05.12.2019 | Klima

Spezial: Weltklimakonferenz 2019

In Madrid fand vom 2. bis 15. Dezember 2019 die 25. Weltklimakonferenz statt. Eins der wichtigsten Ziele war, letzte technische Details bei den Regeln für die Umsetzung des weltweiten Klimaschutzabkommens von Paris zu beschließen. Laut Bundesumweltministerin Svenja Schulze seien jedoch die Ergebnisse den dringend nötigen Fortschritten beim Klimaschutz nicht gerecht geworden. Welche Vereinbarungen genau gibt es, welche Ambitionen hat die europäische Union beim Klimaschutz, und wie lässt sich die internationale Klimapolitik im Unterricht aufgreifen?

Informationen und Materialien

Die Weltklimakonferenz im Unterricht

Worum geht es?

Die Weltklimakonferenz 2019 in Madrid war die 25. Konferenz der Vertragspartner, welche der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen angehören. Darum wird die Konferenz auch als COP25 bezeichnet. COP steht für "Conference of the Parties". Zu den Vertragspartnern zählen 196 Staaten.

Die Konferenz sollte die nächsten entscheidenden Schritte im Prozess der Klimaschutzpolitik der Vereinten Nationen einleiten.  Nach Tagen der harten Verhandlung,  wurden die Ergebnisse den dringend nötigen Fortschritten beim Klimaschutz allerdings nicht gerecht.

Für die Klimakonferenz im kommenden Jahr sind die Vertragsländer nun aufgerufen, höhere Klimaschutzzusagen zu beschließen. Die Europäische Union hatte bereits in dieser Woche beschlossen, bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent zu sein. Dafür wird die EU-Kommission bis zum Sommer 2020 einen Plan vorlegen, um das Klimaschutzziel der EU bis 2030 von derzeit 40 Prozent weniger CO2 gegenüber 1990 auf 50 bis 55 Prozent zu erhöhen.

Sie geht damit mit gutem Beispiel voran und erntete viel Anerkennung.

Insgesamt standen bei der Weltklimakonferenz weniger konkrete Verhandlungen über Regelungen im Mittelpunkt, sondern der Austausch über neue umwelt- und klimafreundliche Industrietechnologien und Politikansätze, die zu mehr Klimaschutz führen können.

Auch wenn die Versuche vereitelt wurden, das Pariser Klimaschutzabkommen aufzuweichen, müssen alle Beteiligten bei der Bekämpfung des Klimawandels schneller werden, so Bundesumweltministerin Svenja Schulze.

Auch Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, bestätigt, dass einige Dinge in Madrid unerledigt blieben. Er hebt hervor, dass es in der Vergangenheit ähnliche Klimakonferenzen gab, jedoch waren sie der Nährboden, auf dem der Erfolg der nächsten Konferenz gewachsen ist.  

Die kommende Weltklimakonferenz COP26 findet in einem Jahr in Glasgow statt.

Grundlage der internationalen Klimaschutzpolitik ist das Pariser Übereinkommen: Bei der Weltklimakonferenz 2015 in Paris hatten sich alle Staaten dazu verpflichtet, die Weltwirtschaft auf klimafreundliche Weise zu verändern. Ziel ist es, die globale Erwärmung auf unter zwei Grad Celsius und möglichst unter 1,5 Grad Celsius zu beschränken.  In Madrid standen am Ende der Verhandlungen alle Beteiligten zum Pariser Klimaabkommen.

Materialien und Unterrichtsideen zum Klimaschutz bei Umwelt im Unterricht

Umwelt im Unterricht greift regelmäßig Ereignisse und Entwicklungen auf, die mit dem Klimawandel in Zusammenhang stehen. Die Veröffentlichungen bieten verschiedene Zugänge zum Themenfeld. Mit unterschiedlichen Schwerpunkten behandeln sie Möglichkeiten und Maßnahmen des internationalen Klimaschutzes, die Folgen des Klimawandels für Mensch und Natur sowie die Anpassung an bereits unvermeidliche Klimaveränderungen. Einen Überblick über die Themen und Unterrichtsideen bietet die Themenseite Klima.

Das Wichtigste zum Thema bei Umwelt im Unterricht

Klimapolitik: Instrumente für den Klimaschutz (11/2019)
Der Ausstoß von Treibhausgasen muss begrenzt werden, um schwerwiegende Veränderungen im Klimasystem zu verhindern – darin ist sich die Klimapolitik einig. Wie dies jedoch konkret geschehen soll, darüber wird häufig kontrovers diskutiert. Zwei Instrumente der Klimapolitik sind der Emissionshandel und die CO2-Steuer. Wie funktionieren sie und welche Rolle spielen sie in der Klimadebatte?

