Veröffentlicht auf Umwelt im Unterricht: Materialien und Service für Lehrkräfte – BMU-Bildungsservice (http://www.umwelt-im-unterricht.de)

Bilderserie

Die Umweltsituation in der DDR

Geschädigte Bäume im Nationalpark Harz
Grundschule, Sekundarstufe

Luftverschmutzung, ungeklärte Abwässer, gefährliche Industrieabfälle: Die Bilderserie zeigt Beispiele für die katastrophalen Umweltschäden in der DDR. Sie veranschaulicht die wichtigsten Veränderungen während der friedlichen Revolution und nach der Wiedervereinigung.

Inhalt

Bildergalerie

  • Messwerte Anteil Schadstoffe
    Geteiltes Land
    Kurz vor dem Ende der DDR ließ sich die Teilung Deutschlands sogar auf Landkarten mit Umweltdaten erkennen. Das Bild zeigt die Jahreswerte für die Konzentration des Schadstoffs Schwefeldioxid in der Luft im Jahr 1989. Je dunkler die Färbung, desto höher der Anteil der Schadstoffe.
  • Kohlebrikett-Fabrik in Lauchhammer 1990
    Industrie in der DDR: Gefahr durch veraltete Anlagen
    Ende der 1980er-Jahre war ein großer Teil der Fabriken und Kraftwerke in der DDR veraltet. Diese Anlagen trugen zu einem erheblichen Teil der Umweltschäden bei. Das Bild von 1990 zeigt die Kohlebrikett-Fabrik in Lauchhammer. Aus der Original-Bildbeschreibung von ADN, der Nachrichtenagentur der DDR: "In der 1912/13 erbauten Anlage funktionieren die Entstaubungsanlagen nicht mehr, die Schlote sind verschlissen." Die Luftverschmutzung war in vielen Industriegebieten und Ballungsräumen gesundheitsschädlich.
  • Kläranlage eines Berliner Chemiebetriebs 1971
    Abwasser: Mängel bei grundlegenden Umweltschutzmaßnahmen
    Das Bild stammt von der staatlichen Nachrichtenagentur der DDR, es wurde 1971 aufgenommen. Es zeigt eine Kläranlage eines Berliner Chemiebetriebs. Beim Umgang mit Abwasser gab es in der DDR große Mängel. Noch Ende der 1980er-Jahre war die Mehrheit der Industriebetriebe und Haushalte nicht an eine Kläranlage angeschlossen. Abwasser floss oft ungeklärt in Bäche, Flüsse und Seen.
  • Abfluss eines Papierwerkes in die Elbe 1990
    Schadstoffe belasten Gewässer: Das Beispiel der Elbe
    Das Foto zeigt den Abfluss eines Papierwerkes in die Elbe im Jahr 1990. Die Elbe galt als einer der am stärksten mit Schadstoffen belasteten Flüsse Europas. Sowohl in der DDR als auch im Nachbarstaat Tschechoslowakei gelangten Abwässer ungeklärt oder nicht ausreichend gereinigt in den Fluss.
  • Silbersee bei Bitterfeld
    Schwere Umweltschäden durch die Chemieindustrie
    An manchen Orten wurden gefährliche Abfälle aus Industriebetrieben ohne besondere Schutzmaßnahmen gelagert. Das Foto stammt aus einem Film, den DDR-Umweltaktivisten heimlich gedreht haben. Es zeigt den sogenannten Silbersee bei Bitterfeld. Dort wurden giftige Abwässer aus der Filmfabrik Wolfen eingeleitet.
  • Tagebau bei Leipzig 1990
    Energie aus Braunkohle: Luftverschmutzung und Kraterlandschaften
    Braunkohle wird auch heute noch in Deutschland gefördert, sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland. Sie gilt als besonders umweltbelastende Energiequelle. In der DDR spielte Braunkohle bei der Energieversorgung die zentrale Rolle. Braunkohle musste nicht importiert werden, denn es gab große Vorkommen auf dem Gebiet der DDR. Bei der Verbrennung von Braunkohle werden besonders viele Luftschadstoffe freigesetzt. Außerdem wird sie im Tagebau gefördert. Durch den Tagebau kommt es nicht nur zu Zerstörungen der Landschaft. Auch der Grundwasserspiegel wird abgesenkt, der natürliche Grundwasserhaushalt wird gestört. Die Aufnahme von 1990 entstand bei Leipzig.
  • Beschädigte Bäume im Harz
    Luftverschmutzung: Waldsterben im Harz
    Die Luftverschmutzung in der DDR war besonders in den 1980er-Jahren extrem hoch. Bei vielen Schadstoffen lag die Belastung bei einem Vielfachen der Werte „im Westen“, in der damaligen Bundesrepublik. Vor allem in Industriegebieten häuften sich Atemwegs- und Hauterkrankungen. Messergebnisse für Luftschadstoffe wurden nicht veröffentlicht, das Ausmaß der Schäden wurde von den Behörden vertuscht.
  • Kundgebung bei Leipzig 1990
    Proteste aus Sorge um die Umwelt
