23.04.2021 | Unterrichtsvorschlag

Wie lässt sich Abfall vermeiden?

Grundschule

Die Schüler/-innen setzen sich mit ihren eigenen Erfahrungen mit Abfall auseinander. Im Rahmen einer Stationenarbeit vertiefen sie ihr Wissen und entwickeln Ideen zur Abfallvermeidung. Gemeinsam gestalten sie abschließend ein Plakat mit Tipps zur Vermeidung von Abfall.

Kompetenzen und Ziele

Die Schüler/-innen …

  • lernen grundlegende Zusammenhänge zwischen Konsum, Abfallvermeidung und Ressourcenschutz kennen,
  • stärken ihre Medienkompetenz durch den Umgang mit und die Auswertung von Quellen,
  • schulen ihre Kommunikations- und Präsentationskompetenz durch die Erarbeitung und Vorstellung eigener Ergebnisse,
  • erweitern ihre Urteilskompetenz durch die Reflektion ihres Konsumverhaltens,
  • fördern ihre Handlungskompetenz durch die Entwicklung und Umsetzung eigener Vermeidungsstrategien,
  • lernen den Zusammenhang zwischen Abfallvermeidung und Ressourceneinsparung kennen,
  • ermitteln Möglichkeiten der Abfallvermeidung,
  • erproben den sparsamen Umgang mit Ressourcen am Beispiel der Abfallvermeidung,
  • reflektieren ihr Konsumverhalten und richten es umweltfreundlicher aus.

Umsetzung

Einstieg

Die Leitfragen der Unterrichtseinheit lauten:

  • Wie kann Abfall vermieden werden?
  • Warum ist das wichtig?

Zum Einstieg zeigt die Lehrkraft die Bilderserie "Was die Leute so wegwerfen". Die Schüler/-innen betrachten die Bilder und arbeiten heraus, was sie darauf sehen. Die Lehrkraft kann dazu Fragen stellen: "Was haben Menschen hier weggeworfen und wo? Überlegt, wer das weggeworfen haben könnte und warum?" Nach der Bildbetrachtung informiert die Lehrkraft, dass in Deutschland und weltweit pro Kopf und Jahr große Mengen Abfall anfallen.

Zu Beginn der Unterrichtseinheit kann ein gemeinsames Frühstück stattfinden, für das die Schüler/-innen Lebensmittel mitbringen. Sie betrachten und sortieren, welcher Abfall vom Frühstück übrigbleibt. Alternativ zählen die Schüler/-innen, wie viel Müll bei ihnen zu Hause an einem Tag entsteht. Gemeinsam rechnen sie hoch, wie viel Müll in der Klasse, in der Stadt etc. pro Woche, Monat und Jahr entsteht.

Anschließend nennen die Schüler/-innen in einem Gesprächskreis ihr Vorwissen und eigene Erfahrungen zum Thema Abfall (zum Beispiel Mülltrennung, Sperrmüll, Abfälle am Straßenrand etc.). Sie entwickeln zudem erste Ideen, um den Abfall zu reduzieren. Dabei helfen folgende Fragen:

  1. Wo gibt es überall Abfall?
  2. Was gibt es für Arten von Abfällen und woher stammen sie?
  3. Was sind die Folgen von zu viel Abfall?
  4. Wie kann man die Abfälle vermeiden?
  5. Was würde es nutzen, wenn man Abfälle vermeidet?

Die Antworten werden diskutiert und von der Lehrkraft an der Tafel/dem Smartboard festgehalten.

Arbeitsphase

In der anschließenden Arbeitsphase erarbeiten die Schüler/-innen in einer Stationenarbeit ausgewählte Arbeitsblätter aus den Materialien "Abfall" des Bundesumweltministeriums. Für die Stationenarbeit bieten sich folgende Arbeitsblätter an, um die Themen Abfallentstehung, Abfallvermeidung und Ressourcenschonung grundlegend zu erfassen und zu vertiefen:

  • Neustadt – eine Lesegeschichte (AB 2)
  • Wie entsteht eigentlich Abfall? (AB 3)
  • Was steckt da eigentlich drin? (AB 22)
  • Recycling (AB 6)
  • Abfallwege (AB 17)
  • Unterschiedliche Mülltonnen (AB 18)

Je nach Vorwissen der Schüler/-innen können weitere Arbeitsblätter ergänzt oder einzelne Aspekte weggelassen werden.

