Chemikalien in der Umwelt: PFC

Laborantin bei der Arbeit

Outdoor-Jacken, Teppiche, Möbel und Töpfe: Perfluorierte Chemikalien (PFC) begegnen uns oft im Alltag. Sie werden für Imprägnierungen verwendet und haben viele weitere Einsatzgebiete, unter anderem in der Medizin- und Labortechnik. Einige Verbindungen sind weltweit in der Umwelt verbreitet – und wurden sogar in menschlichem Blut und in Muttermilch nachgewiesen. Aus Tierversuchen ist bekannt, dass sie der Gesundheit schaden können und unter anderem krebserzeugende Eigenschaften haben. Wie kritisch sind diese Chemikalien für die menschliche Gesundheit? Und auf welchen Wegen können sie in den menschlichen Körper gelangen?

Informationen und Materialien

Didaktischer Kommentar

Im Mittelpunkt der Unterrichtsvorschläge steht die Auseinandersetzung mit anthropogenen (von Menschen erzeugten) Stoffen, die sich in der Umwelt verbreitet haben. Dabei setzen sich die Schüler/-innen insbesondere mit der Frage auseinander, wie man mit chemischen Stoffen umgehen sollte, bei denen unklar ist, ob sie schädliche Auswirkungen auf die Umwelt oder die menschliche Gesundheit haben. Als Beispiel dienen hier per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC). Die Schüler/-innen diskutieren das Vorsorgeprinzip und sammeln Ideen, wie die Freisetzung dieser Stoffe eingeschränkt werden kann. Im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung sensibilisieren die Unterrichtsvorschläge die Schüler/-innen dafür, Handlungsalternativen und ein kritisches Verbraucherverhalten zu entwickeln.

Der Einsatz des Unterrichtsvorschlags für die Sekundarstufe bietet sich sowohl in naturwissenschaftlichen als auch in gesellschaftswissenschaftlichen Fächern an. Die Leitfragen lauten: Wie können sich Schadstoffe in der Umwelt ausbreiten? Wie sollte man damit umgehen, wenn die Folgen der Ausbreitung noch gar nicht klar sind?

Der Unterrichtsvorschlag eignet sich sowohl für naturwissenschaftliche Fächer wie Biologie oder Chemie als auch für gesellschaftswissenschaftliche Fächer wie Sozialwissenschaften oder Politik. Ebenso kann der Unterrichtsvorschlag in den entsprechenden Lernbereichen und Vertiefungsfächern eingesetzt werden. Ein Verständnis der Zusammenhänge von Produktionsprozessen, Konsum und möglichen Auswirkungen auf die Umwelt oder die menschliche Gesundheit verdeutlicht den Schülern und Schülerinnen ihre eigenen Einflussmöglichkeiten, wie beispielsweise ein kritisches Konsumverhalten.

Auch fächerübergreifende Ansätze bieten sich an, zum Beispiel unter Einbeziehung des Faches Deutsch. Die Unterrichtseinheit ist gemäß den kultusministeriellen Vorgaben eher für höhere Klassen der Sekundarstufe I beziehungsweise die Sekundarstufe II geeignet.

Die Unterrichtseinheit für die Grundschule bietet sich insbesondere im Zusammenhang mit Fragestellungen der Umwelt- oder Verbraucherbildung an. In der Umweltbildung spielt insbesondere das Aufzeigen und Begreifen von Zusammenhängen zwischen Mensch und Natur eine wichtige Rolle. Im Rahmen der Verbraucherbildung wird die Entwicklung eines nachhaltigen Konsumverhaltens gefördert.

Die Leitfragen der Unterrichtseinheit lauten: Wie gelangen vom Menschen gemachte künstliche Stoffe in die Umwelt? Welche Probleme könnten dabei auftreten? Und wie kann man verhindern, dass schädliche Stoffe überhaupt freigesetzt werden?

Der Unterrichtsvorschlag lässt sich insbesondere im Fach Sachunterricht in Bezug zu den Themenfeldern “Mensch und Umwelt”, “Umwelt und Zusammenhänge”, “Wasser” und "Konsum" einsetzen. Aber auch fächerübergreifende Ansätze zu den Fächern Deutsch, Kunst und Religion sind denkbar.

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