13.06.2024 | Unterrichtsvorschlag

Wie fair sind Online-Shops zu ihren Kund*innen? (Basisvariante)

Sekundarstufe

Die Schüler*innen diskutieren eigene Konsumwünsche und untersuchen im Anschluss, wie Online-Shops durch bestimmte Anreize das Kaufverhalten beeinflussen. Sie diskutieren die Interessen von Handelsunternehmen und Konsument*innen. Auf den Ergebnissen aufbauend untersuchen sie einen Online-Shop, der Konsument*innen zu Kaufentscheidungen drängt.

Überblick über den Unterrichtsverlauf

  • Einstieg: Die Schüler*innen diskutieren im Plenum, wie bestimmte Anreize Kaufentscheidungen beeinflussen können. Beispiele für Angebote und Produktpräsentationen in Online-Shops dienen als Impuls.
  • Arbeitsphase: Die Schüler*innen untersuchen Gestaltungselemente eines fiktiven Online-Shops.
  • Abschluss: Im Plenum diskutieren die Schüler*innen Risiken unreflektierter Käufe. Sie formulieren Verhaltenstipps für Konsument*innen.

Kompetenzen und Ziele

Die Schüler*innen …

  • beschreiben das Spannungsfeld zwischen Konsumwünschen und verfügbaren Mitteln,
  • beschreiben am Beispiel von Online-Shops verschiedene Verkaufsstrategien,
  • beurteilen den Einfluss von Werbung und Medien auf das eigene Konsumverhalten,
  • bearbeiten Inhalte in verschiedenen Formaten, führen sie zusammen und präsentieren sie,
  • reflektieren Risiken in digitalen Umgebungen und berücksichtigen diese.

Umsetzung

Die Leitfragen der Unterrichtseinheit lauten:

  • Was sind die Vorteile und Risiken bei der Präsentation von Produkten sowie bei der Zahlungsabwicklung in Online-Shops?
  • Wie kann ich beim Einkaufen im Netz bewusste Entscheidungen treffen?

Vorbemerkung

Der Unterrichtsvorschlag kann an verschiedene Themen angepasst werden. In der vorliegenden Form liegt der inhaltliche Schwerpunkt auf finanziellen Aspekten des Online-Shoppings. Alternativ kann der nachhaltige Konsum in den Mittelpunkt gestellt werden, zum Beispiel, indem entsprechende Angaben in den Shops, etwa Nachhaltigkeitssiegel oder Ähnliches, untersucht werden. Infos und Materialien dazu enthält das Thema Siegel und Produktinfos – Wie kaufe ich nachhaltig ein?

Der Unterrichtsvorschlag dient nicht zur Vermittlung von Grundwissen über Budgetplanung. Dazu liegen bereits zahlreiche Unterrichtsmaterialien vor (siehe Links in den Erweiterungsvorschlägen).

Einstieg

Die Lehrkraft kündigt das Thema an und nennt die Leitfragen. 

Zum Einstieg fragt sie nach Konsumwünschen der Schüler*innen:

Welches Produkt würdet ihr am liebsten sofort haben, kauft es aber nicht, weil ihr gerade kein Geld dafür habt? (zum Beispiel ein Handy, eine Konsole oder Games, Mode etc.)

Die Beiträge werden für alle sichtbar notiert.

Im Anschluss stellt die Lehrkraft die Frage zur Diskussion:

Was wäre, wenn euch der Handel das Bezahlen leichter macht?

Als Impuls präsentiert sie Beispiele für Werbung in bzw. für Online-Shops, insbesondere Hinweise auf Finanzierungsangebote. Beispiele finden sich bei großen Handelsunternehmen insbesondere in den Bereichen Elektronik/Handy oder Mode oder mittels Suchmaschine, z.B. mit Stichworten wie "0% Finanzierung".

Die Lehrkraft fordert die Schüler*innen auf, die Beispiele zu betrachten und zu diskutieren. Dabei sollen sie eigene Erfahrungen beziehungsweise Beobachtungen nennen. Danach werden kurze Fallbeispiele diskutiert. Alternativ kann als weiterer Impuls oder im Verlauf der Diskussion ein Erklärvideo zu den Risiken von "Buy now, pay later"-Angeboten oder Ratenzahlung gezeigt werden.

1. Stellt euch vor, ihr wünscht euch ein bestimmtes neues Produkt. Wie würdet ihr euch verhalten?

  • Beispiel 1: Ihr spielt ein spannendes Game auf einer App. Euch wird per In-App-Kauf eine Verbesserung eures Players angeboten, etwa eine neue Skin oder eine bessere Ausrüstung. Wie reagiert ihr?
  • Beispiel 2: Euer Laptop ist kaputt, ihr braucht einen neuen. In einem Online-Shop findet ihr einen, der euch richtig gut gefällt. Er ist aber sehr teuer, so viel Geld habt ihr nicht. Der Shop bietet euch an, den Laptop sofort zu versenden, wenn ihr im nächsten Jahr jeden Monat eine kleinere Summe bezahlt. Was macht ihr?
  • Wie müsstet ihr vorgehen, damit der Kauf aus eurer Sicht vernünftig ist? Welche Informationen braucht ihr dafür? Wie ist zum Beispiel euer aktueller Kontostand, und wie passt er zu den anderen Sachen, die ihr regelmäßig bezahlt oder für die ihr gerade spart? Könnt ihr euch den Kauf leisten?

2. Überlegt, welche Interessen der Handel hat.