    Eigentlich galt der Schutz der Umwelt in der DDR als ein Ziel des Staates und war gesetzlich verankert. Vor allem im Laufe der 1980er-Jahre wurde es an vielen Orten offensichtlich, dass die Realität nicht den Gesetzen entsprach. Die Medien durften jedoch nicht darüber berichten. Die Umweltschäden wurden zu einem wichtigen Thema der Oppositionsbewegung in der DDR. Immer mehr Menschen protestierten Ende der 1980er-Jahre öffentlich gegen die Verhältnisse in der DDR, obwohl die Opposition vom Staatssicherheitsdienst überwacht und behindert wurde. Im Jahr 1989 kam es schließlich zur Friedlichen Revolution in der DDR, im November wurde die Grenze zur Bundesrepublik geöffnet. Im Zuge der Friedlichen Revolution wurde auch die Umweltsituation von der DDR-Regierung offen thematisiert. Bereits Ende 1989 beschloss die DDR-Regierung die Bildung einer deutsch-deutschen Umweltkommission mit der Regierung der BRD. Im März 1990 wurde erstmals in der DDR eine neue Regierung frei gewählt. Das Bild zeigt eine Kundgebung danach, im April 1990. Mehrere zehntausend Menschen forderten einen Stopp des Tagebaus Cospuden bei Leipzig.
  • Politikerinnen und Politiker am "runden Tisch" 1990
    Politischer Umbruch: Regierung und Gegner am "runden Tisch"
    Während der friedlichen Revolution in der DDR wurde der sogenannte runde Tisch gegründet. Die bisherige Regierung traf sich mit Vertreterinnen und Vertretern der Opposition, unter ihnen auch Aktive aus der Umweltbewegung. Über die Umweltprobleme in der DDR wurde nun öffentlich verhandelt.
  • Messdaten Luftbelastung Leipzig
    Behörden veröffentlichen Messwerte
    Das Bild vom November 1989 zeigt Ergebnisse einer Messstation für die Luftbelastung mit Schwefeldioxid in Leipzig. "Seit Monatsbeginn werden die Daten jede Woche veröffentlicht", heißt es in der Bildunterschrift der DDR-Nachrichtenagentur ADN.
  • Schutzgebiet Mittelelbe
    Mittelelbe: unter Schutz gestellt
    In den letzten Tagen der DDR gelang ein besonderer Schritt für den Umwelt- und Naturschutz in ganz Deutschland. Kurz vor der Wiedervereinigung, am 12. September 1990, beschloss die DDR-Regierung ein großes Nationalparkprogramm. Erhebliche Teile des Staatsgebietes wurden unter Schutz gestellt. Die Idee dazu hatten DDR-Umweltfachleute bereits in den 1970er-Jahren entwickelt. Einer von ihnen, Michael Succow, wurde während des Umbruchs 1990 für kurze Zeit zum stellvertretenden Umweltminister der DDR ernannt. Er sorgte dafür, dass in großer Eile genaue Pläne für das Nationalparkprogramm ausgearbeitet wurden, sodass noch vor der Wiedervereinigung die entsprechenden Gesetze verabschiedet werden konnten. Zu den neuen Schutzgebieten gehört die Mittelelbe, der ehemals schmutzigste Fluss Europas.
  • Absperrungen am "Silbersee" im Jahr 2012
    Deutsche Wiedervereinigung: Sorge wegen der "Altlasten"
    Die 1990 neu gewählte Regierung der DDR strebte die Wiedervereinigung Deutschlands an. Am 3. Oktober 1990 trat der sogenannte Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland in Kraft. Damit galten die gleichen Regeln und Grenzwerte wie im „Westen“ – auch beim Umweltschutz. In vielen Bereichen wurden diese Vorgaben auf dem Gebiet der DDR nicht eingehalten. Nun sollte die Situation verbessert werden, um die gleichen Umweltstandards zu erreichen. Das Foto zeigt Absperrungen am "Silbersee" im Jahr 2012.
  • moderne Gebäude des Kraftwerks "Schwarze Pumpe"
    Umbruch in der Wirtschaft
    Auch in der Wirtschaft galten nach der Wiedervereinigung ganz neue Bedingungen. Diese wirkten sich sehr stark auf die Umwelt aus. Innerhalb von wenigen Jahren besserten sich die Umweltbedingungen. Dabei spielte die wirtschaftliche Umstrukturierung eine entscheidende Rolle. Sehr viele DDR-Betriebe wurden geschlossen, damit ging auch die starke Umweltbelastung durch die oft veralteten Anlagen zurück. Zum Teil wurden gezielt umweltbelastende Betriebe stillgelegt. Viele Betriebe wurden saniert, sodass sie die neuen Umweltschutzregeln einhalten konnten. Das Foto zeigt moderne Gebäude des Kraftwerks "Schwarze Pumpe". Zu DDR-Zeiten gab es dort Anlagen, die sehr viel mehr Luftschadstoffe ausstießen.
  • Seenlandschaft
    Neuseenland
    Schon zu DDR-Zeiten wurden einige Tagebaue geschlossen und geflutet. Nach der Wiedervereinigung wurden weitere Tagebaugebiete saniert. Bei Leipzig entsteht auf diese Weise eine riesige Seenlandschaft. Aus einem Rest des Tagebaus Cospuden ist der Cospudener See geworden.
  • Ausschnitt vom "Grünen Band"
    Symbol für die Umwelt-Einheit: das "Grüne Band"
    Entlang des früheren Verlaufs der innerdeutschen Grenze erstreckt sich heute das "Grüne Band", eine Kette von Schutzgebieten. Aufgrund der jahrzehntelangen Abgeschiedenheit an der Grenze konnte sich die Natur dort relativ ungestört entwickeln.