Energie
Wohin mit dem radioaktiven Abfall?
BASE
Deutschland ist aus der Atomkraft ausgestiegen, doch das Erbe bleibt: hochradioaktiver Abfall, der Hunderttausende Jahre lang sicher gelagert werden muss. Doch wer entscheidet, wo das Endlager hinkommt? Und wie können wir sicherstellen, dass das Verfahren fair abläuft?
In diesem Lernpfad schlüpfen die Lernenden in die Rolle von Bürger*innen der fiktiven Stadt Mitthausen. Sie erfahren, warum die Endlagersuche uns alle betrifft, wie Beteiligung in einer Demokratie funktioniert und wie sich unterschiedliche Interessen miteinander vereinbaren lassen.Dieser Lernpfad basiert auf dem Planspiel des BASE (Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung). Du findest alle benötigten Unterlagen, die Rollenkarten und weiterführende Informationen direkt hier:
Tipp: Du findest ergänzende Informationen zu diesem Lernpfad in dem Hintergrundtext: Wohin mit dem hochradioaktiven Abfall? Der Text ist ein Zusatzangebot, das eine Vertiefung des Themas bei Interesse ermöglicht. Die Durchführung des Lernpfads ist unabhängig.
Leitfragen
- Wie funktioniert in Deutschland die Suche nach einem Standort für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle?
- Welche Möglichkeiten gibt es, sich an der Endlagersuche zu beteiligen?
Vorbereitung
- Arbeitsblatt: Bürgerdialog Mitthausen
Ablauf
1. Einstieg
Das strahlende Erbe
Wir haben in Deutschland über Jahrzehnte Atomstrom genutzt. Zurück bleiben etwa 1.900 Behälter mit hochradioaktivem Abfall. Dieser Abfall verschwindet nicht einfach – er bleibt gefährlich. Starte mit einem Stimmungsbild:
- Wer von euch weiß, wo der Atommüll zurzeit gelagert wird?
- Hättet ihr Bedenken, wenn ein Endlager in eurer Nähe gebaut würde?
- Wer sollte entscheiden, wo der sicherste Ort ist: Wissenschaftler*innen, die Politik oder die Menschen vor Ort?
Einstiegs-Check: Schaut euch das kurze Szenario von Mitthausen an: Eine Kleinstadt erfährt, dass sie in einer Region liegt, die geologisch für ein Endlager infrage kommen könnte. Die Stadt lädt zum Bürgerdialog ein. Was meint ihr: Wird das ein entspannter Abend?
2. Recherche
In das Szenario eintauchen
Führe die Lernenden in das folgende Szenario ein: „In nicht allzu ferner Zukunft hat die BGE mbH die Region ‚Fünfstädteland‘, in der auch Mitthausen liegt, als Standortregion vorgeschlagen. Daraufhin hat das BASE die Menschen der Region zur ersten Vollversammlung eingeladen. Zur Vorbereitung auf die erste Vollversammlung findet in der Gemeinde ein ‚Bürgerdialog Mitthausen‘ statt.“
Fordere die Lernenden auf, das Szenario (Seite 10) noch einmal in Ruhe zu lesen und sich dann in die Rollen einzuarbeiten. Gruppenarbeit und der Austausch untereinander sind hier wichtig. Wenn die Lerngruppe größer als 26 Personen ist und nicht alle eine Rolle bekommen, können sie die Zuschauer sein und am Ende genau den Prozess beobachten.
Tipp: Verteile die Rollen per Losverfahren. Dazu werden die Rollenkarten umgedreht auf den Tisch gelegt und die Lernenden ziehen je eine.
Arbeitsblatt
3. Handeln
Durchführung des Planspiels
Nun schlüpfen die Lernenden in ihre Rollen. Du moderierst den Rahmen, während die Schüler:innen die Verhandlung führen. Bevor es zur offenen Diskussion kommt, sind informelle Verhandlungen zwischen den Akteur:innen erlaubt.
In der Hauptdiskussion geht es nun darum, ob die Gruppe der Einladung zur ersten Vollversammlung der Regionalkonferenz folgen wird und welche Ideen die vertretene Person einbringen wird. Ein gemeinsames Abschlussstatement wird formuliert.
4. Reflexion
Auswertung des Planspiels
Nach dem Spiel werden die Ergebnisse und der Verlauf des Planspiels ausgewertet. Für die Diskussion sind folgende Leitfragen denkbar:
- Wie habt ihr euch gefühlt? Wie war es, in eine andere Rolle zu schlüpfen?
- Seid ihr mit dem Ergebnis zufrieden? Warum?
- War es schwer, sich zu einigen? Warum?
- Was war realistisch, was unrealistisch?
- Was habt ihr gelernt?
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