  • Denkt noch mal über die beiden Beispiele nach, den Computerkauf und den In-App Kauf im Game. Welche Ziele haben die Game-Betreiber und der Online-Shop? Wieso machen sie euch diese Angebote?
  • Habt ihr selbst schon solch ein Angebot genutzt und habt euch hinterher geärgert? Wieso? 

3. Stellt euch vor, ein*e Kund*in wünscht sich ein bestimmtes neues Produkt, hat im Moment aber wenig Geld.

  • Wie könnte ein Shop oder eine App die Person trotzdem überzeugen, das Produkt zu kaufen?
  • Was könnte der Person dann passieren? Was passiert, wenn man nicht genug Geld hat, aber trotzdem weiter einkauft?

Die Ergebnisse werden für alle sichtbar notiert (Tabelle, Stichworte).

Die Lehrkraft weist darauf hin, dass wegen der unterschiedlichen Interessen von Handelsunternehmen und Konsument*innen gesetzliche Regelungen bestehen und dass Verbraucher*innen bestimmte Rechte haben. Dazu gehören grundsätzliche Regeln: Zum Beispiel dürfen Händler*innen nicht bewusst täuschen. Darüber hinaus gibt es spezielle Regeln für Online-Shopping und Kredite (siehe Hintergrundtext sowie Infos der Verbraucherzentralen).

Arbeitsphase

Die Lehrkraft kündigt an, dass genauer untersucht werden soll, mit welchen Mitteln Online-Shops Kund*innen zum Kauf bewegen wollen.

Die Arbeitsphase gliedert sich in zwei Schritte. Die Schüler*innen arbeiten in Gruppen. Für die Umsetzung erhalten sie Materialien mit detaillierten Arbeitsaufträgen, einer Anleitung für die Recherche sowie Tipps für die Anfertigung von Design-Skizzen.

1. Untersucht einen Online-Shop

Die Schüler*innen erhalten ein Arbeitsblatt mit der Abbildung eines fiktiven Online-Shops, der Sneaker verkauft. Sie bekommen die Aufgabe, alle "Tricks" des Shops zu markieren, die zum schnellen, unüberlegten Kauf motivieren sollen. Sie diskutieren in Kleingruppen: Was haben sie gefunden? Wie schalten die Tricks der Shops die Vernunft aus?

Die Gruppen dokumentieren die Ergebnisse: Welche Gestaltungselemente können dazu führen, dass Käufer*innen unüberlegt handeln?

Die Ergebnisse werden im Plenum vorgestellt und verglichen.

2. Gestaltung eines Design-Entwurfs

Die Schüler*innen erhalten den Auftrag, ein Design für einen "fairen" Online-Shop zu skizzieren. Der Entwurf soll veranschaulichen, welche Funktionen ein Online-Shop idealerweise bieten sollte, um eine ausgewogene Kaufentscheidung zu treffen.

Abschluss

Die Gruppen stellen ihre Design-Skizzen vor. Dies kann in Form einer Präsentation im Plenum oder in Form eines "Galerie-Rundgangs" geschehen, bei dem die Skizzen gedruckt in der Klasse ausgehängt werden.

Zum Abschluss werden die Ergebnisse zusammengefasst und bewertet. Die Lehrkraft fordert die Schüler*innen auf, im Plenum zu folgenden Punkten Stellung zu nehmen:

  • Welche Risiken haben unüberlegte Kaufentscheidungen?
  • Wie könnten sich Handelsunternehmen aus Sicht der Kund*innen möglichst fair beziehungsweise rücksichtsvoll verhalten?
  • Wie kann man sich als Kund*in vor den Risiken schützen?
  • Welche konkreten Schritte schlagt ihr vor, um zu überlegten und vernünftigen Entscheidungen zu kommen?

In einem zweiten Schritt werden Verhaltenstipps formuliert. Die Lehrkraft fordert die Schüler*innen auf, hilfreiche Verhaltensweisen zu beschreiben.

Abschließend kann eine "Blitzlicht"-Runde durchgeführt werden. Die Schüler*innen werden aufgefordert, jeweils eine kurze Antwort auf folgende Fragen zu geben:

  • Welche der untersuchten Funktionen von Online-Shops ist dein "Highlight" aus Sicht von Verbraucher*innen?
  • Was wirst du in Zukunft selbst beim Online-Shopping mehr beachten?

Erweiterung

  • Zum Einstieg oder als Impuls für die Diskussion kann ein kurzes Erklärvideo zu den Risiken von "Buy now, pay later"-Angeboten oder Ratenzahlung gezeigt werden. Es liegt auch in einer einminütigen Kurzfassung vor. 
  • Der Unterrichtsvorschlag kann mit weiteren Einheiten kombiniert werden, die grundlegende Kompetenzen im Umgang mit Geld vermitteln. Dazu liegen zahlreiche kostenlose Materialien vor, unter anderem Check deine Ausgaben von der Verbraucherzentrale. Im Portal Verbraucherbildung finden sich weitere von der Verbraucherzentrale empfohlene Materialien.
  • Der Unterrichtsvorschlag kann angepasst werden, um das Thema Nachhaltigkeit stärker einzubeziehen. Zum Beispiel können entsprechende Angaben in den Shops, etwa Nachhaltigkeitssiegel, thematisiert werden. Infos und Materialien dazu enthält das Thema Siegel und Produktinfos – Wie kaufe ich nachhaltig ein?
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