Wie wird Klimaschutz geplant? (10/2019)
Mit dem Pariser Abkommen hat die Staatengemeinschaft verbindliche Ziele beim Klimaschutz vereinbart. Doch wie sie diese erreichen, bestimmen die Staaten selbst. Wie Deutschland treibhausgasneutral werden kann, hat die Bundesregierung im Klimaschutzprogramm 2030 und im Klimaschutzplan 2050 festgehalten. Die Unterrichtsvorschläge für Sekundarstufe und Grundschule vermitteln, warum beim Klimaschutz alle Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft einbezogen werden müssen – und wie die Aufteilung in Sektoren hilft, die Ziele zu erreichen.

Klimawandel: Was wir wissen (5/2019)
Der Mensch verändert das Klima, und die Staaten der Welt haben sich verpflichtet, dagegen vorzugehen – doch längst nicht allen Menschen sind alle wichtigen Zusammenhänge zum Klimawandel bekannt. Und sogenannte Klimaskeptiker schüren sogar Zweifel am Stand der Forschung. Wie kann man Aussagen zum Klimawandel überprüfen? Unterrichtsmaterialien für Sekundarstufe und Grundschule zur Recherche und Bewertung von Quellen im Internet.

Schulstreiks fürs Klima: Zukunft selber machen? (3/2019)
Tausende von Schülerinnen und Schülern schließen sich der Aktion "Fridays for Future" an. Statt in die Schule zu gehen, demonstrieren sie freitags für den Klimaschutz. Damit haben sie auch eine Debatte darüber angestoßen, ob die Schulstreiks ein legitimes Mittel sind, um politisch aktiv zu werden. Welche Rechte und Möglichkeiten haben junge Menschen, um unsere Gesellschaft mitzugestalten? 

Weitere Hintergrundinformationen 

Die folgenden ausgewählten Links bieten Hintergrundinformationen, die für die Auseinandersetzung mit der internationalen Klimapolitik und der Weltklimakonferenz in Madrid geeignet sind.

Bundesumweltministerium: COP25
https://www.bmu.de/cop25/

Umweltbundesamt: Häufige Fragen zum Klimawandel
https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimawandel/haeufige-fragen-klimawandel

Umweltbundesamt: Klimawandel in Deutschland – Neuer Monitoringbericht
Die Folgen der globalen Erwärmung werden in Deutschland spürbarer und lassen sich immer besser belegen.
https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/klimawandel-in-deutschland-neuer-monitoringbericht
 

Weltklimarat (IPCC): Berichte des Weltklimarates in deutscher Übersetzung
https://www.de-ipcc.de/128.php 

Bundesumweltministerium: Chronologie des internationalen Klimaschutzes
https://www.bmu.de/themen/klima-energie/klimaschutz/internationale-klimapolitik/pariser-abkommen/chronologie-des-internationalen-klimaschutzes/ 

Bundesumweltministerium: Ergebnisse der UN-Klimakonferenzen
https://www.bmu.de/themen/klima-energie/klimaschutz/internationale-klimapolitik/un-klimakonferenzen/ergebnisse-der-un-klimakonferenzen/ 

United Nations: United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC)
https://unfccc.int 

UNFCCC: UN Climate Change Conference - December 2019
https://unfccc.int/cop25 

Hintergrund (2)

14.11.2019 | Klima | Wirtschaft und Arbeitswelt

Um die Erwärmung der Erdatmosphäre auf ein verträgliches Maß zu begrenzen, hat sich die Weltgemeinschaft zum Ziel gesetzt, den Ausstoß von Treibhausgasen rasch und entscheidend zu verringern. Als ein zentraler Hebel dafür gilt die Bepreisung von Kohlendioxid: Der Ausstoß des Treibhausgases soll teurer werden. Zwei Ansätze dafür sind der Emissionshandel und die CO2-Steuer.

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02.10.2019 | Klima

Mit dem Pariser Abkommen hat die Staatengemeinschaft 2015 verbindliche Ziele beim Klimaschutz vereinbart. Die Staaten bestimmen selbst, wie sie diese Ziele erreichen. Die Bundesregierung hat 2016 ihre Strategie und nationale Ziele im Klimaschutzplan 2050 festgehalten. Das im September 2019 vom Klimakabinett der Bundesregierung beschlossene Klimaschutzprogramm 2030 beschreibt, wie das konkret umgesetzt werden soll. Die Grundidee: Die Verantwortung wird verteilt über alle wichtigen Bereiche wie Energiesektor, Industrie, Verkehr, Bauen und Wohnen und Landwirtschaft.

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