz für Erklärungen am Rand zu erhalten.

Im Plenum werden die Ergebnisse zusammengetragen. Im Unterrichtsgespräch werden erste Ansätze für Lösungen gesammelt und notiert.

Zum Abschluss stellt die Lehrkraft den Schülern die Alpenkonvention vor. Die Schüler/-innen erarbeiten gegebenenfalls anhand von leicht verständlichen Auszügen aus der Internetseite der Alpenkonvention wesentliche Merkmale dieses internationalen Vertrags. Sie verfassen in Anlehnung daran in eigenen Worten "goldene Regeln" oder Leitlinien, die für eine Zusammenarbeit von Ländern in der Alpenregion gelten sollten.

Erweiterung 

  • Die Schüler/-innen führen ein Rollenspiel durch und simulieren die Verhandlungen zwischen verschiedenen Akteuren aus mehreren Ländern, die gemeinsam einen Tunnel oder eine andere große Verkehrsverbindung wie eine Autobahn oder Talbrücke bauen wollen. Zu den Akteuren gehören Vertreter/-innen der Länder, von Naturschutzorganisationen, Anwohnern, Tourismusverbänden et cetera. Die Schüler/-innen übernehmen in Kleingruppen verschiedene Rollen. Nach einer Recherchephase diskutieren sie und tauschen Argumente aus ihrer jeweiligen Perspektive aus. Sie versuchen, bei Widersprüchen gemeinsam Lösungen zu finden. Die Lösung kann in Form eines Vertrags festgehalten werden.
  • Die Schüler/-innen entwerfen ein eigenes (Rollen-)Spiel zum Thema.
  • Die Schüler/-innen verfassen nach dem Vorbild der Alpenkonvention ein eigenes Vertragswerk zum Schutz der Alpen.
  • Zum Alpenraum ist bei Umwelt im Unterricht ein weiteres Thema der Woche mit dem Schwerpunkt Tourismus erschienen: "Skispaß oder Umweltfrust?". Es bietet weitere Anregungen und Materialien, die mit dem vorliegenden Unterrichtsvorschlag verknüpft werden können.

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Informationen und Materialien

Hintergrund (1)

05.03.2015 | Ökosysteme und biologische Vielfalt | Mobilität
Kühe und Bauer auf der Alm

Die Alpenregion ist einer der größten zusammenhängenden Naturräume Europas und beheimatet eine besonders große Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten. Gleichzeitig sind die Alpen bis in hohe Lagen durch Bewirtschaftung geprägt. Rund 14 Millionen Menschen in acht Staaten leben hier. Dramatisch wachsender Verkehr und der Klimawandel zählen zu den größten Herausforderungen für die Entwicklung der Alpenregion.

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