Die Lehrkraft legt die Arbeitsblätter aus. Die Schüler/-innen erhalten einen Laufzettel, um die verschiedenen Stationen "abzuhaken". Die Ergebnisse werden im Plenum besprochen und gemeinsam ergänzt oder korrigiert.

Im zweiten Teil der Arbeitsphase lautet der Arbeitsauftrag, Ideen und Tipps zur Abfallvermeidung zusammenzustellen. Die Klasse betätigt sich in Partnerarbeit als Abfalldetektive (siehe auch Arbeitsblätter 4 und 5 aus dem oben genannten Material – Unsere Klasse ohne Abfall – geht das überhaupt?). Die Schüler/-innen sollen über die angegebenen Tipps im Material hinaus möglichst zusätzliche Ideen entwickeln. Dabei sollen die Kinder auch darüber nachdenken, welche Einschränkungen möglicherweise mit der Abfallvermeidung einhergehen. Die Schüler/-innen notieren ihre Tipps auf kleinen Zetteln oder Karteikarten.

Abschluss

In einer abschließenden Runde werden die Ideen zur Abfallvermeidung vorgestellt und diskutiert. Dabei werden gemeinsam die Vorschläge bewertet:

  • Kann der Abfall vermieden werden, ohne dass dabei Nachteile entstehen?
  • Welche Arten von Abfall sind besonders umweltschädlich und sollten am dringendsten vermieden werden?
  • Welche Tipps zur Abfallvermeidung sind leicht zu befolgen, welche schwer? Warum?
  • Wie könnte es leichter werden, Abfall zu vermeiden?

Die Schüler/-innen entscheiden gemeinsam, welche Vorschläge sie am besten finden und erstellen daraus ein Plakat mit einer Anleitung zum Abfallvermeiden.

Zudem suchen sie sich abschließend jeweils (oder gemeinsam) einen Vorschlag zur Abfallvermeidung aus und setzen ihn für eine bestimmte Zeit selbst um. Anschließend besprechen sie ihre Erfahrung.

Darüber hinaus kann vereinbart werden, ein weiteres Frühstück mit möglichst wenig Abfall durchzuführen.

Erweiterung

  • Das Thema Abfallvermeidung ist eng verbunden mit den Themen Recycling und Wiederverwendung. Hier bieten sich eigene praktische Versuche an, zum Beispiel die Herstellung von Papier aus Altpapier. Auch praktische Upcycling-Projekte, gegebenenfalls parallel im Kunstunterricht durchgeführt, können einen anschaulichen Zugang ermöglichen. Ausführliche bebilderte Anleitungen bietet der Verein Stadt Land Welt e.V. auf seiner Internetseite.
  • Über die genannten Materialien hinaus finden sich im Internet weitere für Kinder geeignete Materialien: Hintergrundinformationen auf der Kinderseite des Bundesumweltministeriums www.bmu-kids.de, Aktionsideen auf der Kinderseite des Bundesamtes für Naturschutz naturdetektive.de sowie ein aufwändig illustriertes Kinderbuch beim Umweltbundesamt, das heruntergeladen oder zeitweise bestellt werden kann.
  • In der Klasse kann eine Materialtheke mit Sach- und Bilderbüchern zum Thema Müll/Abfallvermeidung/Recycling bereitgestellt werden; zum Beispiel Sam Haynes: Der Tag, an dem das Meer verschwand.
  • Die Schülerinnen und Schüler können an Aktivitäten des World Cleanup Days, der Europäischen Woche der Abfallvermeidung (EWAV) und an Sammelaktionen von Let´s clean up Europe (LCUE) für Schülergruppen teilnehmen. Bei der EWAV kann die jeweilige Schule sogar einen Preis gewinnen.

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